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Diagnostik bei ADHS

Die Symptome von ADHS sind nicht immer offensichtlich, wenn das Kind in der Arztpraxis ist. Kinder und junge Erwachsene mit ADHS haben oft mit ihrem Selbstbild, schwierigen Beziehungen zu anderen Menschen und schlechten Leistungen in der Schule oder bei der Arbeit zu kämpfen.

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Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist durch Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität und erhöhte Impulsivität gekennzeichnet. Die Symptome führen häufig zu Verhaltensauffälligkeiten, einer beeinträchtigten sozialen Funktion und Schwierigkeiten in der Schule. Es gibt keinen einfachen Test für ADHS, sodass es nicht einfach ist, eine sichere Diagnose zu stellen. Mit einer Reihe von Untersuchungen kann ADHS allerdings von Lernschwierigkeiten und affektiven Störungen unterschieden werden. Daher ist es wichtig, dass die entsprechenden Ärzte sich gut mit ADHS auskennen und in der Diagnostik geschult sind. Von zentraler Bedeutung ist unter anderem, dass die Ärzte Informationen sowohl bei den Eltern als auch bei den Lehrkräften in der Schule einholen.

Diagnostik von ADHS bei Kindern

Die Beurteilung, ob ein Kind ADHS hat, beginnt normalerweise mit einem Gespräch darüber, wie sich das Kind in der Schule und zu Hause verhält. Wie ist der Gesundheitszustand des Kindes aus medizinischer Sicht? Hatte das Kind bestimmte Krankheiten? Die Ärzte müssen andere Erklärungen ausschließen. Die Diagnose ADHS kann sicher erst ab dem Alter von 4 Jahren gestellt werden.

Das Vorgehen zur Diagnose von ADHS beginnt in der Regel mit einer vollständigen körperlichen Untersuchung und einem Gespräch darüber, wie es dem Kind in der Schule und zu Hause geht. Viele Erkrankungen können ADHS ähneln. Dazu gehören z. B. Lernprobleme, psychische Erkrankungen, Epilepsie, Schäden durch Alkoholmissbrauch der Mutter während der Schwangerschaft, Seh- und Hörprobleme sowie das Tourette-Syndrom, eine neurologische Erkrankung, die durch Tics gekennzeichnet ist, also zwanghafte Bewegungen des Körpers und ungewollte lautliche Äußerungen. Auch bestimmte Arzneimittel (z. B. Sympathomimetika) können Nebenwirkungen haben, die den Symptomen von ADHS ähneln. Dies gilt auch für Rauschmittel wie Alkohol, Cannabis und andere Drogen.

Da die Symptome von ADHS nicht immer offensichtlich sind, wenn das Kind in der Arztpraxis ist, können die Ärzte und andere an der Untersuchung beteiligte Personen einen Fragebogen nutzen, um die Probleme des Kindes optimal zu erfassen.

Bei der Untersuchung wird auch überprüft, ob das Kind Lernschwierigkeiten, Sprachprobleme, Verhaltensstörungen, Depressionen, Angstzustände, Tics oder Schlafstörungen hat. Diese und andere Begleiterkrankungen finden sich bei etwa einem Drittel aller Kinder mit ADHS.

Bei einem starken Verdacht auf ADHS überweisen die meisten Ärzte das Kind zur weiteren Untersuchung oder Behandlung zu einem Psychologen oder Psychiater.

Normalerweise ist keine Bilddiagnostik des Gehirns erforderlich. Auch wenn Veränderungen des Gehirns bei Kindern mit ADHS gefunden werden konnten, erlauben solche Veränderungen keine zuverlässige Diagnose von ADHS.

Kinder, die an ADHS erkrankt sind, sollten nicht sofort medikamentös behandelt werden. Die ADHS-Diagnose sollte sich auch nicht allein auf die Reaktion des Kindes auf die Behandlung mit Psychostimulanzien stützen.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden