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Komplikationen von ADHS

Kinder mit ADHS haben Schwierigkeiten Hürden des täglichen Alltags zu bewältigen. Dies kann auf vielen Ebenen problematisch werden.  Hinzu kommen bei etwa einem Drittel der Erkrankten andere psychische Auffälligkeiten.

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Mögliche Folgesymptome:

Lernschwierigkeiten: Lernstörungen liegen bei mindestens 1/3 der Patienten vor, bei denen eine ADHS diagnostiziert wurde.
Häufig bestehen die Lernschwierigkeiten in den Bereichen Sprechen, Lesen und Schreiben. 

Störung des Sozialverhaltens: Bei etwa der Hälfte der Kinder mit ADHS ist ein herausforderndes Verhalten gegenüber Autoritätspersonen zu beobachten. Häufig kommt es zu Streitigkeiten mit den Eltern oder Klassenkameraden. Emotionen wie Wut und Rachsucht können nur schwierig bis kaum kontrolliert werden. Die betroffenen Kinder sind häufiger unzufrieden.

Depression: Depressionen können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen mit ADHS auftreten. Das Risiko ist am größten, wenn andere Familienmitglieder von einer Depression betroffen waren oder sind.

Angststörungen: Angststörungen sind bei Kindern mit ADHS recht häufig. Etwa die Hälfte der Betroffenen leidet unter einer Angststörung, die sich auch durch körperliche Symptome wie Herzklopfen, Schwitzen und Schwindel äußert.

Schlafstörungen: Sie treten gehäuft bei Menschen mit ADHS auf. Der Schlafmangel wirkt sich zusätzlich negativ auf die ohnehin bestehenden Konzentrationsschwierigkeiten aus. Eine medikamentöse Therapie kann unter Umständen die Schlafstörungen verstärken. Deswegen sollte man bei Einleitung der Therapie das Schlafverhalten beobachten.

Tourette-Syndrom: Bei vielen Kindern mit ADHS besteht ein erhöhtes Risiko für das Tourette-Syndrom. Das ist eine neurologische Erkrankung, die durch unwillkürliche Bewegungen (motorische Tics) oder durch ein unwillkürliches Äußern von Lauten (vokale Tics) auffällt.

Suchterkrankungen: Kinder und Jugendliche mit ADHS rauchen häufiger als Gleichaltrige. Es besteht auch ein erhöhtes Risiko im Alter einer Sucht (z.B Alkohol, andere Drogen) zu verfallen.

Probleme im Zusammenhang mit ADHS

Neben den genannten Folgesymptomen, die mit ADHS zusammen auftreten können, kann ADHS selbst den betroffenen Kindern und Erwachsenen das Leben erschweren. Kinder mit ADHS haben im Unterricht oft mit sich selbst zu kämpfen, was dazu führen kann, dass sie schulisch versagen und von ihrem Umfeld schlechter behandelt werden. Obwohl ADHS keinen Einfluss auf die Intelligenz hat, zeigen die meisten Kinder mit ADHS keine guten schulischen Leistungen und hinken in ihrer Kompetenzentwicklung hinterher. Es besteht die Gefahr, dass Jugendliche mit ADHS früher die Schule abbrechen als gesunde Gleichaltrige. Dies liegt oft daran, dass die Betroffenen nicht fähig sind ihren Verpflichtungen nachzugehen und die Aufmerksamkeitsspanne für den schulischen Ablauf nicht ausreicht.

Kinder mit ADHS sind im Vergleich zu anderen Kindern außerdem durch ihre Hyperaktivität und Impulsivität anfälliger für Verletzungen wie Knochenbrüche und Schnittverletzungen. Jugendliche und Erwachsene mit ADHS sind vergleichsweise auch sehr viel häufiger an Autounfällen beteiligt.

ADHS wurde auch mit einem erhöhten Risiko für Alkohol- und Drogenmissbrauch und Kriminalität in Verbindung gebracht. Meist sind das Personen, die neben ADHS auch unter emotionalen Problemen leiden.

Durch die mangelnde Impulskontrolle und das höhere Konfliktpotential können Menschen mit ADHS an einem instabilen sozialen Umfeld leiden.

 

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.