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Asthma und Schwangerschaft

Wie bei anderen chronischen Krankheiten sind auch bei Frauen, die an Asthma bronchiale leiden, während einer Schwangerschaft bestimmte Dinge besonders zu beachten.

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Was sollten Sie beachten?

Asthma gehört zu den chronischen Krankheiten, bei denen während einer Schwangerschaft bestimmte Punkte zu beachten sind, damit keine Probleme entstehen. Bei einem Drittel der schwangeren Frauen mit Asthma verschlechtern sich die Atemwegssymptome, ein Drittel stellt eine Verbesserung fest und bei einem Drittel gibt es keine Unterschiede. Auf der einen Seite kann die Schwangerschaft also die Asthma-Symptome beeinflussen, auf der anderen Seite hat ein bestehendes Asthma aber auch eine Auswirkung auf die Gesundheit von Mutter und Kind. Grundsätzlich ist es daher das Hauptziel, die Asthma-Beschwerden unter Kontrolle zu halten, da bei kontrollierter Therapie der Verlauf der Schwangerschaft in der Regel nicht negativ beeinflusst wird.

Es ist wichtig, dass Schwangere mit Asthma gut über die Faktoren Bescheid wissen, die bei ihnen zu einer Verschlechterung des Asthmas führen, dass sie wissen, wie sie vorbeugende Medikamente verwenden, und sich bei einer Verschlechterung der Erkrankung schnell behandeln lassen. Vor einer geplanten Schwangerschaft ist es also hilfreich, sich ausführlich ärztlich beraten zu lassen.

Während der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, aktives und passives Rauchen zu vermeiden, da dies zu einer Verschlimmerung des Asthmas führen kann. Weitere häufige Ursachen für eine Verschlechterung des Asthmas während der Schwangerschaft sind Virusinfektionen; Sie sollten sich also möglichst vor einer Ansteckung schützen. Allen Schwangeren mit Asthma wird zudem ab dem 1. Trimenon eine Grippe-Impfung empfohlen. Während der Schwangerschaft werden in der Regel die gleichen Asthma-Medikamente eingenommen, wie zuvor verordnet wurden.

Können Asthma-Medikamente das Kind schädigen?

Viele Frauen mit Asthma befürchten, dass ihre üblichen Medikamente  das Kind während der Schwangerschaft schädigen könnten.

Medikamente gegen Asthma sind heute sehr sicher. Das Ziel ist immer, die bestmögliche Asthma-Kontrolle zu erreichen. Nicht alle Asthma-Medikamente wirken in gleicher Weise auf die Schwangerschaft. Es ist deshalb wichtig, die Anwendung von Asthma-Mitteln so früh wie möglich zu planen, möglichst noch vor der Schwangerschaft, damit das Ergebnis für Mutter und Kind das beste ist.

In den meisten Fällen ist es am günstigsten, die Behandlung mit einem Asthma-Medikament fortzusetzen. Gelegentlich ist es dabei notwendig, das Mittel zu wechseln, um die Symptome noch besser lindern zu können.

Sind bei einer Schwangerschaft Naturheilmittel eventuell besser als die üblichen Medikamente?

Einige Frauen glauben, dass es besser für das Kind ist, wenn sie während der Schwangerschaft Naturheilmittel anstelle der üblichen Asthma-Medikamente  nehmen. Dies kann jedoch zwei Risiken beinhalten: Zum einen können sich die Asthma-Beschwerden verschlechtern, weil die Medikamente abgesetzt wurden – Hustenanfälle mit Atemnot verschlechtern jedoch auch die Sauerstoffversorgung des ungeborenen Kindes und sollten vermieden werden. Zum anderen können auch Naturheilmittel Substanzen enthalten, die möglicherweiese negative Wirkungen auf Mutter und Kind haben. Die Bestandteile einiger Naturheilmittel können darüber hinaus Allergien und damit auch einen Asthmaanfall auslösen. Viele Naturheilmittel werden nicht ausreichend untersucht, vor allen Dingen nicht in Bezug auf ihre Wirkung während der Schwangerschaft. Wenn Sie sich Sorgen um die Medikation machen und alternative Heilmittel ausprobieren möchten, ist es sinnvoll, mit Ärzt*innen genau darüber zu sprechen.

Andere Verfahren, die bei Asthma hilfreich sind, wie besondere Atemtechniken, Entspannungstechniken und Ähnliches können jedoch auch während einer Schwangerschaft sehr sinnvoll sein, um mit den Beschwerden besser umgehen zu können. Die Übungen sollten dann ggf. angepasst werden.

Kann die Schwangerschaft das Asthma verschlimmern?

Das kann man nicht voraussagen. Wie oben erwähnt, erleben einige Frauen eine Verschlechterung der Symptome während der Schwangerschaft, andere stellen keine Veränderung fest, bei anderen wird es sogar besser. Eine ernste Verschlechterung tritt aber nur bei sehr wenigen Frauen auf. Für die meisten ist Asthma kein Grund, auf Kinder zu verzichten.

Grundsätzlich gilt: Bei Frauen mit Asthma kommt es im Vergleich zu gesunden Frauen etwas häufiger zu bestimmten Schwangerschaftskomplikationen. Sind die Asthma-Beschwerden gut kontrolliert (treten also nur sehr selten Anfälle von Atemnot auf), etwa durch eine sorgfältig geplante Medikation, werden im Vergleich seltener Probleme in der Schwangerschaft auftreten als bei nicht gut kontrollierten Symptomen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind in der Schwangerschaft besonders wichtig.

Wie können Sie das Asthma während der Schwangerschaft kontrollieren?

Es ist ratsam, als Schwangere noch genauer darauf zu achten, Auslöser für das Asthma zu meiden, seien es Hausstaubmilben, Katzenhaare oder andere Allergene. Auch von allgemein belastenden Reizen für die Atemwege sollten Sie sich fern halten: Zigarettenrauch (aktives und passives Rauchen), reizende Dämpfe, Gase, Staub, starke Luftverschmutzung etc. Während der Schwangerschaft sollten Sie dabei noch vorsichtiger sein als sonst, weil es aufgrund der körperlichen Veränderungen durch die Schwangerschaft leichter zu Asthmaanfaällen kommen kann, v. a. im 2. Schwangerschaftsdrittel. Ernste Anfälle können dem Kind schaden. Es ist außerdem sehr wichtig, dass Sie die Asthma-Medikamente so einnehmen, wie sie verschrieben wurden. Sie sollten keine unbekannten Arzneimittel oder Naturheilmittel einnehmen ohne vorherige ärztliche Beratung.

Falls Sie einen Asthmaanfall erleiden, sollten Sie rasch den Notruf anrufen bzw. sich in der Arztpraxis oder im Krankenhaus behandeln lassen. Während einer Schwangerschaft ist es noch wichtiger als sonst, eine Minderversorgung mit Sauerstoff aufgrund der Atemprobleme schnell und effektiv durch Sauerstoffgabe zu beheben.

Bei manchen Patient*innen mit allergischem Asthma ist eine sog. spezifische Immuntherapie angebracht. Diese Form der Behandlung sollte während einer Schwangerschaft jedoch nicht begonnen werden.

Während der Geburt sind bei Frauen mit Asthma ggf. bestimmte Punkte zu beachten, falls sie Medikamente brauchen, etwa zur Einleitung der Geburt. Es ist daher ratsam, in einer Klinik zu entbinden, die Erfahrung in der Versorgung von Patientinnen mit Asthma hat.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen