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Atemwegserkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19)

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Schützen!

Mit einfachen Maßnahmen können auch Sie helfen, sich selbst und andere vor Ansteckungen zu schützen, Krankheitszeichen zu erkennen und Hilfe zu finden.

Halten Sie beim Husten und Niesen größtmöglichen Abstand – drehen Sie sich am besten weg. Niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das Sie danach entsorgen. Vermeiden Sie Berührungen, wenn Sie andere Menschen begrüßen, und waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife. Halten Sie > 1,5 m Abstand und tragen Sie einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske dort, wo sie lokal empfohlen ist. Bleiben Sie zu Hause und reduzieren Sie direkte Kontakte, besonders zu Risikogruppen.

Befolgen Sie die AHA+L+A-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske+Lüften+Nutzung der Corona-Warn-App

Erkennen!

Erste Krankheitszeichen können Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Schwäche, aber auch Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen sein. COVID-19 kann aber auch unbemerkt bleiben oder sehr leicht verlaufen. Bei einem schweren Verlauf können unter anderem Atemnot oder eine Lungenentzündung eintreten. Nach einer Ansteckung können Krankheitssymptome bis zu 14 Tage später auftreten.

Handeln!

Sollten eines oder mehrere der oben beschriebenen Krankheitszeichen auftreten, vermeiden Sie unnötige Kontakte zu weiteren Personen und bleiben Sie zu Hause. Kontaktieren Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt per Telefon, oder wenden Sie sich an die Nummer 116 117 und fragen Sie nach einem COVID-19-Test und besprechen das weitere Vorgehen, bevor Sie in die Praxis gehen. Hatten Sie Kontakt zu einer Person mit einer solchen Erkrankung oder haben Sie sich in einer Region mit erhöhten Infektionszahlen oder einem Risikogebiet aufgehalten? Weisen Sie darauf hin, falls Sie Teil einer Risikogruppe sind. Wenn Sie nicht durchkommen, versuchen Sie es erneut! Bei akuter Atemnot rufen Sie notärztliche Hilfe: Tel. 112!

Weitere Informationen finden Sie hier 

Was ist SARS-CoV-2?

Das Virus gehört zu den Beta-Coronaviren und wird kurz als SARS-CoV-2 bezeichnet. Die dadurch verursachte Erkrankung trägt den Namen COVID-19 (Coronavirus Disease 19). Das Virus wurde vermutlich von Wildtieren auf den Menschen übertragen.

Häufigkeit

Weltweit wurden Millionen Infektionen gemeldet. Es wird vermutet, dass die eigentliche Zahl der Infizierten weltweit und in Deutschland viel höher liegt als über gemeldete Fälle bekannt ist, da viele Erkrankte nur leichte Symptome aufweisen und wahrscheinlich gar nicht getestet werden.

Es gab weltweit Millionen Todesfälle infolge der Infektion, darunter auch zahlreiche Mitarbeiter*innen in Kliniken und Praxen. An COVID-19 sind bisher vorwiegend ältere Personen oder Patient*innen mit Vorerkrankungen gestorben. Über die tagesaktuellen internationalen Zahlen der Infektionsfälle, Todesfälle und genesenen Erkrankten informiert das Dashboard  der Johns Hopkins University (hier werden Zahlen sehr schnell veröffentlicht, aber die Datengrundlage ist oft nicht behördlich bestätigt). Zahlen für Deutschland finden Sie auf dem COVID-19-Dashboard des RKI  (diese Angaben werden manchmal zeitverzögert veröffentlicht, sind aber behördlich bestätigt). Aktuelle Infektionszahlen zu bestimmten Städten und Landkreisen sind mittels Suche nach Postleitzahlen unter COVID-PLZ-Check  zu finden.

Neue besorgniserregende Virusvarianten

  • Die neue Virusvariante Omikron weist auffällige Veränderungen im Spike-Protein auf. Derzeit gibt es Hinweise auf eine verminderte Impfstoffwirksamkeit zur Verhinderung schwerer Verläufe nach einer Grundimmunisierung und eine gute Wirksamkeit einer Booster-Impfung. Es gibt auch Hinweise auf einen leichteren Krankheitsverlauf und eine höhere Ansteckungsfähigkeit. Die Rate der notwendigen Klinikbehandlungen ist wohl geringer als bei der Delta-Variante. Die Omikron-Variante ist derzeit die dominierende Variante in Deutschland.
  • Die Virusvariante Delta ist ansteckender und führt zu mehr schweren Verläufen als die ursprüngliche Virusvariante aus Wuhan (Wildtyp SARS-CoV-2). Sie wurde in Deutschland größtenteils von der Omikron-Variante abgelöst.
  • Die Virusvarianten Alpha (bis vor einigen Wochen die vorherrschende Variante in Deutschland), Beta und Gamma kommen derzeit in Deutschland so gut wie nicht vor.

Ursachen und Übertragung

Wie wird das Virus übertragen?

Das Virus ist sehr ansteckend. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion und über sehr kleine Tröpfchenkerne (Aerosole), durch Husten oder Niesen in unmittelbarer Nähe einer anderen Person sowie Sprechen, Singen in der Gruppe etc.

Das RKI schätzt das Übertragungsrisiko durch Tröpfchen und Aerosole folgendermaßen ein: „Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen im Umkreis von 1–2 m um eine infizierte Person herum erhöht. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole – auch über längere Zeit – in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen.

Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 2 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt und exponierte Personen besonders tief einatmen.“

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr im Freien?

Laut RKI kommen Übertragungen im Außenbereich insgesamt selten vor. Bei gleichzeitiger Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering.

Welche Rolle spielt der Impfschutz bei der Übertragung?

Laut RKI wird derzeit (Stand 08.12.2021) ein Großteil der Neuinfektionen durch fehlenden Impfschutz verursacht.

Ansteckungsfähigkeit

Dauer

Laut den bisher bekannten Daten sind Infizierte bereits an den Tagen vor dem Auftreten von Beschwerden ansteckend für andere Personen. Am größten ist die Ansteckungsfähigkeit an den Tagen vor dem Beginn der Beschwerden und in den ersten Tagen der Erkrankung. Laut Datenlage dauert die Ansteckungsfähigkeit bei milder bis mäßig schwerer Erkrankung nicht länger als 10 Tage. Schwer Erkrankte können deutlich länger als 10 Tage ansteckend sein. Auch Kinder mit leichtem Verlauf oder ohne Symptome können die Krankheit übertragen.

Immunität

Ein Großteil der Personen, die an COVID-19 erkrankt waren und wieder gesund sind, hat Antikörper gegen das SARS-CoV-2 entwickelt. Jedoch nimmt die Menge neutralisierender Antikörper, insbesondere bei Personen mit milder oder unbemerkter Infektion, mit der Zeit ab. Bei Betroffenen, bei denen keine Antikörper nachgewiesen wurden, konnten dennoch T-Zellen (Immunzellen) nachgewiesen werden. T-Zellen könnten auch bei fehlendem Antikörpernachweis Schutz bieten.

Man geht davon aus, dass für bereits von COVID-19 genesenen Personen die Gefahr, noch einmal zu erkranken, in den ersten Monaten nach der Infektion sehr gering ist. 

Symptome

Die Inkubationszeit (also die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung) beträgt 10–14 Tage, durchschnittlich liegt sie bei 5–7 Tagen.

Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus können Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit sowie Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost sein. Häufig kommt es zu einem vorübergehenden Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn. Einzelne Betroffene zeigen auch Übelkeit und Durchfall. Manchmal haben Patient*innen mit COVID-19 nur Bauchschmerzen, Durchfall und/oder Übelkeit mit Erbrechen. Selten kommt es auch zu Hautveränderungen, wie z. B. Nesselsucht.

Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein: Symptomlose Verläufe kommen ebenso vor wie schwere Lungenentzündungen (seltener bis hin zu Lungenversagen, Blutvergiftung und Organversagen). SARS-CoV-2 kann nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organe wie beispielsweise Herz, Leber, Gehirn und besonders häufig die Nieren befallen.

80 % der Erkrankungen verlaufen mild bis moderat.

Risikogruppen

Das Risiko für einen schweren Verlauf ist laut RKI erhöht bei folgenden Personengruppen:

  • Ältere Personen (steigendes Risiko ab etwa 50–60 Jahren)
  • Männer
  • Raucher*innen
  • Adipöse und stark adipöse Menschen
  • Personen mit Down-Syndrom
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen
    • des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung)
    • der Lunge (z. B. COPD)
    • Patient*innen mit chronischen Nieren- und Lebererkrankungen (besonders Dialyse)
    • neurologische und psychiatrische Erkrankungen (z. B. Demenz)
    • mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • mit einer Krebserkrankung
    • mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Kortison oder bei Immunsuppressiva nach einer Organtransplantation).
  • Armut, dunkle Hautfarbe und eine Schwangerschaft können ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einhergehen.

Für Angehörige einer Risikogruppe gibt es beim RKI Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf .

Kinder

Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist milder und eher ohne Beschwerden. Aber es können auch, insbesondere bei jüngeren Kindern (Alter unter 1 Monat), schwere Verläufe vorkommen. Die häufigsten Symptome bei Kindern sind Husten und Fieber. Magen-Darm-Symptome treten häufiger auf als bei Erwachsenen.

Schwangerschaft und Wochenbett

Es besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Das Risiko für eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) und Frühgeburten, nicht aber für Totgeburten, ist je nach Schwere der COVID-19-Erkrankung erhöht.

Normalerweise zeigen Kinder von an COVID-19 erkrankten Müttern nach der Geburt keine Krankheitszeichen. Eine Übertragung von der Mutter auf ihr neugeborenes Kind kann aber nicht ausgeschlossen werden, deswegen sollen Wöchnerinnen bei Kontakt mit ihrem Baby, auch beim Stillen, einen Mundschutz tragen und vorher die Hände waschen oder desinfizieren.

Diagnostik

Was tun, wenn ich fürchte, mich angesteckt zu haben?

Wenn Sie an Atemwegssymptomen leiden und fürchten, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, rufen Sie Ihre Hausarztpraxis oder die Nummer 116 117 an, auch wenn Sie geimpft oder genesen sind. Gehen Sie nicht unangemeldet in eine Praxis oder Notaufnahme. Sollten Sie an Erkältungssymptomen oder anderen Beschwerden leiden, kann Ihnen Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen. Eine AU darf für Patient*innen mit leichten Atemwegserkrankungen nach nur telefonischem Kontakt ausgestellt werden. 

Das RKI bietet einen Informationsflyer COVID-19: Bin ich betroffen und was ist zu tun? 

Allergischer Schnupfen oder COVID-19?

Zahlreiche Menschen leiden unter Heuschnupfen/allergischer Rhinitis und fragen sich, wie Symptome eines allergischen Schnupfens von Symptomen bei COVID-19 zu unterscheiden sind. Wenn Sie unter Heuschnupfen/allergischem Schnupfen leiden, kennen Sie die jährlich ungefähr zur gleichen Zeit auftretenden Symptome wie laufende Nase, Niesen, tränende und brennende Augen sowie leichtes Halskratzen. Zum Beispiel bei Allergie gegen Hausstaubmilben können die Symptome auch ganzjährig auftreten. Ihre Allergiemedikamente werden gegen diese Symptome so wirken, wie Sie es aus den Vorjahren kennen. Dann können Sie beruhigt sein, es ist davon auszugehen, dass Ihre Beschwerden allergisch bedingt sind.

Sollten allerdings für Sie ungewohnte, eher erkältungsähnliche Atemwegssymptome, Husten, evtl. Fieber und Geschmacks- und Geruchsstörungen auftreten und Sie womöglich Kontakt zu infizierten Personen oder zu vielen Personen gehabt haben, sollten Sie vorgehen, wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben.

PCR-Test auf eine Infektion mit SARS-CoV-2

Wer soll getestet werden?

Ein Abstrich sollte in erster Linie bei Personen mit Krankheitszeichen durchgeführt werden. Ausnahmen sind Tests auf Anordnung des Gesundheitsamtes bei der Kontaktpersonennachverfolgung, vor Aufnahme in bestimmte Klinikabteilungen oder eine Pflegeeinrichtung, bei medizinischem Personal und bei Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten. Auch nach einem Warnhinweis in der Corona-Warn-App kann ein Test erforderlich sein, auch wenn keine Symptome bestehen.

Ein negatives PCR-Ergebnis schließt eine Infektion nicht sicher aus. Eventuell müssen weitere Proben (Abstrich oder Blutproben) entnommen werden.

Wie wird der Abstrich für die PCR entnommen?

Goldstandard ist der PCR-Test für den Nachweis des Virus. Die Proben hierfür müssen als Abstrich aus Nase und/oder Rachen gewonnen werden. Es ist möglich (und oft weniger schmerzhaft), dass Sie den Abstrich für den PCR-Test selbst aus Ihrem Rachen abnehmen.

Wann soll eine PCR-Testung durchgeführt werden?

Eine Testung auf SARS-CoV-2 soll durchgeführt werden, wenn mindestens eines der folgenden Testkriterien erfüllt ist:

  • Schwere respiratorische Symptome (z. B. akute Bronchitis, Lungenentzündung, Atemnot oder Fieber) ODER
  • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns ODER
  • Ungeklärte Erkrankungssymptome und enger Kontakt (KP1) mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion ODER
  • Akute Atemwegssymptome jeder Schwere INSBESONDERE BEI:
    • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ODER
    • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus ODER
    • erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit (z. B. im Rahmen eines möglichen Ausbruchs, bei Veranstaltungen mit > 10 Personen in geschlossenen und unzureichend durchlüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln) ODER
    • Kontakt im Haushalt oder Cluster mit Erkältungssymptomen ungeklärter Ursache UND erhöhter 7-Tages-Inzidenz im Land-/Stadtkreis) ODER
    • während des Zeitraums der Symptomatik bestand die Möglichkeit (Expositionssetting) einer Weiterverbreitung an viele Personen ODER
    • weiterhin (prospektiv) enger Kontakt zu vielen Personen oder Risikopatient*innen.
  • Klinische Verschlechterung bei bestehenden Symptomen ODER
  • Enge Kontaktperson zu einem Fall mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion.

Was ist zu tun, wenn die offiziellen Kriterien für eine PCR-Testung nicht erfüllt sind?

Bei sonstigen akuten respiratorischen Symptomen (Erkältung), wenn die Testkriterien nicht erfüllt sind oder das Testergebnis nicht vorliegt, sollen eine häusliche Isolierung für 5 Tage UND danach mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit erfolgen.

Es kann dennoch sinnvoll sein, dass auch bei allgemeinen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, bestimmten Nervenausfällen sowie Hautveränderungen ein Test gemacht wird. Sprechen Sie darüber mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt.

Antigen-Schnelltest

Von verschiedenen Firmen werden Antigen-Schnelltests angeboten. Ihre Testqualität ist nicht ganz so gut wie die des PCR-Tests, aber ihr Ergebnis kann bereits nach kurzer Wartezeit abgelesen werden.

Sie werden vom RKI als Teil der Nationalen Teststrategie in bestimmten Situationen empfohlen, beispielsweise bei Testungen im Rahmen der 3G- oder 2G-Plus-Regelungen, Reihentestungen von Personal in Pflege- und medizinischen Einrichtungen oder bei Besucher*innen solcher Einrichtungen oder in Schulen. Auch bei Einreisenden ist ein solcher Test möglich als Alternative zu einer PCR-Testung.

Inzwischen sind in Deutschland zahlreiche Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung zugelassen. ZEIT ONLINE bietet ein Video zur Durchführung und Interpretation von Selbsttests  und das RKI einen Flyer: Informationen zu Antigentests auf SARS-CoV-2 .

Bei einem positiven Antigen-Schnelltest sollten Sie konsequent Kontakte reduzieren und Kontakt mit Ihrer Hausarztpraxis oder einem Testzentrum aufnehmen, damit das Ergebnis mit einem PCR-Test überprüft werden kann.

Warten auf das Testergebnis

Ist eine Testung aufgrund von Krankheitssymptomen erfolgt, sollte man sich selbst isolieren, bis das Testergebnis vorliegt. Das heißt:

  • Zuhause bleiben.
  • Alle engen Kontakte meiden.
  • Und bei Kontakt zu anderen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Nachweis von Antikörpern

Es gibt auch Tests, mit denen Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen werden können. Sie sind aber zum Nachweis einer akuten Infektion während der Erkrankung nicht geeignet, da Antikörper erst Tage bis Wochen nach dem Auftreten von Beschwerden gebildet werden. Aber das Ergebnis zeigt nicht verlässlich an, ob jemand bereits immun gegen das Virus ist oder nicht. Ein Antikörpernachweis vor eine Booster-Impfung ist nicht erforderlich.

Der Nachweis von Antikörpern wird als Genesenen-Nachweis nicht akzeptiert.

Bildgebung

In einer Computertomografie (CT) mit niedrigerer Strahlendosis (Niedrigdosis-CT) kann bei Betroffenen mit schwerem Husten und/oder Atemnot eine Lungenbeteiligung mit großer Sicherheit festgestellt oder ausgeschlossen werden. Auch eine Lungensonografie kann unter bestimmten Umständen geeignet sein. Eine konventionelle Röntgenuntersuchung der Lunge ist dagegen weniger zuverlässig als eine CT.

Behandlung

Medikamente

Behandlung zuhause

Erkrankte mit leichten erkältungsähnlichen Symptomen können sich zuhause auskurieren und lediglich Medikamente zur Beschwerdelinderung einnehmen, z. B. zur Fiebersenkung.

Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 (z. B. fortgeschrittenes Alter, Adipositas, Vorerkrankungen, Immunsuppression) sollten sich bei ihren Haus- oder Fachärzt*innen melden, um prüfen zu lassen, ob eine frühzeitige Therapie mit SARS-CoV-2-spezifischen monoklonalen Antikörpern eingeleitet werden sollte. Allerdings sind die meisten Antikörperpräparate nicht oder nur eingeschränkt gegen die Omikron-Variante wirksam.

In kleineren Studien konnte eine Wirkung des Asthmasprays mit dem kortisonähnlichen Wirkstoff Budesonid auf die Krankheitsdauer und den Verlauf nachgewiesen werden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) sollte bei älteren und/oder vorerkrankten Patient*innen eine Behandlung mit Budesonid-Spray angeboten werden.

Außerdem sollte bei älteren und/oder vorerkrankten Personen mit leicht erhöhten D-Dimer-Werten (die bei starker Erhöhung eine Thrombose anzeigen) vorbeugend der Gerinnungshemmer niedermolekulares Heparin verabreicht werden.

Falls eine Fiebersenkung notwendig ist, sollten ältere Patient*innen bevorzugt Paracetamol statt Ibuprofen einnehmen.

Behandlung in der Klinik

Patient*innen mit schweren Symptomen werden im Krankenhaus ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, falls erforderlich, bei der Atmung unterstützt und entsprechend möglicher anderer Symptome bzw. Komplikationen behandelt.

Studiendaten zeigen, dass die Sterblichkeit bei schwerkranken COVID-19-Patient*innen durch das kortisonähnliche Medikament Dexamethason gesenkt werden kann. Es wird zur Behandlung von schwer Erkrankten empfohlen, die Hilfe beim Atmen benötigen. Inzwischen gibt es weitere Medikamente, die nachweislich die Sterblichkeit an COVID-19 senken: monoklonale Antikörper, Januskinase-Inhibitoren, Tocilizumab und Gerinnungshemmung in bestimmten Fällen.

Hausmittel

Für unspezifische „antivirale" Therapien gegen Coronaviren wie Rotalgenextrakt, Zistrosenextrakt, Grüntee-Komplex, Vitamin D und Vitamin C gibt es keinerlei Wirksamkeitsnachweise. Ältere Personen, besonders Bewohner*innen von Senioreneinrichtungen, sollten allerdings grundsätzlich mit ausreichend Vitamin D versorgt werden.

Neue Medikamente

In den Medien wird derzeit über die neu entwickelten Medikamente Molnupiravir sowie Nirmatrelvir in Kombination mit Ritonavir (Paxlovid) berichtet. Beide Medikamente sind zum Einsatz bis zu 5 Tage nach Krankheitsbeginn bei Hochrisikopatient*innen vorgesehen, die weder geimpft noch genesen sind. Untersuchungen zur Anwendung bei Geimpften gibt es nicht.

Molnupiravir wird aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen und der Gefahr der Fruchtschädigung bei Schwangeren bei gleichzeitig nicht besonders guter Wirkung gegen SARS-CoV-2 derzeit nicht empfohlen.

Nirmatrelvir in Kombination mit Ritonavir kann zu sehr schwerwiegenden Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen. Der Einsatz dieses Kombi-Präparats kann allenfalls in nur besonderen Einzelfällen erwogen werden.

Was können Sie und Ihre Angehörigen tun, wenn Sie an COVID-19 erkrankt sind?

In den meisten Fällen kann eine COVID-19-Erkrankung zuhause auskuriert werden. In der Regel ähneln die Symptome anderen Virusinfektionen der oberen Atemwege (Erkältung) und/oder einer leichten Magen-Darm-Infektion. Es gibt auch hierfür keine speziellen Medikamente. Sie sollten sich für mindestens 14 Tage zu Hause isolieren. Die Isolation kann nach frühestens 48 Stunden Beschwerdefreiheit (oder nachhaltiger Besserung nach ärztlicher Einschätzung) aufgehoben werden.

Ruhen Sie sich aus und trinken Sie ausreichend. Bei Fieber kann Paracetamol eingenommen werden, bei Schnupfen können kochsalzhaltige oder abschwellende Nasensprays lindernd wirken.

Wichtig ist, dass Sie bei Zunahme Ihrer Beschwerden, z. B. Atemnot oder steigendem Fieber, Kontakt zu Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin aufnehmen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 anrufen, bei schwerer Atemnot den Rettungsdienst unter 112.

Während Ihrer Erkrankung sollten Sie Kontakte mit anderen vermeiden, auch in Ihrem eigenen Haushalt, außerdem gut lüften und, wenn möglich, Mahlzeiten gesondert einnehmen, allein schlafen und Einmalhandtücher zum Händewaschen verwenden. Bei Kontakt zu anderen Mitgliedern Ihres Haushaltes sollten Sie und alle anwesenden Personen eine medizinische Maske tragen und im selben Raum einen Abstand von 1,5 m einhalten.

Häufig berührte Oberflächen und ein gemeinsam benutztes Bad sollten täglich gereinigt und ggf. mit einem begrenzt viruziden Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Ihre benutzten Taschentücher sowie anderen Abfall sollten Sie zunächst in einen eigenen Abfalleimer mit Deckel in Ihrem Krankenzimmer werfen, dessen Inhalt dann später in einem zugeknoteten Müllsack im Hausmüll entsorgt wird.

Siehe auch die Flyer:

Vorbeugung

Durch welche Maßnahmen kann ich mich und andere schützen?

Präventionsmaßnahmen spielen bei Infektionen mit Coronaviren eine entscheidende Rolle.

Als risikoreich gilt z. B. direktes Anhusten oder ein direktes Gespräch über 15 Minuten mit einer infizierten Person. Ein etwas geringeres Risiko besteht beim Aufenthalt im selben Raum (z. B. Klassenzimmer, aber ohne längeres direktes Gespräch).

Einhalten der Hustenetikette (s. u.), regelmäßiges Händewaschen sowie Befolgen der Abstandsregeln (ca. 1,5 m) schützen vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Aufs Händeschütteln und auf Umarmungen zur Begrüßung sollte verzichtet werden. Personen mit Atemwegssymptomen sollten nach Möglichkeit zuhause bleiben. Wo dies geboten ist, soll ein Mundschutz getragen werden, insbesondere dort, wo Abstandsregeln nicht eingehalten werden können (in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen).

Befolgen der AHA+L+A-Regeln:

  • Abstand halten.
  • Hygiene beachten.
  • Alltagsmaske tragen.
  • Lüften.
  • App (Corona-Warn-App nutzen).

Regeln der sog. Hustenetikette:

  • Beim Husten Abstand halten und sich abwenden.
  • Nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge oder in ein Papiertaschentuch husten oder niesen.
  • Danach gründlich die Hände waschen.

Weitere Verhaltensempfehlungen sind:

  • Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen.
  • Die Vorgaben der Behörden befolgen.
  • Kontakte generell reduzieren.
  • Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Möglichkeit vermeiden.
  • Nach Möglichkeit von zu Hause arbeiten.

Das RKI gibt folgende Hinweise zur Vermeidung von sog. „Superspreading Events“, d. h. Situationen, in denen eine Einzelperson mehrere andere Personen anstecken kann:

  • Draußen ist viel besser als drinnen.
  • Große Räume sind besser als kleine.
  • Gut belüftete Räume sind besser als nicht oder schlecht belüftete.
  • Ein kürzerer Aufenthalt mit zwischenzeitlicher ausreichender Lüftung ist besser als ein zu langer Aufenthalt.

Das RKI bietet einen Info-Flyer Vier Tipps gegen Corona .

Mundschutz (Mund-Nasen-Schutz)

Bundesweit ist das Tragen medizinischer Masken beim Einkaufen und im ÖPNV Pflicht, also von OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz) oder FFP2-Masken. Selbstgenähte Stoffmasken, andere Alltagsmasken und Gesichtsvisiere sind nicht mehr erlaubt. Laut aktuellen Studiendaten schützen FFP-2-Masken sehr gut vor einer Virusübertragung. Der Schutz durch das Tragen einer OP-Maske ist deutlich geringer.

Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist das Tragen einer Maske für Kinder ab dem Grundschulalter „zumutbar“.

Die Maske sollte korrekt sitzen und nach Durchfeuchtung gewechselt werden. Sie darf während des Tragens nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft und auch nicht um den Hals getragen werden.

Weitere Informationen zum Tragen, Reinigen und Anlegen eines Mund-Nasen-Schutzes finden Sie in den Empfehlungen des BfArM .

Impfung gegen COVID-19

Impfempfehlung

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Impfstoff der Firma BioNTech/Pfizer (Comirnaty), den Impfstoff der Firma Moderna (Spikevax), den der Firma AstraZeneca (Vaxzevria) sowie den der Firma Johnson&Johnson (Janssen) zugelassen. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt den Einsatz aller vier Impfstoffe.

Die Impfstoffe von BioNTech, Moderna (und eigentlich auch AstraZeneca) müssen zweimal in den Oberarmmuskel verabreicht werden. Bei BioNTech und Moderna gilt ein Impfabstand von 3–6 bzw. 4–6 Wochen. Die STIKO empfiehlt für Personen, die den Impfstoff von AstraZeneca als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand.

Der Vektorimpfstoff der Firma Johnson&Johnson muss nur einmal verabreicht werden.

Die Impfstoffe der Firmen AstraZeneca und Johnson&Johnson werden von der STIKO erst ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen, da Nebenwirkungen mit ungewöhnlichen Blutgerinnseln, beispielsweise der Hirnvenen, vor allem bei Patient*innen unter 55 Jahren aufgetreten sind. Der Impfstoff Spikevax der Firma Moderna ist wegen des erhöhten Risikos für Herzmuskelentzündung bei jungen Menschen für Personen unter 30 Jahren sowie bei Schwangeren nicht mehr empfohlen.

Neuer Impfstoff der Firma Novavax

Die EMA befürwortet die Zulassung des Proteinimpfstoffes der Firma Novavax. Dieser Impfstoff ist als Totimpfstoff anzusehen und war in der Zulassungsstudie wirksam und verträglich. Er enthält einen Wirkbeschleuniger (Matrix M1). Auch dieser Impfstoff wurde gegen die Wildtypvariante von SARS-CoV-2 entwickelt. Die Wirkung gegen die Omikron-Variante ist nicht untersucht. Zu diesem Impfstoff gibt es noch keine STIKO-Empfehlung.

Dauer der Schutzwirkung

Die Ansteckungsfähigkeit bei nach einer Impfung mit SARS-CoV-2-infizierten Personen ist nach derzeitiger Datenlage vermindert. Das RKI empfiehlt eine Impfquote von 85 % der 12- bis 59-Jährigen bzw. 90 % bei Personen ab 60 Jahren.

Insbesondere ist bei multimorbiden, älteren Menschen die Impfeffektivität geringer und weniger langanhaltend als in der jüngeren Bevölkerung. Das Risiko eines Impfdurchbruchs nimmt mit dem Alter zu.

Auffrischimpfung (Booster)

Die STIKO empfiehlt eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff für Personen ab 12 Jahren, bevorzugt werden sollen Bewohner*innen und Personal in Pflegeeinrichtungen, medizinisches Personal und Personen mit Immunschwäche. Eine Auffrischimpfung kann bereits ab dem vollendeten 3. Monat nach der aus zwei Impfstoffdosen bestehenden Grundimmunisierung verabreicht werden. Schwangere ab dem 2. Trimenon sollen ebenfalls eine Auffrischung erhalten (nur Cormirnaty).

Ein Wechsel des mRNA-Impfstoffes zwischen Grundimmunisierung und Booster-Impfung ist unproblematisch (z. B. Grundimmunisierung mit Comirnaty oder Vaxzevria + Comirnaty und Booster-Impfung mit Spikevax). Zur Auffrischimpfung bei Kindern ab 12 Jahren soll Cormirnaty verwendet werden.

Personen mit labordiagnostisch gesicherter Infektion vor oder nach einer COVID-19-Impfung sollen eine Auffrischung im Abstand von 3 Monaten nach der Impfung bzw. der Infektion erhalten.

Personen, die mit dem Impfstoff Janssen einmalig geimpft wurden, soll unabhängig vom Alter eine zusätzliche Dosis eines mRNA-Impfstoffes angeboten werden (das ist dann Teil der Grundimmunisierung, keine Booster-Impfung).

Antikörperbestimmung vor der Auffrischung?

Fälschlicherweise nehmen viele Menschen an, dass bei hohem Antikörperspiegel nach der Grundimmunisierung gegen COVID-19 oder einer SARS-CoV-2-Infektion keine (Auffrisch-)Impfung verabreicht werden sollte. Das ist nicht der Fall.

Ein Antikörpertest mit der Frage, ob eine Auffrischung benötigt wird, ist nicht empfohlen. Die Höhe der Antikörper lässt keine sicheren Schlüsse auf eine Immunität zu. Eine Impfung trotz eines hohen Antikörpertiters ist ungefährlich.

Impfung bei Kindern 

Die STIKO empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen im Alter von 12–17 Jahren eine Impfung gegen COVID-19 mit dem Impfstoff Comirnaty der Firma BioNTech. Bei Minderjährigen sollte auch der Wille zur Impfung, nicht nur der der Sorgeberechtigten berücksichtigt werden.

Kindern im Alter von 5–11 Jahren mit Vorerkrankungen oder mit Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf im Umfeld empfiehlt die STIKO die Impfung gegen COVID-19 mit zwei Impfstoffdosen Comirnaty (10µg) im Abstand von 3–6 Wochen. Auf individuellen Wunsch können auch Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ohne Vorerkrankungen geimpft werden.

Impfung bei Schwangeren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel und Stillenden eine Impfung gegen Covid-19 mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs. Außerdem empfiehlt die STIKO allen noch nicht geimpften Frauen im gebärfähigen Alter, sich impfen zu lassen, damit bereits vor einer Schwangerschaft ein Schutz vor COVID-19 besteht. Bei Personen unter 30 Jahren und bei Schwangeren ist der Impfstoff Spikevax der Firma Moderna nicht mehr empfohlen.

Impfung bei Personen mit geschwächtem Immunsystem

Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, z. B. unter einer Chemotherapie oder immunsuppressiver Therapie, kann die Wirkung schwächer ausfallen. Personen mit einer Immunschwäche soll laut STIKO mindestens 3 Monate nach der 2. Impfung eine Auffrischimpfung angeboten werden. Kontaktpersonen von Personen mit geschwächtem Immunsystem sollen vollständig geimpft sein.

Impfung bei Genesenen

Personen, die eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen laut STIKO nur einmal geimpft werden. Zum Infektionsnachweis kann eine PCR herangezogen werden. Die Impfung sollte mindestens 3 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung erfolgen. Bei gesicherter asymptomatischer Infektion (ohne Krankheitszeichen) oder bei Kontakt zu neuen, möglicherweise gegen vorhandene Antikörper resistenten Varianten, kann die Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose erfolgen. Wenn die Infektion mit einem Antikörpertest nachgewiesen wurde, kann die notwendige einzelne Impfdosis bereits ab 4 Wochen nach der Untersuchung gegeben werden.

Allgemeine Nebenwirkungen der Impfstoffe

Bei allen empfohlenen Impfstoffen wurden mehr oder weniger häufig Nebenwirkungen angegeben, die auch von anderen Impfungen bekannt sind, wie Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl. Gegen diese allgemeinen Nebenwirkungen können zur Linderung Paracetamol 500 mg oder Ibuprofen 400 mg eingenommen werden. Eine Einnahme vor der Impfung wird nicht empfohlen.

Immer wieder wird im Zusammenhang mit einer Impfung gegen COVID-19 über Zyklusstörungen berichtet. Diese sind nach Einschätzung des RKI vorübergehend und haben keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit (Fertilität) einer Frau.

Nebenwirkungen der Vektorimpfstoffe

Sehr selten kann es bei jüngeren Personen in Zusammenhang mit der ersten Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu einer Gerinnungsstörung mit einem Auftreten von Hirnvenenthrombosen kommen. Deshalb werden diese Impfstoffe in Deutschland nur noch für Personen ab 60 Jahren empfohlen. Personen, die eine erste Dosis mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben, sollen nach mindestens 4 Wochen eine Impfung mit einem Impfstoff der Firmen BioNTech oder Moderna erhalten.

Im Zusammenhang mit den Impfstoffen der Firmen Johnson&Johnson und AstraZeneca sind in sehr seltenen Fällen aufsteigende Nervenlähmungen aufgetreten (Guillain-Barré-Syndrom).

Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe

Zunächst aus Israel und dann aus weiteren Ländern wurde über seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) bei jüngeren Personen nach der zweiten Impfung mit mRNA-Impfstoffen (BioNTech und Moderna) berichtet. Nach der Impfung mit dem Impfstoff Spikevax der Firma Moderna ist das Myokarditisrisiko höher als nach der Impfung mit Comirnaty von BioNTech. Deshalb ist Spikevax für Personen unter 30 Jahren nicht mehr empfohlen. Bei der Impfung von jungen Menschen mit Comirnaty wird dazu geraten, über Symptome einer Myokarditis (Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Herzklopfen) zu informieren und in den ersten Tagen nach der Impfung auf stärkere sportliche Belastungen zu verzichten.

Wirksamkeit gegen die Delta-Variante

Eine vollständige Impfung bietet einen guten Schutz vor einer notwendigen Klinikeinweisung und sehr guten Schutz vor einer Behandlung auf Intensivstation und dem Tod durch COVID-19. Für einen guten Schutz gegen die Variante Delta ist eine vollständige Impfung mit zwei Impfungen erforderlich. Eine einmalige Impfung bietet nur einen unvollständigen Schutz.

Der Impfstoff Janssen der Firma Johnson&Johnson bietet einen deutlich geringeren Schutz, deshalb wird eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff der Formen BioNTech oder Moderna schon 4 Wochen nach der Verabreichung des Janssen-Impfstoffes empfohlen.

Siehe RKI-Flyer: Warum steigende Zahlen von Impfdurchbrüchen kein Zeichen für fehlenden Impfschutz sind 

Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante

Das RKI schätzt die Gefährdung der grundimmunisierten oder genesenen Bevölkerung durch Omikron als hoch ein, die von Personen mit einer Auffrischimpfung (Booster-Impfung) als moderat.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass nach einer Grundimmunisierung bereits nach 15 Wochen kein ausreichender Schutz mehr gegen die Omikron-Variante vorhanden ist. Mit einer Booster-Impfung kann ein guter Schutz gegen schwere Erkrankungen durch die Omikron-Variante erreicht werden.

Digitaler Impfnachweis

Das RKI bietet hierfür die kostenlose CovPass-App . Ein digitaler Impfnachweis kann auch in der Corona-Warn-App  hinzugefügt werden. Hinweise zur praktischen Umsetzung bieten die FAQ zum digitalen Impfnachweis des BMG .

Attest für eine Kontraindikation gegen die Impfung

Absolute Kontraindikationen für eine Impfung gegen SARS-CoV-2 sind extrem selten. Die Ausstellung eines Attests ist daher nur in absoluten Ausnahmefällen notwendig und zu rechtfertigen. Zu den Kontraindikationen gehören schwere Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffes (allerdings kann dann ein anderer Impfstoff verabreicht werden). Eine Schwangerschaft im ersten Schwangerschaftsdrittel kann ein Grund für die Ausstellung eines Attests sein (obwohl eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff im ersten Drittel grundsätzlich erlaubt, aber nicht von der STIKO empfohlen ist).

Informationen zur Impfung

Maßnahmen in Deutschland

In Deutschland haben die Behörden Maßnahmen ergriffen, um die weitere Verbreitung des Virus zu verlangsamen und besonders gefährdete Personengruppen (z. B. Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen) zu schützen. Es wird also eine Strategie der Eindämmung (Containment) und des Schutzes gefährdeter Personen (Protection) verfolgt.

Tragen von Masken

Das Tragen einer medizinischen Maske ist beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln in allen Bundesländern Pflicht. Detaillierte Informationen finden Sie auf der Website der Bundesregierung .

3G-/2G-Regeln und Tests

Bundesweit gilt die 3G-Regel  ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35/100.000:

  • Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete, z. B. bei Besuchen in Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Innengastronomie, Beherbergung, Veranstaltungen in Innenräumen oder im Friseursalon
  • Getestete: PCR vor max. 48 Stunden, Antigen-Schnelltest vor max. 24 Stunden
  • Genesene: Datum eines positiven PCR-Tests vor mindestens 28 Tagen, gültig bis maximal 90 Tage

Mit der steigenden Inzidenz gelten häufig, abhängig vom Bundesland und den jeweiligen Veranstaltungen, auch die 2G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene) oder die 2G-Plus-Regel (Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene mit zusätzlich einem aktuellen negativen Schnelltest oder Nachweis einer Booster-Impfung).

Auch Geimpfte und Personen mit Auffrischimpfung sollen vor dem Besuch von Älteren oder Risikopersonen einen Antigen-Schnelltest machen.

Kinderkrankengeld

Eltern können im Jahr 2021 auch Kinderkrankengeld beziehen, wenn Schule oder Kita coronabedingt geschlossen sind, also wenn das Kind nicht krank ist. Hierfür benötigen Eltern (auf Verlangen der Krankenkasse) eine Bescheinigung der Einrichtung. Es ist also keine Arztbesuch nötig. Weitere Details müssen bei der Krankenkasse erfragt und mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden.

Corona-Warn-App

Seit 16.06.2020 ist die Corona-Warn-App der Bundesregierung im Einsatz. So soll die Nachverfolgung von Personen erleichtert werden, die unwissentlich Kontakt zu einem SARS-CoV-2-Infizierten hatten. Weitere Informationen finden Sie im RKI-Dokument Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App .

Abstriche zur SARS-CoV-2-Testung nach Warnhinweis über die App sind Kassenleistung.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen finden Sie im RKI-Flyer Welches Risiko gehe ich bei einem Besuch einer 2G- oder 3G-Veranstaltung diesen Herbst/Winter ein?  und im RKI-Flyer Sicher durch den Winter .

Die Situation ändert sich sehr schnell. Bitte verfolgen Sie die aktuellen Meldungen der Tagesmedien, z. B. www.tagesschau.de . Informationen zu Ihrem Bundesland finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Landesregierungen .

Regeln für den Reiseverkehr

Zahlreiche, auch europäische, Regionen und Staaten werden laut RKI aktuell als Hochrisikogebiete (bisher Hochinzidenzgebiete) und Virusvariantengebiete ausgewiesen. Die Kategorie „einfaches Risikogebiet“ gibt es vorerst nicht mehr. Weiterführende tagesaktuelle Informationen finden Sie bei den RKI-Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete .

Testnachweise und Quarantäne bei Einreise

Bei Einreise nach Deutschland ist unter einreiseanmeldung.de  eine digitale Einreiseanmeldung auszufüllen, siehe Regelungen für Einreisende des BMG .

Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland ab einem Alter von 6 Jahren müssen bei Einreise einen negativen Antigentest oder PCR-Test vorweisen können. Antigentests dürfen maximal 48 und PCR-Tests maximal 72 Stunden alt sein. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet dürfen Schnelltests maximal 24 Stunden alt sein. Die Nachweispflicht gilt unabhängig von der Art des Verkehrsmittels und unabhängig davon, ob die Einreise aus einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet erfolgt oder nicht. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet müssen auch Geimpfte und Genesene einen Test vorlegen.

Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen nach ihrer Einreise unverzüglich für 10 Tage in Quarantäne. Bei Vorlage eines Impf- oder Genesenennachweises, endet die Quarantäne sofort bzw. ist nicht nötig. Frühestens 5 Tage nach Einreise kann die Quarantäne durch einen negativen Test aufgehoben werden. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet gilt eine 14-tägige Quarantäne. Diese kann nicht verkürzt werden, auch nicht bei Kindern, Geimpften oder Genesenen. Allerdings endet die Quarantäne automatisch, sobald ein Gebiet vom RKI nicht mehr als Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet gelistet ist.

Reisewarnungen

Es gelten länderspezifische Reisehinweise des Auswärtigen Amtes  grundsätzlich für alle Länder, die als Virusvarianten- oder Hochrisikogebiet eingestuft sind. 

Meldung an das Gesundheitsamt

Haben Ärzt*innen den Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 oder wird diese bestätigt, muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wer muss in Quarantäne?

Kontaktpersonen von Personen mit einer labordiagnostisch nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 mit erhöhtem Ansteckungsrisiko müssen in häuslicher Quarantäne beobachtet werden. Kontakte mit anderen Personen sollen, soweit möglich, reduziert werden. Diese Maßnahmen werden vom Gesundheitsamt auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes angeordnet. Diesen Anordnungen muss Folge geleistet werden. Ausfallender Arbeitsverdienst wird ab 01.11.2021 für Nicht-Geimpfte nicht mehr erstattet, außer es sprechen medizinische Gründe gegen eine Impfung.

Kontaktpersonen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko sind Personen, die beispielsweise ohne adäquaten Schutz (also MNS oder FFP2-Maske) einen direkten Gesprächskontakt mit einem nachweislich Infizierten oder Kontakt mit seinen Atemwegssekreten hatten (z. B. direkt angehustet wurden). Auch Personen, die sich in einem Raum mit einer hohen Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten haben, gelten als enge Kontaktpersonen. Bei Schulklassen gelten Sitznachbar*innen und enge Freund*innen als enge Kontaktpersonen. Als infektiöser Zeitraum bei der infizierten Person (Quellfall) gilt der Zeitraum von 2 Tagen vor den ersten Symptomen des Quellfalls (oder dem positiven SARS-CoV-2-Test bei Personen ohne Symptome) bis 14 Tage nach Symptombeginn (oder positivem Test).

Für enge Kontaktpersonen gilt (auch bei einer Infektion mit der Omikron-Variante) eine Quarantänepflicht von 10 Tagen – gerechnet ab dem Tag nach dem letzten Tag des Kontaktes zur infizierten Person. Die Quarantäne kann ab dem 7. Tag mit einem PCR-Test oder durch einen negativen Antigen-Schnelltest (kein Selbsttest) verkürzt werden.

Für medizinisches Personal oder Pflegepersonal gelten dieselben Regeln. Schul- und Kita-Kinder können ab dem 5. Tag mit einem negativen PCR- oder zertifizierten Antigentest aus der Quarantäne entlassen werden, wenn in Kita oder Schule regelmäßige Tests durchgeführt werden.

Ausnahmen von der Quarantäne: Personen mit Auffrischimpfung (Booster), Genesene mit einer Impfung, Personen mit Grundimmunisierung (2 x geimpft) bis 90 Tage nach der impfung und Genesene ab dem 38. Tag bis 90 Tage nach dem positiven Test. Personen, die von der Quarantäne ausgenommen sind, sollten eine sofortige PCR-Testung durchführen lassen, sich bei Symptomen für einen PCR-Test an ihre Ärzt*innen wenden und bis zum 14. Tag nach der letzten Exposition bei Kontakt mit anderen Personen eine medizinische Maske tragen.

Personen, die in Quarantäne waren, sollten bis zum 14. Tag nach dem letzten Kontakt mit der infektiösen Person Kontakte reduzieren und bei Kontakt mit anderen Personen eine medizinische Maske tragen. Bei Symptomen sollte ein PCR-Test veranlasst werden.

Informationen zur Quarantäne für Reisende finden Sie im Abschnitt Regeln für den Reiseverkehr.

Wer muss isoliert werden?

Erkrankte Personen, die sich nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, werden isoliert, damit die Gefahr, andere anzustecken, vermindert wird. Leicht erkrankte Patient*innen können zuhause isoliert werden. Schwer erkrankte Betroffene werden in eine Klinik eingewiesen und dort isoliert. Die Isolierung wird ebenfalls vom Gesundheitsamt angeordnet.

Eine häusliche Isolierung dauert 10 Tage und kann frühestens 7 Tage nach Symptombeginn beendet werden, wenn zuvor 48 Stunden Symptomfreiheit bestand und ein frühestens am Tag 7 abgenommener negativer PCR- oder zertifizierter Antigentest vorliegt (kein Selbsttest). Diese Regel gilt auch für Kita- und Schulkinder. Medizinisches und Pflegepersonal benötigt zur Aufhebung einer Isolierung nach 7 Tagen einen PCR-Test (kein Antigentest).

Nach Beendigung der Isolierung ist bis zum Tag 14 nach Beginn der Symptome eine Kontaktreduktion und das Tragen einer medizinischen Maske im Kontakt mit anderen Personen empfohlen.

Personen, bei denen ein begründeter Verdacht (s. o.) auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht, müssen bis zum Eintreffen des Abstrichergebnisses ebenfalls unter Kontaktreduktion im häuslichen Umfeld bleiben. Dabei sollen enge Kontakte gemieden, Händehygiene beachtet und bei Kontakt zu anderen ein Mundschutz getragen werden.

Verlauf und Prognose

35 % der Infektionen verlaufen asymptomatisch (47 % bei Kindern und Jugendlichen, 32 % bei Erwachsenen bis 59 Jahren und 20 % bei über 60-Jährigen). 45–55 % verlaufen mild bis moderat. 15 % der Infizierten müssen stationär aufgenommen werden, davon 14–37 % auf Intensivstation.

Für COVID-19 sind die Zahlen zur Sterblichkeit nicht ganz genau bekannt, weil wir nicht wissen, wie viele Personen, auch ohne Krankheitszeichen, infiziert sind. Man geht von einer Sterblichkeitsrate von etwa 0,4–0,9 % aus.

Den derzeitigen Erfahrungen zufolge sind jedoch v. a. Menschen im Alter über 65 Jahre bzw. insbesondere über 80 Jahre betroffen, oder Personen, die bereits an chronischen Krankheiten leiden. In diesen Gruppen liegt die Sterblichkeit höher.

Komplikationen

Entzündliche Multiorganerkrankung

Aus Ländern mit hohen Erkrankungszahlen wird von Fällen einer entzündlichen Multiorganerkrankung bei Kindern berichtet, die dem selten bei Kindern auftretenden Kawasaki-Syndrom ähnelt. Diese Erkrankung wird als Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) bezeichnet. Sie ist insgesamt sehr selten.

Post-COVID/Long-COVID

Berichte, aber auch Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien, zeigen, dass manche COVID-19-Erkrankte auch nach ihrer Genesung von der akuten Erkrankung unter langwierigen Beschwerden leiden. Beschwerden länger als 4 Wochen nach einer Infektion werden als Long-COVID bezeichnet. Beschwerden, die mehr als 12 Woche anhalten, werden Post-COVID genannt.

Lange Erholungszeiten sind auch nach anderen Virusinfektionen keine Seltenheit. Besonders nach einer schweren Lungenerkrankung oder einer Behandlung auf einer Intensivstation sind lange Erholungszeiten generell nicht ungewöhnlich.

Zu Symptomen von Long-COVID können u. a. Müdigkeit, geringe körperliche Belastbarkeit, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Haarausfall, Angst/Depression und Konzentrationsstörungen gehören. Auch Fieber, Husten, Hautausschläge, Atemnot bei Belastung, Brustenge, Schwindel und weitere Symptome können vorkommen.

Derzeit gibt es noch keine verlässlichen Daten über den Anteil der Erkrankten mit Langzeitfolgen, in manchen Studien ist von bis zu 15 % der COVID-Erkrankten die Rede. Nach sehr milden oder asymptomatischen Erkrankungen ist der Anteil deutlich geringer.

Spezielle Tests oder Untersuchungsmethoden, um Long-/Post-COVID festzustellen, gibt es nicht. Um andere Erkrankungen auszuschließen, können aber Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung gemessen werden. Zusätzlich können einfache Bluttests, wie Blutbild, Entzündungswert, Nierenwerte, Schilddrüsenwerte, Leberwerte und eine Urinuntersuchung angeordnet werden. Wenn sich kein Hinweis auf eine ernste Erkrankung ergibt, wird die Hausärztin/der Hausarzt in den meisten Fällen zunächst einmal abwarten, wie sich die Beschwerden entwickeln.

Eine spezielle Behandlung gibt es nicht. Die Therapie orientiert sich am Beschwerdebild.

Herzmuskelerkrankung

SARS-CoC-2 kann, wie viele Viren, eine Herzmuskelentzündung verursachen. Wenn Sie von einer COVID-19-Erkrankung wieder genesen sind, sollten Sie vor einer Wiederaufnahme sportlicher Betätigung oder gar Leistungssport den Rat Ihrer Hausärztin/Ihres Hausarztes einholen.

Weitere Informationen

Deximed

DEGAM

Robert Koch-Institut

Harding-Zentrum für Risikokompetenz

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Bundesregierung

Bundesministerium für Gesundheit

ZEIT ONLINE

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Paul-Ehrlich-Institut

Charité Berlin

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Nachbarschaftshilfe

Autorin

  • Marlies Karsch-Völk, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, München

Quellen

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19), respiratorische Erkrankung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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