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Atemwegserkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19)

COVID-19 ist eine Atemwegserkrankung, die einen schweren Verlauf nehmen kann. Anfang Januar 2020 wurde als Ursache das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 in China nachgewiesen. COVID-19 verläuft als Pandemie.

Zuletzt überarbeitet:



 Aktuelle Informationen zum Coronavirus von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Schützen!

Mit einfachen Maßnahmen können auch Sie helfen, sich selbst und andere vor Ansteckungen zu schützen, Krankheitszeichen zu erkennen und Hilfe zu finden.

Halten Sie beim Husten und Niesen größtmöglichen Abstand – drehen Sie sich am besten weg. Niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das Sie danach entsorgen. Vermeiden Sie Berührungen, wenn Sie andere Menschen begrüßen, und waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife. Halten Sie > 1,5 m Abstand und tragen Sie einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske dort, wo sie lokal empfohlen ist. Bleiben Sie zu Hause und reduzieren Sie direkte Kontakte, besonders zu Risikogruppen.

Befolgen Sie die AHA+L+A-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske+Lüften+Nutzung der Corona-Warn-App

Erkennen!

Erste Krankheitszeichen können Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Schwäche, aber auch Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen sein. COVID-19 kann aber auch unbemerkt bleiben oder sehr leicht verlaufen. Bei einem schweren Verlauf können unter anderem Atemnot oder eine Lungenentzündung eintreten. Nach einer Ansteckung können Krankheitssymptome bis zu 14 Tage später auftreten.

Handeln!

Sollten eines oder mehrere der oben beschriebenen Krankheitszeichen auftreten, vermeiden Sie unnötige Kontakte zu weiteren Personen und bleiben Sie zu Hause. Kontaktieren Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt per Telefon, oder wenden Sie sich an die Nummer 116 117 und fragen Sie nach einem COVID-19-Test und besprechen das weitere Vorgehen, bevor Sie in die Praxis gehen. Hatten Sie Kontakt zu einer Person mit einer solchen Erkrankung oder haben Sie sich in einer Region mit erhöhten Infektionszahlen oder einem Risikogebiet aufgehalten? Weisen Sie darauf hin, falls Sie Teil einer Risikogruppe sind. Wenn Sie nicht durchkommen, versuchen Sie es erneut! Bei akuter Atemnot rufen Sie notärztliche Hilfe: Tel. 112!

Weitere Informationen finden Sie hier 

Was ist SARS-CoV-2?

Im Dezember 2019 kam es gehäuft zu Lungenentzündungen, verursacht durch ein neuartiges Coronavirus in der Metropole Wuhan, China. Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den Beta-Coronaviren und wird seit Februar kurz als SARS-CoV-2 bezeichnet. Die dadurch verursachte Erkrankung trägt den Namen COVID-19 (Coronavirus Disease 19). Das Virus wurde wohl zunächst von Wildtieren auf den Menschen übertragen.

Häufigkeit

Weltweit wurden Millionen Infektionen gemeldet. Es wird vermutet, dass die eigentliche Zahl der Infizierten weltweit und in Deutschland viel höher liegt als über gemeldete Fälle bekannt ist, da viele Erkrankte nur leichte Symptome aufweisen und wahrscheinlich gar nicht getestet werden.

Es gab weltweit Millionen Todesfälle infolge der Infektion, darunter auch zahlreiche Mitarbeiter*innen in Kliniken und Praxen. An COVID-19 sind bisher vorwiegend ältere Personen oder Patient*innen mit Vorerkrankungen gestorben. Über die tagesaktuellen internationalen Zahlen der Infektionsfälle, Todesfälle und genesenen Erkrankten informiert das Dashboard  der Johns Hopkins University (hier werden Zahlen sehr schnell veröffentlicht, aber die Datengrundlage ist oft nicht behördlich bestätigt). Zahlen für Deutschland finden Sie auf dem COVID-19-Dashboard des RKI  (diese Angaben werden manchmal zeitverzögert veröffentlicht, sind aber behördlich bestätigt). Aktuelle Infektionszahlen zu bestimmten Städten und Landkreisen sind mittels Suche nach Postleitzahlen unter COVID-PLZ-Check  zu finden.

Neue besorgniserregende Virusvarianten

  • Die Virusvariante Delta (früher: Indische Variante) ist ansteckender und führt zu mehr schweren Verläufen als die ursprüngliche Virusvariante aus Wuhan (Wildtyp SARS-CoV-2). Sie wird derzeit bei mehr als 99 % aller Fälle mit COVID-19 in Deutschland nachgewiesen.
  • Die Virusvarianten Alpha (aus Großbritannien, bis vor einigen Wochen die vorherrschende Variante in Deutschland), Beta (früher: Südafrikanische Variante) und Gamma (früher: Brasilianische Variante) kommen derzeit in Deutschland so gut wie nicht vor.

Ursachen und Übertragung

Das Virus ist sehr ansteckend. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion und über sehr kleine Tröpfchenkerne (Aerosole), durch Husten oder Niesen in unmittelbarer Nähe einer anderen Person sowie Sprechen, Singen in der Gruppe etc.

Das RKI schätzt das Übertragungsrisiko durch Tröpfchen und Aerosole folgendermaßen ein: „Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen im Umkreis von 1–2 m um eine infizierte Person herum erhöht. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole – auch über längere Zeit – in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen.

Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 2 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt und exponierte Personen besonders tief einatmen.“

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit (also die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung) 10–14 Tage betragen kann, durchschnittlich liegt sie bei 5–7 Tagen.

Studienergebnisse weisen darauf hin, dass infizierte Personen bereits ansteckend sein können, bevor sie Symptome zeigen. Viele infizierte Menschen zeigen nur wenige oder auch gar keine Symptome und können das Virus trotzdem übertragen. Auch Kinder mit leichtem Verlauf oder ohne Symptome können die Krankheit übertragen.

Laut RKI kommen Übertragungen im Außenbereich insgesamt selten vor. Bei gleichzeitiger Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering. Wenn der Mindestabstand von 1,5 m aber ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterschritten wird (bei größeren Menschenansammlungen oder wenn mehrere Personen an einem Tisch sitzen), ist das Risiko einer Übertragung auch im Freien erhöht.

Ansteckungsfähigkeit

Dauer

Laut den bisher bekannten Daten sind Infizierte bereits an den Tagen vor dem Auftreten von Beschwerden ansteckend für andere Personen. Am größten ist die Ansteckungsfähigkeit an den Tagen vor dem Beginn der Beschwerden und in den ersten Tagen der Erkrankung. Laut Datenlage dauert die Ansteckungsfähigkeit bei milder bis mäßig schwerer Erkrankung nicht länger als 10 Tage. Schwer Erkrankte können deutlich länger als 10 Tage ansteckend sein.

Immunität

Ein Großteil der Personen, die an COVID-19 erkrankt waren und wieder gesund sind, hat Antikörper gegen das SARS-CoV-2 entwickelt. Jedoch nimmt die Menge neutralisierender Antikörper, insbesondere bei Personen mit milder oder unbemerkter Infektion, mit der Zeit ab. Bei Betroffenen, bei denen keine Antikörper nachgewiesen wurden, konnten dennoch T-Zellen (Immunzellen) nachgewiesen werden. T-Zellen könnten auch bei fehlendem Antikörpernachweis Schutz bieten.

Man geht davon aus, dass für bereits von COVID-19 genesenen Personen die Gefahr, noch einmal zu erkranken, in den ersten Monaten nach der Infektion sehr gering ist. Genauere Daten zur Dauer der Immunität gegen SARS-CoV-2 gibt es noch nicht. 

Symptome

Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus können Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit sowie Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost sein. Häufig kommt es zu einem vorübergehenden Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn. Einzelne Betroffene zeigen auch Übelkeit und Durchfall. Manchmal haben Patient*innen mit COVID-19 nur Bauchschmerzen, Durchfall und/oder Übelkeit mit Erbrechen. Selten kommt es auch zu Hautveränderungen, wie z. B. Nesselsucht.

Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein: Symptomlose Verläufe kommen ebenso vor wie schwere Lungenentzündungen (seltener bis hin zu Lungenversagen). 80 % der Erkrankungen verlaufen mild bis moderat. SARS-CoV-2 kann nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organe, wie beispielsweise Herz, Leber, Gehirn und besonders häufig die Nieren befallen.

Risikogruppen

Das Risiko für einen schweren Verlauf ist laut RKI erhöht bei folgenden Personengruppen:

  • ältere Personen (steigendes Risiko ab etwa 50–60 Jahren)
  • Männer
  • Raucher*innen
  • adipöse und stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen
    • des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung)
    • der Lunge (z. B. COPD)
    • Patient*innen mit chronischen Lebererkrankungen
    • mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • mit einer Krebserkrankung
    • mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Kortison).
    • mit einer chronischen Nierenfunktionsstörung.
  • Männliches Geschlecht, Armut, dunkle Hautfarbe und eine Schwangerschaft können ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einhergehen.

Für Angehörige einer Risikogruppe gibt es beim RKI Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf .

Kinder

Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist milder und eher ohne Beschwerden. Aber es können auch, insbesondere bei jüngeren Kindern (Alter unter 1 Monat), schwere Verläufe vorkommen. Die häufigsten Symptome bei Kindern sind Husten und Fieber. Magen-Darm-Symptome treten häufiger auf als bei Erwachsenen.

Schwangerschaft und Wochenbett

Schwangere haben vergleichsweise seltener Symptome (wie Husten und Fieber). Möglicherweise besteht aber ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Das Risiko für eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung), Frühgeburten und Totgeburten ist je nach Schwere der COVID-19-Erkrankung erhöht.

Normalerweise zeigen Kinder von an COVID-19 erkrankten Müttern nach der Geburt keine Krankheitszeichen. Eine Übertragung von der Mutter auf ihr neugeborenes Kind kann aber nicht ausgeschlossen werden, deswegen sollen Wöchnerinnen bei Kontakt mit ihrem Baby, auch beim Stillen, einen Mundschutz tragen und vorher die Hände waschen oder desinfizieren.

Diagnostik

Was tun, wenn ich fürchte, mich angesteckt zu haben?

Wenn Sie an Atemwegssymptomen leiden und fürchten, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, rufen Sie Ihre Hausarztpraxis oder die Nummer 116 117 an. Gehen Sie nicht unangemeldet in eine Praxis oder Notaufnahme. Sollten Sie an Erkältungssymptomen oder anderen Beschwerden leiden, kann Ihnen Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen. Eine AU darf für Patient*innen mit leichten Atemwegserkrankungen nach nur telefonischem Kontakt ausgestellt werden. 

Das RKI bietet einen Informationsflyer COVID-19: Bin ich betroffen und was ist zu tun? 

Allergischer Schnupfen oder COVID-19?

Zahlreiche Menschen leiden unter Heuschnupfen/allergischer Rhinitis und fragen sich, wie Symptome eines allergischen Schnupfens von Symptomen bei COVID-19 zu unterscheiden sind. Wenn Sie unter Heuschnupfen/allergischem Schnupfen leiden, kennen Sie die jährlich ungefähr zur gleichen Zeit auftretenden Symptome wie laufende Nase, Niesen, tränende und brennende Augen sowie leichtes Halskratzen. Zum Beispiel bei Allergie gegen Hausstaubmilben können die Symptome auch ganzjährig auftreten. Ihre Allergiemedikamente werden gegen diese Symptome so wirken, wie Sie es aus den Vorjahren kennen. Dann können Sie beruhigt sein, es ist davon auszugehen, dass Ihre Beschwerden allergisch bedingt sind.

Sollten allerdings für Sie ungewohnte, eher erkältungsähnliche Atemwegssymptome, Husten, evtl. Fieber und Geschmacks- und Geruchsstörungen auftreten und Sie womöglich Kontakt zu infizierten Personen oder zu vielen Personen gehabt haben, sollten Sie vorgehen, wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben.

Wer soll getestet werden?

Ein Abstrich sollte in erster Linie bei Personen mit Krankheitszeichen durchgeführt werden. Ohne Krankheitszeichen sagt ein Test nichts darüber aus, ob man noch erkranken wird oder nicht. Ausnahmen sind Tests auf Anordnung des Gesundheitsamtes bei der Kontaktpersonennachverfolgung, vor Aufnahme in bestimmte Klinikabteilungen oder eine Pflegeeinrichtung, bei medizinischem Personal und bei Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten. Auch nach einem Warnhinweis in der Corona-Warn-App kann ein Test erforderlich sein, auch wenn keine Symptome bestehen.

Goldstandard ist der PCR-Test für den Nachweis des Virus. Die Proben hierfür müssen als Abstrich aus Nase und/oder Rachen gewonnen werden. Es ist möglich (und oft weniger schmerzhaft), dass Sie den Abstrich für den PCR-Test selbst aus Ihrem Rachen abnehmen.

Eine Testung auf SARS-CoV-2 soll durchgeführt werden, wenn mindestens eines der folgenden Testkriterien erfüllt ist:

  • schwere respiratorische Symptome (z. B. akute Bronchitis, Lungenentzündung, Atemnot oder Fieber) ODER
  • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns ODER
  • ungeklärte Erkrankungssymptome und enger Kontakt (KP1) mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion ODER
  • akute respiratorische Symptome jeder Schwere INSBESONDERE BEI:
    • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ODER
    • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus ODER
    • erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit (z. B. im Rahmen eines möglichen Ausbruchs, bei Veranstaltungen mit > 10 Personen in geschlossenen und unzureichend durchlüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln) ODER
    • Kontakt im Haushalt oder Cluster mit Erkältungssymptomen ungeklärter Ursache UND erhöhter 7-Tages-Inzidenz im Land-/Stadtkreis) ODER
    • während des Zeitraums der Symptomatik bestand die Möglichkeit (Expositionssetting) einer Weiterverbreitung an viele Personen ODER
    • weiterhin (prospektiv) enger Kontakt zu vielen Personen oder Risikopatient*innen.
  • klinische Verschlechterung bei bestehenden Symptomen ODER
  • enge Kontaktperson zu einem Fall mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion.

Bei sonstigen akuten respiratorischen Symptomen (Erkältung) soll eine häusliche Isolierung für 5 Tage UND danach mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit erfolgen.

Es kann dennoch sinnvoll sein, dass auch bei allgemeinen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, bestimmten Nervenausfällen sowie Hautveränderungen ein Test gemacht wird. Sprechen Sie darüber mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt.

Laut Bundesministerium für Gesundheit  müssen sich Reiserückkehrer*innen aus dem Ausland auf SARS-CoV-2 testen lassen.

Ein negatives Abstrichergebnis schließt eine Infektion nicht sicher aus. Eventuell müssen weitere Proben (Abstrich oder Blutproben) entnommen werden.

Antigen-Schnelltest

Von verschiedenen Firmen werden Antigen-Schnelltests angeboten. Ihre Testqualität ist nicht ganz so gut, wie die des PCR-Tests, aber ihr Ergebnis kann bereits nach kurzer Wartezeit abgelesen werden.

Sie werden vom RKI als Teil der Nationalen Teststrategie in bestimmten Situationen empfohlen, beispielsweise bei Reihentestungen von Personal in Pflege- und medizinischen Einrichtungen oder bei Besucher*innen solcher Einrichtungen. Auch bei Einreisenden ist ein solcher Test möglich als Alternative zu einer PCR-Testung.

Seit Anfang März haben Bürger*innen Anspruch auf mindestens eine kostenlose Testung mittels Antigen-Schnelltest pro Woche. Hierfür wurden ambulante Testzentren eingerichtet (jeweils zu finden auf den Websites der Städte und Gemeinden).

Inzwischen sind in Deutschland zahlreiche Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung zugelassen. ZEIT ONLINE bietet ein Video zur Durchführung und Interpretation von Selbsttests  und das RKI einen Flyer: Informationen zu Antigentests auf SARS-CoV-2 .
 

Bei einem positiven Antigen-Schnelltest sollten Sie konsequent Kontakte reduzieren und Kontakt mit Ihrer Hausarztpraxis oder einem Testzentrum aufnehmen, damit das Ergebnis mit einem PCR-Test überprüft werden kann.

Warten auf das Testergebnis

Ist eine Testung aufgrund von Krankheitssymptomen erfolgt, sollte man sich selbst isolieren, bis das Testergebnis vorliegt. Das heißt:

  • Zuhause bleiben.
  • Alle engen Kontakte meiden
  • und bei Kontakt zu anderen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Nachweis von Antikörpern

Es gibt auch Tests, mit denen Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen werden können. Sie sind aber zum Nachweis einer akuten Infektion während der Erkrankung nicht geeignet, da Antikörper erst Tage bis Wochen nach dem Auftreten von Beschwerden gebildet werden. Mit diesen Tests kann eventuell im Nachhinein festgestellt werden, ob eine Person COVID-19 hatte. Aber das Ergebnis zeigt nicht verlässlich an, ob jemand bereits immun gegen das Virus ist oder nicht. Ein Test zur Überprüfung des Impferfolges sind nur in Ausnahmefällen (z. B. bei Beeinträchtigung des Immunsystems) sinnvoll.

Bildgebung

In einer Computertomografie (CT) mit niedrigerer Strahlendosis (Niedrigdosis-CT) kann bei Betroffenen mit schwerem Husten und/oder Atemnot eine Lungenbeteiligung mit großer Sicherheit festgestellt oder ausgeschlossen werden. Auch eine Lungensonografie kann unter bestimmten Umständen geeignet sein. Eine konventionelle Röntgenuntersuchung der Lunge ist dagegen weniger zuverlässig als eine CT.

Behandlung

Medikamente

Seit Beginn der Pandemie werden verschiedene Medikamente zur spezifischen antiviralen Behandlung von COVID-19 getestet und im Rahmen klinischer Studien angewendet. Patient*innen mit schweren Symptomen werden im Krankenhaus ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, falls erforderlich, bei der Atmung unterstützt und entsprechend möglicher anderer Symptome bzw. Komplikationen behandelt.

Neue Studiendaten zeigen, dass die Sterblichkeit bei schwerkranken COVID-19-Patient*innen durch das Kortison-ähnliche Medikament Dexamethason gesenkt werden kann. Es wird zur Behandlung von schwer Erkrankten empfohlen, die Hilfe beim Atmen benötigen. Der monoklonale Antikörper Tocilizumab wird in schweren Krankheitsstadien eingesetzt. Monoklonale Antikörper sind spezifische Antikörper gegen SARS-CoV-2. Auch in leichten Stadien können bei Risikopatient*innen andere monoklonale Antikörper verabreicht werden.

In kleineren Studien konnte eine Wirkung des Asthmasprays mit dem Kortison-ähnlichen Wirkstoff Budesonid auf die Krankheitsdauer und den Verlauf nachgewiesen werden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) kann bei älteren und/oder vorerkrankten Patient*innen eine Behandlung mit Budesonid-Spray erfolgen.

Außerdem sollte bei älteren und/oder vorerkrankten Personen mit leicht erhöhten D-Dimer-Werten (die bei starker Erhöhung eine Thrombose anzeigen) vorbeugend der Gerinnungshemmer niedermolekulares Heparin verabreicht werden.

Falls eine Fiebersenkung notwendig ist, sollte bevorzugt Paracetamol statt Ibuprofen eingenommen werden.

Für unspezifische „antivirale" Therapien gegen Coronaviren wie Rotalgenextrakt, Zistrosenextrakt, Grüntee-Komplex, Vitamin D und Vitamin C gibt es keinerlei Wirksamkeitsnachweise. Ältere Personen, besonders Bewohner*innen von Senioreneinrichtungen, sollten allerdings grundsätzlich mit ausreichend Vitamin D versorgt werden.

Was können Sie und Ihre Angehörigen tun, wenn Sie an COVID-19 erkrankt sind?

In den meisten Fällen kann eine COVID-19-Erkrankung zuhause auskuriert werden. In der Regel ähneln die Symptome anderen Virusinfektionen der oberen Atemwege (Erkältung) und/oder einer leichten Magen-Darm-Infektion. Es gibt auch hierfür keine speziellen Medikamente. Sie sollten sich für mindestens 14 Tage zu Hause isolieren. Die Isolation kann nach frühestens 48 Stunden Beschwerdefreiheit (oder nachhaltiger Besserung nach ärztlicher Einschätzung) aufgehoben werden.

Ruhen Sie sich aus und trinken Sie ausreichend. Bei Fieber kann Paracetamol eingenommen werden, bei Schnupfen können kochsalzhaltige oder abschwellende Nasensprays lindernd wirken.

Wichtig ist, dass Sie bei Zunahme Ihrer Beschwerden, z. B. Atemnot oder steigendem Fieber, Kontakt zu Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin aufnehmen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 anrufen, bei schwerer Atemnot den Rettungsdienst unter 112.

Während Ihrer Erkrankung sollten Sie Kontakte mit anderen vermeiden, auch in Ihrem eigenen Haushalt, außerdem gut lüften und, wenn möglich, Mahlzeiten gesondert einnehmen, allein schlafen und Einmalhandtücher zum Händewaschen verwenden. Bei Kontakt zu anderen Mitgliedern Ihres Haushaltes sollten Sie und alle anwesenden Personen eine medizinische Maske tragen und im selben Raum einen Abstand von 1,5 m einhalten.

Häufig berührte Oberflächen und ein gemeinsam benutztes Bad sollten täglich gereinigt und ggf. mit einem begrenzt viruziden Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Ihre benutzten Taschentücher sowie anderen Abfall sollten Sie zunächst in einen eigenen Abfalleimer mit Deckel in Ihrem Krankenzimmer werfen, dessen Inhalt dann später in einem zugeknoteten Müllsack im Hausmüll entsorgt wird.

Vorbeugung

Durch welche Maßnahmen kann ich mich und andere schützen?

Präventionsmaßnahmen spielen bei Infektionen mit Coronaviren eine entscheidende Rolle.

Als risikoreich gilt z. B. direktes Anhusten oder ein direktes Gespräch über 15 Minuten mit einer infizierten Person. Ein etwas geringeres Risiko besteht beim Aufenthalt im selben Raum (z. B. Klassenzimmer, aber ohne längeres direktes Gespräch).

Einhalten der Hustenetikette (s. u.), regelmäßiges Händewaschen sowie Befolgen der Abstandsregeln (ca. 1,5 m) schützen vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Aufs Händeschütteln und auf Umarmungen zur Begrüßung sollte verzichtet werden. Personen mit Atemwegssymptomen sollten nach Möglichkeit zuhause bleiben. Wo dies geboten ist, soll ein Mundschutz getragen werden, insbesondere dort, wo Abstandsregeln nicht eingehalten werden können (in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen).

Befolgen der AHA+L+A-Regeln:

  • Abstand halten.
  • Hygiene beachten.
  • Alltagsmaske tragen.
  • Lüften.
  • App (Corona-Warn-App nutzen).

Regeln der sog. Hustenetikette:

  • Beim Husten Abstand halten und sich abwenden.
  • Nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge oder in ein Papiertaschentuch husten oder niesen.
  • Danach gründlich die Hände waschen.

Weitere Verhaltensempfehlungen sind:

  • Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen.
  • Die Vorgaben der Behörden befolgen.
  • Kontakte generell reduzieren.
  • Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Möglichkeit vermeiden.
  • Nach Möglichkeit von zu Hause arbeiten.

Das RKI gibt folgende Hinweise zur Vermeidung von sog. „Superspreading Events“, d. h. Situationen, in denen eine Einzelperson mehrere andere Personen anstecken kann:

  • Draußen ist viel besser als drinnen.
  • Große Räume sind besser als kleine.
  • Gut belüftete Räume sind besser als nicht oder schlecht belüftete.
  • Ein kürzerer Aufenthalt mit zwischenzeitlicher ausreichender Lüftung ist besser als ein zu langer Aufenthalt.

Das RKI bietet einen Info-Flyer Vier Tipps gegen Corona .

Mundschutz (Mund-Nasen-Schutz)

Bundesweit ist das Tragen medizinischer Masken beim Einkaufen und im ÖPNV Pflicht, also von OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz) oder FFP2-Masken. Selbstgenähte Stoffmasken, andere Alltagsmasken und Gesichtsvisiere sind nicht mehr erlaubt.

Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist das Tragen einer Maske für Kinder ab dem Grundschulalter „zumutbar“.

Die Maske sollte korrekt sitzen und nach Durchfeuchtung gewechselt werden. Sie darf während des Tragens nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft und auch nicht um den Hals getragen werden.

Weitere Informationen zum Tragen, Reinigen und Anlegen eines Mund-Nasen-Schutzes finden Sie in den Empfehlungen des BfArM .

Impfung gegen COVID-19

Impfempfehlung

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Impfstoff der Firma BioNTech/Pfizer (Comirnaty), den Impfstoff der Firma Moderna (Spikevax), den der Firma AstraZeneca (Vaxzevria) sowie den der Firma Johnson&Johnson (Janssen) zugelassen. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt den Einsatz aller vier Impfstoffe.

Die Impfstoffe von BioNTech, Moderna (und eigentlich auch AstraZeneca) müssen zweimal in den Oberarmmuskel verabreicht werden. Bei BioNTech und Moderna gilt ein Impfabstand von 3–6 bzw. 4–6 Wochen. STIKO empfiehlt für Personen, die den Impfstoff von AstraZeneca als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand.

Der Vektorimpfstoff der Firma Johnson&Johnson muss nur einmal verabreicht werden.

Die Impfstoffe der Firmen AstraZeneca und Johnson&Johnson werden von der STIKO erst ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen, da Nebenwirkungen mit ungewöhnlichen Blutgerinnseln, beispielsweise der Hirnvenen, vor allem bei Patient*innen unter 55 Jahren aufgetreten sind.

Dauer der Schutzwirkung

Es ist noch unklar, wie lange die Schutzwirkung der Impfungen andauert und wie die Langzeitnebenwirkungen aussehen. Die Ansteckungsfähigkeit bei nach einer Impfung mit SARS-CoV-2-infizierten Personen ist nach derzeitiger Datenlage vermindert. Das RKI empfiehlt eine Impfquote von 85 % der 12- bis 59-Jährigen bzw. 90 % bei Personen ab 60 Jahren.

Die Gesundheitsministerkonferenz hat beschlossen, dass Personen ab 80 Jahren, Pflegebedürftige und Personen mit geschwächtem Immunsystem ab dem 1. September eine Auffrischimpfung (dritte Impfung) gegen COVID-19 mit einem mRNA-Impfstoff erhalten sollen. Hierzu sollte die zweite Impfung gegen COVID-19 mindestens 6 Monate zurückliegen. Die STIKO hat noch keine Empfehlung zu einer dritten Impfung abgegeben.

Impfung bei Kindern, Schwangeren und Personen mit geschwächtem Immunsystem

Die Impfstoffe der Firmen BioNTech und Moderna sind ab 12 Jahren zugelassen. Die STIKO empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen im Alter von 12–17 Jahren eine Impfung gegen COVID-19 mit einem dieser Impfstoffe. Kinder ab 14 Jahren dürfen ohne Einverständnis der Eltern geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Schwangeren und Stillenden eine Impfung gegen Covid-19 mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs (Stand 10.09.21). Außerdem empfiehlt die STIKO allen noch nicht geimpften Frauen im gebärfähigen Alter, sich impfen zu lassen, damit bereits vor einer Schwangerschaft ein Schutz vor COVID-19 besteht.

Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Wirkung schwächer ausfallen.

Impfung bei Genesenen

Personen, die eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen laut STIKO nur einmal geimpft werden. Zum Infektionsnachweis kann eine PCR herangezogen werden. Die Impfung sollte in der Regel 6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung erfolgen. Bei gesicherter asymptomatischer Infektion (ohne Krankheitszeichen) oder bei Kontakt zu neuen, möglicherweise gegen vorhandene Antikörper resistenten Varianten, kann die Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose erfolgen.

Nebenwirkungen

Bei allen empfohlenen Impfstoffen wurden mehr oder weniger häufig Nebenwirkungen angegeben, die auch von anderen Impfungen bekannt sind, wie Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl. Gegen diese allgemeinen Nebenwirkungen können zur Linderung Paracetamol 500 mg oder Ibuprofen 400 mg eingenommen werden. Eine Einnahme vor der Impfung wird nicht empfohlen

Sehr selten kann es bei jüngeren Personen in Zusammenhang mit der ersten Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu einer Gerinnungsstörung mit einem Auftreten von Hirnvenenthrombosen kommen. Deshalb wird der Impfstoff in Deutschland nur noch für Personen ab 60 Jahren empfohlen. Personen, die eine erste Dosis mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben, sollen nach mindestens 4 Wochen eine Impfung mit einem Impfstoff der Firmen BioNTech oder Moderna erhalten.

Da für den Impfstoff der Firma Johnson&Johnson ebenfalls Fälle ungewöhnlicher Blutgerinnsel berichtet wurden, wird er von der STIKO ebenfalls nur für Menschen über 60 Jahre empfohlen. Außerdem sind im Zusammenhang mit diesem Impfstoff in sehr seltenen Fällen aufsteigende Nervenlähmungen aufgetreten (Guillain-Barré-Syndrom).

Zunächst aus Israel und dann aus weiteren Ländern wurde über seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) bei jüngeren Personen nach der zweiten Impfung mit mRNA-Impfstoffen (BioNTech und Moderna) berichtet. Es wird empfohlen, über Symptome einer Myokarditis (Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Herzklopfen) zu informieren und in den ersten Tagen nach der Impfung auf stärkere sportliche Belastungen zu verzichten.

Weitere Informationen zur Impfung gegen COVID-19 finden Sie in unserem Artikel COVID-19: Impfung und Herdenimmunität.

Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz bietet eine Faktenbox zu Impfungen mit mRNA-Impfstoffen .

Wirksamkeit gegen die neuen Virusvarianten

Laut RKI ist die Wirkung der Impfstoffe der Firmen BioNTech, Moderna, Johnson&Johnson und AstraZeneca gegen Erkrankungen durch die britische Virusvariante B.1.1.7 (Alpha) sehr gut. Außerdem schützen diese Impfstoffe zumindest gegen schwere Erkrankungen durch die südafrikanische Variante B.1.351 (Beta) und die brasilianische Variante P.1 (Gamma).

Für einen guten Schutz gegen die Variante Delta ist eine vollständige Impfung mit zwei Impfungen erforderlich. Eine einmalige Impfung bietet nur einen unvollständigen Schutz. 

Informationen zur Impfung

Das RKI stellt auch Faktenblätter zur COVID-Impfung  bereit.

Die Termine in Impfzentren müssen online vereinbart werden: Impfterminservice . Zusätzlich wird in Arztpraxen und mobilen Impfzentren (hier teilweise ohne Termin) geimpft.

Digitaler Impfnachweis

Das RKI bietet hierfür die kostenlose CovPass-App . Ein digitaler Impfnachweis kann auch in der Corona-Warn-App  hinzugefügt werden. Hinweise zur praktischen Umsetzung bieten die FAQ zum digitalen Impfnachweis des BMG .

Maßnahmen in Deutschland

In Deutschland haben die Behörden Maßnahmen ergriffen, um die weitere Verbreitung des Virus zu verlangsamen und besonders gefährdete Personengruppen (z. B. Bewohner*innen von Seniorenpflegeeinrichtungen) zu schützen. Es wird also eine Strategie der Eindämmung (Containment) und des Schutzes gefährdeter Personen (Protection) verfolgt.

Das Tragen einer medizinischen Maske ist beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln in allen Bundesländern Pflicht. Das öffentliche Leben bleibt eingeschränkt, aber es wurden Erleichterungen für (Zweimal-)Geimpfte und Genesene eingeführt (detaillierte Informationen finden Sie auf der Website der Bundesregierung ). 

Die Situation ändert sich sehr schnell. Bitte verfolgen Sie die aktuellen Meldungen der Tagesmedien, z. B. www.tagesschau.de . Informationen zu Ihrem Bundesland finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Landesregierungen .

Eltern können im Jahr 2021 auch Kinderkrankengeld beziehen, wenn Schule oder Kita coronabedingt geschlossen sind, also wenn das Kind nicht krank ist. Hierfür benötigen Eltern (auf Verlangen der Krankenkasse) eine Bescheinigung der Einrichtung. Es ist also keine Arztbesuch nötig. Weitere Details müssen bei der Krankenkasse erfragt und mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden.

Corona-Warn-App

Seit 16.06.2020 ist die Corona-Warn-App der Bundesregierung im Einsatz. So soll die Nachverfolgung von Personen erleichtert werden, die unwissentlich Kontakt zu einem SARS-CoV-2-Infizierten hatten. Weitere Informationen finden Sie im RKI-Dokument Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App .

Abstriche zur SARS-CoV-2-Testung nach Warnhinweis über die App sind Kassenleistung.

Regeln für den Reiseverkehr

Zahlreiche, auch europäische, Regionen und Staaten werden laut RKI aktuell als Hochrisikogebiete (bisher Hochinzidenzgebiete) und Virusvariantengebiete ausgewiesen. Die Kategorie „einfaches Risikogebiet“ gibt es vorerst nicht mehr. Weiterführende tagesaktuelle Informationen finden Sie bei den RKI-Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete .

Testnachweise und Quarantäne bei Einreise

Bei Einreise nach Deutschland ist unter einreiseanmeldung.de  eine digitale Einreiseanmeldung auszufüllen, siehe Regelungen für Einreisende des BMG .

Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland ab einem Alter von 12 Jahren müssen bei Einreise einen negativen Antigentest oder PCR-Test vorweisen können. Antigentests dürfen maximal 48 und PCR-Tests maximal 72 Stunden alt sein. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet dürfen Schnelltests maximal 24 Stunden alt sein. Die Nachweispflicht gilt unabhängig von der Art des Verkehrsmittels und unabhängig davon, ob die Einreise aus einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet erfolgt oder nicht. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet müssen auch Geimpfte und Genesene einen Test vorlegen.

Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen nach ihrer Einreise unverzüglich für 10 Tage in Quarantäne. Bei Vorlage eines Impf- oder Genesenennachweises, endet die Quarantäne sofort bzw. ist nicht nötig. Frühestens 5 Tage nach Einreise kann die Quarantäne durch einen negativen Test aufgehoben werden. Bei Kindern unter 12 Jahren endet die Quarantäne nach Einreise aus einem Hochrisikogebiet automatisch nach 5 Tagen. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet gilt eine 14-tägige Quarantäne. Diese kann nicht verkürzt werden, auch nicht bei Kindern, Geimpften oder Genesenen. Allerdings endet die Quarantäne automatisch, sobald ein Gebiet vom RKI nicht mehr als Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet gelistet ist.

Reisewarnungen

Es gelten länderspezifische Reisehinweise des Auswärtigen Amtes  grundsätzlich für alle Länder, die als Virusvarianten- oder Hochrisikogebiet eingestuft sind. 

Meldung an das Gesundheitsamt

Haben Ärzt*innen den Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 oder wird diese bestätigt, muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wer muss in Quarantäne?

Kontaktpersonen von Personen mit einer labordiagnostisch nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 mit erhöhtem Ansteckungsrisiko müssen in häuslicher Quarantäne beobachtet werden. Kontakte mit anderen Personen sollen, soweit möglich, reduziert werden. Diese Maßnahmen werden vom Gesundheitsamt auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes angeordnet. Diesen Anordnungen muss Folge geleistet werden. Ausfallender Arbeitsverdienst wird erstattet.

Kontaktpersonen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko sind Personen, die beispielsweise ohne adäquaten Schutz (also MNS oder FFP2-Maske) einen direkten Gesprächskontakt mit einem nachweislich Infizierten oder Kontakt mit seinen Atemwegssekreten hatten (z. B. direkt angehustet wurden). Auch Personen, die sich in einem Raum mit einer hohen Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten haben, gelten als enge Kontaktpersonen. Bei Schulklassen gelten Sitznachbar*innen und enge Freund*innen als enge Kontaktpersonen. Als infektiöser Zeitraum bei der infizierten Person (Quellfall) gilt der Zeitraum von 2 Tagen vor den ersten Symptomen des Quellfalls (oder dem positiven SARS-CoV-2-Test bei Personen ohne Symptome) bis 14 Tage nach Symptombeginn (oder positivem Test).

Für enge Kontaktpersonen gilt eine Quarantänepflicht von 10 Tagen – gerechnet ab dem Tag nach dem letzten Tag des Kontaktes zur infizierten Person. Die Quarantäne kann ab dem 5. Tag mit einem PCR-Test und ab dem 7. Tag durch einen negativen Antigen-Schnelltest (kein Selbsttest) verkürzt werden.

Personen, die vor weniger als 6 Monaten eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion hatten, müssen nicht in Quarantäne. Vollständig geimpfte Personen und von COVID-19 Genesene mit einer einmaligen Impfung müssen ebenfalls nicht in Quarantäne, außer es besteht der Verdacht auf eine Infektion mit den Varianten Beta oder Gamma.

Informationen zur Quarantäne für Reisende finden Sie im Abschnitt Regeln für den Reiseverkehr.

Wer muss isoliert werden?

Erkrankte Personen, die sich nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, werden isoliert, damit die Gefahr, andere anzustecken, vermindert wird. Leicht erkrankte Patient*innen können zuhause isoliert werden. Schwer erkrankte Betroffene werden in eine Klinik eingewiesen und dort isoliert. Die Isolierung wird ebenfalls vom Gesundheitsamt angeordnet.

Eine häusliche Isolierung kann frühestens 14 Tage nach Symptombeginn beendet werden. Bei Patient*innen, bei denen wegen schwerer COVID-19-Erkrankung eine Behandlung mit Sauerstoff nötig war, frühestens 14 Tage nach Symptombeginn. Die Betroffenen müssen dabei seit 48 Stunden beschwerdefrei sein und der SARS-CoV-2-Abstrich muss negativ sein (PCR).

Leicht erkrankte Personen (ohne Sauerstoffbedarf) dürfen frühestens 14 Tage nach Symptombeginn und nach mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit aus der Isolierung entlassen werden (negativer Antigenschnelltest erforderlich).

Bei gänzlich symptomfreien Infizierten endet die Isolierung frühestens 14 Tage nach dem ersten positiven Abstrichergebnis. Hier ist ebenfalls ein negativer Antigen-Schnelltest erforderlich.

Personen, bei denen ein begründeter Verdacht (s. o.) auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht, müssen bis zum Eintreffen des Abstrichergebnisses ebenfalls unter Kontaktreduktion im häuslichen Umfeld bleiben. Dabei sollen enge Kontakte gemieden, Händehygiene beachtet und bei Kontakt zu anderen ein Mundschutz getragen werden.

Prognose

Für das neuartige Coronavirus sind die Zahlen zur Sterblichkeit noch nicht ganz genau bekannt, weil wir nicht wissen, wie viele Personen, auch ohne Krankheitszeichen, infiziert sind. Bisher geht man von einer Sterblichkeitsrate von etwa 0,5–1 % aus, wahrscheinlich liegt diese niedriger.

Den derzeitigen Erfahrungen zufolge sind jedoch v. a. Menschen im Alter über 65 Jahre bzw. insbesondere über 80 Jahre betroffen, oder Personen, die bereits an chronischen Krankheiten leiden. In diesen Gruppen liegt die Sterblichkeit höher.

Komplikationen

Aus Ländern mit hohen Erkrankungszahlen wird von Fällen einer entzündlichen Multiorganerkrankung bei Kindern berichtet, die dem selten bei Kindern auftretenden Kawasaki-Syndrom ähnelt. Diese Erkrankung wird als Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) bezeichnet. Sie ist insgesamt sehr selten.

Post-COVID/Long-COVID

Berichte, aber auch Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien, zeigen, dass manche COVID-19-Erkrankte auch nach ihrer Genesung von der akuten Erkrankung unter langwierigen Beschwerden leiden. Beschwerden länger als 4 Wochen nach einer Infektion werden als Long-COVID bezeichnet. Beschwerden, die mehr als 12 Woche anhalten, werden Post-COVID genannt.

Lange Erholungszeiten sind auch nach anderen Virusinfektionen keine Seltenheit. Besonders nach einer schweren Lungenerkrankung oder einer Behandlung auf einer Intensivstation sind lange Erholungszeiten generell nicht ungewöhnlich.

Zu Symptomen von Long-COVID können u. a. Müdigkeit, geringe körperliche Belastbarkeit, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Haarausfall, Angst/Depression und Konzentrationsstörungen gehören. Auch Fieber, Husten, Hautausschläge, Atemnot bei Belastung, Brustenge, Schwindel und weitere Symptome können vorkommen.

Derzeit gibt es noch keine verlässlichen Daten über den Anteil der Erkrankten mit Langzeitfolgen, in manchen Studien ist von bis zu 15 % der COVID-Erkrankten die Rede. Nach sehr milden oder asymptomatischen Erkrankungen ist der Anteil deutlich geringer.

Spezielle Tests oder Untersuchungsmethoden, um Long-/Post-COVID festzustellen, gibt es nicht. Um andere Erkrankungen auszuschließen, können aber Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung gemessen werden. Zusätzlich können einfache Bluttests, wie Blutbild, Entzündungswert, Nierenwerte, Schilddrüsenwerte, Leberwerte und eine Urinuntersuchung angeordnet werden. Wenn sich kein Hinweis auf eine ernste Erkrankung ergibt, wird die Hausärztin/der Hausarzt in den meisten Fällen zunächst einmal abwarten, wie sich die Beschwerden entwickeln.

Eine spezielle Behandlung gibt es nicht. Die Therapie orientiert sich am Beschwerdebild.

SARS-CoC-2 kann, wie viele Viren, eine Herzmuskelentzündung verursachen. Wenn Sie von einer COVID-19-Erkrankung wieder genesen sind, sollten Sie vor einer Wiederaufnahme sportlicher Betätigung oder gar Leistungssport den Rat Ihrer Hausärztin/Ihres Hausarztes einholen.

Weitere Informationen

Deximed

DEGAM

Robert Koch-Institut

Harding-Zentrum für Risikokompetenz

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Bundesregierung

Bundesministerium für Gesundheit

ZEIT ONLINE

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Paul-Ehrlich-Institut

Charité Berlin

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Nachbarschaftshilfe

Autorin

  • Marlies Karsch-Völk, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, München