Wie kann ein Asthmaanfall vermieden werden?

Patient*innen können ihre Beschwerden vermindern und Asthmaanfälle verhindern, wenn sie nach den ärztlichen Vorgaben Asthma-Medikamente einnehmen. Darüber hinaus gibt es einige Dinge, die die Betroffenen selbst machen können.

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Die meisten Menschen, die an Asthma leiden, stellen nach und nach fest, dass es gewisse Dinge gibt, die ihre Beschwerden häufig auslösen (siehe Ursachen für Asthma). Dies können Pollen, Hausstaubmilben und Tierhaare, aber auch eine Erkältung oder ein bestimmtes Medikament sein. Die Substanzen, auf die jemand mit einer Allergie bzw. mit Asthma reagiert, werden Allergene genannt; allgemeiner auch Triggerfaktoren (bei nichtallergischem Asthma).

Die meisten Personen mit Asthma haben deutlich weniger Beschwerden und kommen mit weniger Medikamenten aus, wenn sie bestimmte Verhaltensregeln befolgen. Dennoch ist es natürlich zusätzlich wichtig, die ärztlich verordneten Medikamente regelmäßig in der richtigen Dosierung anzuwenden, um Asthmaanfälle möglichst zu vermeiden bzw. die Beschwerden zu lindern.

Rauchen

Viele Betroffene reagieren auf Zigarettenrauch – und auch auf Passivrauchen. Sie sollten daher nicht rauchen und sich nirgendwo aufhalten, wo geraucht wird.

Infektionen

Besonders bei Kindern werden Asthma-Beschwerden häufig durch Infektionen ausgelöst, z. B. durch Erkältungen und Grippe (Influenza). Diese Krankheiten sind sehr ansteckend. Eine Ansteckung kann durch regelmäßiges Händewaschen mit Seife und Wasser vermieden werden, oder indem man sich von erkrankten Personen fernhält.

Hausstaubmilben

Hausstaubmilben leben vor allem im Bettzeug, in Polstern und Teppichböden. Sie ernähren sich von den Hautschuppen des Menschen. Die Anzahl der Hausstaubmilben kann deutlich durch häufiges Waschen des Bettzeugs, Auslüften der Matratzen, gute Durchlüftung und häufiges Staubsaugen verringert werden. Menschen, die an Asthma leiden, sollten Decken und Kissen mit Daunen meiden und wenn möglich auf Teppiche verzichten. Für Matratzen gibt es spezielle Schutzbezüge, die die Milben nicht durchdringen können. Kleidung sollte in geschlossenen Schränken aufbewahrt werden, um Staub zu vermeiden. Bestimmte Puppen und Stofftiere können große Mengen Hausstaubmilben beinhalten. Wenn das Kind Asthma hat, sollten diese Spielsachen waschbar sein.

Pollen

Pollen stammen von Bäumen und anderen Pflanzen und werden je nach Pflanzenart vor allem im Frühling und Sommer gebildet. Die meisten Pollen fliegen an warmen, trockenen Tagen durch die Luft, eher frühmorgens als abends. Für die meisten Menschen ist es unmöglich, Pollen vollständig zu meiden. Menschen mit Asthma können Pollen aber aus dem Weg gehen, indem sie die Pollenprognosen in Zeitungen und im Fernsehen verfolgen und sich während der schlimmsten Stunden des Tages bei geschlossenem Fenster in Innenräumen aufhalten. Es sind auch entsprechende Luftfilter erhältlich.

Haustiere

Wenn es Familienmitglieder mit Asthma gibt, ist es am besten, man verzichtet auf Haustiere. Falls dies nicht geht, sollte klar bestimmt werden, wo sich das Tier aufhalten darf und wo nicht. Es sollte zumindest nicht ins Schlafzimmer und ins Wohnzimmer. Kinder mit Asthma haben häufig die Neigung, andere Allergien zu entwickeln, z. B. ein allergisches Ekzem (Hautausschlag). Ob sich das Risiko dafür erhöht, wenn die Kinder viel Kontakt zu Tieren haben, ist noch nicht endgültig geklärt. Die Haltung von Katzen wird bei Personen mit Allergierisiko aber generell nicht empfohlen.

Menschen mit Asthma, die Tierbesitzer besuchen, sollten sicherstellen, dass sie ihre Asthmamedikamente bei sich haben und auf einen möglichen Asthmaanfall vorbereitet sein. Es ist hilfreich, den direkten Kontakt zu Tieren zu vermeiden.

Reizauslöser

Sprays, Parfums, Malerfarbe, Reinigungssprays, Abgase, Rauch, Staub und Industriegase können die Lunge reizen und Asthma verschlimmern oder auslösen. Indem Menschen mit Allergien auf diese Faktoren achten und sich von ihnen so weit möglich fern halten, können sie ihre Beschwerden reduzieren. Möglicherweise ist es notwendig, den Beruf bzw. Arbeitsplatz zu wechseln. Falls bestimmte Medikamente (z. B. manche Schmerzmittel oder Betablocker) zu Beschwerden führen, sollte nach Alternativen gesucht werden.

Wie kann ein anstrengungsinduzierter Asthmaanfall vermieden werden?

Manche Menschen mit Asthma haben vor allem bei körperlichen Aktivitäten und beim Sport Beschwerden. Die meisten können diese Aktivitäten aber auf die gleiche Weise ausführen wie Menschen ohne Asthma, wenn sie einige einfache Verhaltensregeln einhalten. Dabei geht es unter anderem darum, sich besonders gut aufzuwärmen und manchmal vor dem Training bestimmte Asthmamittel einzunehmen, die ärztlich empfohlen wurden. Wenn sich Betroffene in kalter und trockener Luft aufhalten, kann es sinnvoll sein, eine Wärmemaske oder ein Halstuch zu tragen.

Körperliche Aktivitäten sind wichtig bei Asthma. Regelmäßiges Training verbessert die Belastbarkeit und führt zu verringerten Beschwerden. Betroffene Personen müssen ihr Training in der Regel nicht einschränken, es sei denn sie haben einen akuten Anfall.

Weitere Maßnahmen

Für Menschen mit Asthma werden spezielle Schulungen für verschiedene Altersstufen angeboten. Hier erhalten Betroffene zum einen Informationen über die Krankheit selbst, zum anderen über Möglichkeiten, die Symptome zu lindern. Dies umfasst u. a. verschiedene Atemtechniken, die hilfreich sind, wenn Beschwerden auftreten, Tipps zur Vermeidung von Auslösern sowie zur korrekten Anwendung der Medikamente. Auch im Rahmen eine Rehabilitation können Patient*innen hilfreiche Empfehlungen erhalten. Eine spezielle Physiotherapie mit Schwerpunkt auf einer effektiven Atmung kann die Beschwerden bei Asthma ebenfalls lindern. Weiterhin empfehlenswert sind regelmäßiger Sport sowie bei Übergewicht eine Gewichtsreduktion. 

Kinder von Eltern mit Asthma kommen mit einem erhöhten Risiko für Asthma auf die Welt. Hier sind viele der genannten Maßnahmen (nicht rauchen, gesundes Innenraumklima, eher kein Haustier neu anschaffen, möglichst 4 Monate voll stillen, dann zusätzlich Beikost und andere) hilfreich, um das Risiko des Kindes zu senken (Prävention). Eine ausführliche Beratung ist empfehlenswert.

Weitere Informationen

Asthma bei Kindern

Autor*innen

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Asthma. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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