Atemwegserkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19)

COVID-19 ist eine Atemwegserkrankung, die einen schweren Verlauf nehmen kann. Anfang Januar 2020 wurde als Ursache das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 in China nachgewiesen. Die Infektionsraten mit diesem Virus steigen seitdem zuerst in China und danach vielen weiteren Ländern sprunghaft an. COVID-19 verläuft als weltweite Pandemie.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Aktuelle Informationen zum Coronavirus von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Schützen!

Mit einfachen Maßnahmen können auch Sie helfen, sich selbst und andere vor Ansteckungen zu schützen, Krankheitszeichen zu erkennen und Hilfe zu finden.

Halten Sie beim Husten und Niesen größtmöglichen Abstand – drehen Sie sich am besten weg. Niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das Sie danach entsorgen. Vermeiden Sie Berührungen, wenn Sie andere Menschen begrüßen, und waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife. Halten Sie > 1,5 m Abstand und tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung dort, wo sie lokal empfohlen ist. Bleiben Sie zu Hause und reduzieren Sie direkte Kontakte, besonders zu Risikogruppen.

Befolgen Sie die AHA+L+A-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske+Lüften+Nutzung der Corona-Warn-App

Erkennen!

Erste Krankheitszeichen können Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Schwäche, aber auch Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen sein. COVID-19 kann aber auch unbemerkt bleiben oder sehr leicht verlaufen. Bei einem schweren Verlauf können unter anderem Atemnot oder eine Lungenentzündung eintreten. Nach einer Ansteckung können Krankheitssymptome bis zu 14 Tage später auftreten.

Handeln!

Sollten eines oder mehrere der oben beschriebenen Krankheitszeichen auftreten, vermeiden Sie unnötige Kontakte zu weiteren Personen und bleiben Sie nach Möglichkeit für 5–7 Tage zu Hause. Sollten Sie ärztliche Hilfe benötigen, kontaktieren Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt per Telefon, oder wenden Sie sich an die Nummer 116 117 und besprechen Sie das weitere Vorgehen, bevor Sie in die Praxis gehen. Hatten Sie Kontakt zu einer Person mit einer solchen Erkrankung oder haben Sie sich in einer Region mit erhöhten Infektionszahlen oder einem Risikogebiet aufgehalten? Weisen Sie darauf hin, falls Sie Teil einer Risikogruppe sind. Wenn Sie nicht durchkommen, versuchen Sie es erneut! Bei akuter Atemnot rufen Sie notärztliche Hilfe: Tel. 112!

Weitere Informationen finden Sie hier

Was ist SARS-CoV-2?

Im Dezember 2019 kam es gehäuft zu Lungenentzündungen, verursacht durch ein neuartiges Coronavirus in der Metropole Wuhan, China. Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den Beta-Coronaviren und wird seit Februar kurz als SARS-CoV-2 bezeichnet. Die daraus folgende Infektion trägt den Namen COVID-19 (Coronavirus Disease 19). Das Virus wurde wohl zunächst von Wildtieren auf den Menschen übertragen, ist nun aber von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion übertragbar (ähnlich wie die Grippeviren).

Häufigkeit

Weltweit wurden Millionen Infektionen gemeldet. Nach neueren Analysen kam es wohl viel schneller als bisher angenommen bereits Ende 2019 zu einer weltweiten Ausbreitung.

Mittlerweile sind die gemeldeten Infektionszahlen in Europa, Lateinamerika und in den USA weit höher als in China. Es wird vermutet, dass die eigentliche Zahl der Infizierten weltweit und in Deutschland viel höher liegt als über gemeldete Fälle bekannt ist, da viele Erkrankte nur leichte Symptome aufweisen und wahrscheinlich gar nicht getestet werden.

Es gab weltweit Millionen Todesfälle infolge der Infektion, darunter auch zahlreiche Mitarbeiter*innen in Kliniken und Praxen. An COVID-19 sind bisher vorwiegend ältere Personen oder Patient*innen mit Vorerkrankungen gestorben. Über die tagesaktuellen internationalen Zahlen der Infektionsfälle, Todesfälle und genesenen Erkrankten informiert das Dashboard der Johns Hopkins University (hier werden Zahlen sehr schnell veröffentlicht, aber die Datengrundlage ist oft nicht behördlich bestätigt). Zahlen für Deutschland finden Sie auf dem COVID-19-Dashboard des RKI (diese Angaben werden manchmal zeitverzögert veröffentlicht, sind aber behördlich bestätigt). Aktuelle Infektionszahlen zu bestimmten Städten und Landkreisen sind mittels Suche nach Postleitzahlen unter COVID-PLZ-Check zu finden.

Nach den bisherigen Daten scheinen Kinder und junge Menschen seltener und weniger schwer zu erkranken als Erwachsene. Die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Übertragung von COVID-19 ist nicht ausreichend untersucht.

Neue besorgniserregende Virusvarianten

In Großbritannien wurde eine neu mutierte Variante des SARS-CoV-2 (B.1.1.7) entdeckt. Bisher gibt es Hinweise auf eine erhöhte Ansteckungsfähigkeit, schwerere Krankheitsverläufe für und eine gering bis mäßig eingeschränkte Wirksamkeit von Impfstoffen durch die neue Virusvariante. Diese Virusvariante breitet sich weltweit aus. In Deutschland wird bereits bei 72 % der SARS-CoV-2-Infizierten die britische Variante nachgewiesen.

Für die neue Virusvariante aus Südafrika (B.1.351) wird ebenfalls eine höhere Übertragungsrate vermutet. Es gibt Hinweise auf eine stärker verringerte Wirksamkeit von Impfstoffen. Diese Variante wurde bereits ebenfalls in Deutschland und vielen anderen Ländern nachgewiesen. Auch in Brasilien wurde eine neue Virusvariante (P.1) entdeckt, die der aus Südafrika ähnelt und ebenfalls bereits in Deutschland nachgewiesen wurde.

Ursachen und Übertragung

Das Virus ist sehr ansteckend. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion und über sehr kleine Tröpfchenkerne (Aerosole), durch Husten oder Niesen in unmittelbarer Nähe einer anderen Person sowie Sprechen, Singen in der Gruppe etc.

Das RKI schätzt das Übertragungsrisiko durch Tröpfchen und Aerosole folgendermaßen ein: „Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen im Umkreis von 1–2 m um eine infizierte Person herum erhöht. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole – auch über längere Zeit – in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen.

Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 2 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt und exponierte Personen besonders tief einatmen.“

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit (also die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung) 10–14 Tage betragen kann, durchschnittlich liegt sie bei 5–7 Tagen.

Studienergebnisse weisen darauf hin, dass infizierte Personen bereits ansteckend sein können, bevor sie Symptome zeigen. Viele infizierte Menschen zeigen nur wenige oder auch gar keine Symptome und können das Virus trotzdem übertragen. Auch Kinder mit leichtem Verlauf oder ohne Symptome können die Krankheit übertragen.

Eine Übertragung über Oberflächen (z. B. Türklinken) ist nicht auszuschließen, aber schwer nachzuweisen. Deswegen ist eine gute Händehygiene so wichtig.

Laut RKI kommen Übertragungen im Außenbereich insgesamt selten vor. Bei gleichzeitiger Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering. Wenn der Mindestabstand von 1,5 m aber ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterschritten wird (bei größeren Menschenansammlungen oder wenn mehrere Personen an einem Tisch sitzen), ist das Risiko einer Übertragung auch im Freien erhöht.

Ansteckungsfähigkeit

Dauer

Laut den bisher bekannten Daten sind Infizierte bereits an den Tagen vor dem Auftreten von Beschwerden ansteckend für andere Personen. Am größten ist die Ansteckungsfähigkeit an den Tagen vor dem Beginn der Beschwerden und in den ersten Tagen der Erkrankung. Laut Datenlage dauert die Ansteckungsfähigkeit bei milder bis mäßig schwerer Erkrankung nicht länger als 10 Tage. Schwer Erkrankte können deutlich länger als 10 Tage ansteckend sein.

Immunität

Ein Großteil der Personen, die an COVID-19 erkrankt waren und wieder gesund sind, hat Antikörper gegen das SARS-CoV-2 entwickelt. Jedoch nimmt der Titer neutralisierender Antikörper, insbesondere bei Personen mit milder oder asymptomatischer Infektion, mit der Zeit ab. Bei Betroffenen, bei denen keine Antikörper nachgewiesen wurden, konnten dennoch T-Zellen (Immunzellen) nachgewiesen werden. T-Zellen könnten auch bei fehlendem Antikörpernachweis Schutz bieten.

Man geht davon aus, dass für bereits von COVID-19 genesenen Personen die Gefahr, noch einmal zu erkranken, relativ gering ist. Genauere Daten zur Dauer der Immunität gegen SARS-CoV-2 gibt es noch nicht.

Symptome

Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus können Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit sowie Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost sein. Einzelne Betroffene zeigen auch Übelkeit und Durchfall. Bei zahlreichen Fällen in Deutschland und auch in anderen Ländern wurde auch ein mehrtägiger Verlust von Geruchs- und Geschmacksinn beobachtet. Manchmal haben Patient*innen mit COVID-19 nur Bauchschmerzen, Durchfall und/oder Übelkeit mit Erbrechen. Selten kommt es auch zu Hautveränderungen, wie z. B. Nesselsucht.

Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein: Symptomlose Verläufe kommen ebenso vor wie schwere Lungenentzündungen (seltener bis hin zu Lungenversagen). 80 % der Erkrankungen verlaufen mild bis moderat. Neuere Untersuchungen zeigen, dass SARS-CoV-2 nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organe, wie beispielsweise Herz, Leber, Gehirn und besonders häufig die Nieren befallen kann.

Risikogruppen

Das Risiko für einen schweren Verlauf ist laut RKI erhöht bei folgenden Personengruppen:

  • ältere Personen (steigendes Risiko ab etwa 50–60 Jahren)
  • Männer
  • Raucher*innen
  • adipöse und stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen
    • des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung)
    • der Lunge (z. B. COPD)
    • Patient*innen mit chronischen Lebererkrankungen
    • mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • mit einer Krebserkrankung
    • mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Kortison).
    • mit einer chronischen Nierenfunktionsstörung

Für Angehörige einer Risikogruppe gibt es beim RKI Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf.

Kinder

Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist milder und eher ohne Beschwerden. Aber es können auch, insbesondere bei jüngeren Kindern (Alter unter 1 Monat), schwere Verläufe vorkommen. Die häufigsten Symptome bei Kindern sind Husten und Fieber. Magen-Darm-Symptome treten häufiger auf als bei Erwachsenen.

Schwangerschaft

Schwangere haben vergleichsweise seltener Symptome (wie Husten und Fieber). Möglicherweise besteht aber ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Das Risiko für eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) ist je nach Schwere der COVID-19-Erkrankung erhöht. Normalerweise zeigen Kinder von an COVID-19 erkrankten Müttern nach der Geburt keine Krankheitszeichen. Eine Übertragung von der Mutter auf ihr neugeborenes Kind kann aber nicht ausgeschlossen werden, deswegen sollen Wöchnerinnen bei Kontakt mit ihrem Baby, auch beim Stillen, einen Mundschutz tragen und vorher die Hände waschen oder desinfizieren. Eine Übertragung im Mutterleib kann nicht sicher ausgeschlossen werden.

Diagnostik

Was tun, wenn ich fürchte, mich angesteckt zu haben?

Wenn Sie an Atemwegssymptomen leiden und fürchten, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, rufen Sie Ihre Hausarztpraxis oder die Nummer 116 117 an. Gehen Sie nicht unangemeldet in eine Praxis oder Notaufnahme. Sollten Sie an Erkältungssymptomen oder anderen Beschwerden leiden, kann Ihnen Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen. Eine AU darf für Patient*innen mit leichten Atemwegserkrankungen nach nur telefonischem Kontakt ausgestellt werden. Seit 16.07.2020 ist außerdem die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit für 7 Tage per Videosprechstunde erlaubt. Voraussetzung ist, dass die Patient*innen der Arztpraxis bekannt sind und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt.

Das RKI bietet einen Informationsflyer COVID-19: Bin ich betroffen und was ist zu tun?  

Heuschnupfen oder COVID-19?

Zahlreiche Menschen leiden unter Heuschnupfen (allergische Rhinitis) und fragen sich, wie Heuschnupfen-Symptome von Symptomen bei COVID-19 zu unterschieden sind. Wenn Sie unter Heuschnupfen leiden, kennen Sie die jährlich ungefähr zur gleichen Zeit auftretenden Symptome wie laufende Nase, Niesen, tränende und brennende Augen sowie leichtes Halskratzen. Ihre Allergiemedikamente werden gegen diese Symptome so wirken, wie Sie es aus den Vorjahren kennen. Dann können Sie beruhigt sein, es ist davon auszugehen, dass Ihre Beschwerden allergisch bedingt sind.

Sollten allerdings für Sie ungewohnte, eher erkältungsähnliche Atemwegssymptome, Husten, evtl. Fieber und Geschmacks- und Geruchsstörungen auftreten und Sie womöglich Kontakt zu infizierten Personen oder zu vielen Personen gehabt haben, sollten Sie vorgehen, wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben.

Wer soll getestet werden?

Ein Abstrich sollte in erster Linie bei Personen mit Krankheitszeichen durchgeführt werden. Ohne Krankheitszeichen sagt ein Test nichts darüber aus, ob man noch erkranken wird oder nicht. Ausnahmen sind Tests auf Anordnung des Gesundheitsamtes bei der Kontaktpersonennachverfolgung, vor Aufnahme in bestimmte Klinikabteilungen oder eine Pflegeeinrichtung, bei medizinischem Personal und bei Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten. Auch nach Warnhinweis in der Corona-Warn-App kann ein Test erforderlich sein, auch wenn keine Symptome bestehen.

Es gibt einen PCR-Test für den Nachweis des Virus. Die Proben hierfür müssen als Abstrich aus Nase und/oder Rachen gewonnen werden. In vielen Situationen ist auch ein Antigentest-Schnelltest zulässig. Falls er als Selbsttest durchgeführt wird, reicht eine Probenahme aus der Nase.

Eine Testung auf SARS-CoV-2 soll durchgeführt werden, wenn mindestens eines der folgenden Testkriterien erfüllt ist:

  • schwere respiratorische Symptome (z. B. akute Bronchitis, Lungenentzündung, Atemnot oder Fieber) ODER
  • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns ODER
  • Ungeklärte Erkrankungssymptome und enger Kontakt (KP1) mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion ODER
  • akute respiratorische Symptome jeder Schwere INSBESONDERE BEI:
    • Zugehörigkeit zu Risikogruppe ODER
    • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus ODER
    • erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit (z. B. im Rahmen eines möglichen Ausbruchs, bei Veranstaltungen mit > 10 Personen in geschlossenen und unzureichend durchlüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln) ODER
    • Kontakt im Haushalt oder Cluster mit Erkältungssymptomen ungeklärter Ursache UND erhöhter 7-Tages-Inzidenz im Land-/Stadtkreis) ODER
    • während des Zeitraums der Symptomatik bestand die Möglichkeit (Expositionssetting) einer Weiterverbreitung an viele Personen ODER
    • weiterhin (prospektiv) enger Kontakt zu vielen Personen oder Risikopatient*innen.
  • klinische Verschlechterung bei bestehenden Symptomen ODER
  • enge Kontaktperson zu einem Fall mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion.

Bei sonstigen akuten respiratorischen Symptomen (Erkältung) soll eine häusliche Isolierung für 5 Tage UND danach mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit erfolgen.

Es kann dennoch sinnvoll sein, dass auch bei allgemeinen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, bestimmten Nervenausfällen sowie Hautveränderungen ein Test gemacht wird. Sprechen Sie darüber mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt.

Laut Bundesministerium für Gesundheit müssen sich Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten auf SARS-CoV-2 testen lassen. 

Ein negatives Abstrichergebnis schließt eine Infektion nicht sicher aus. Eventuell müssen weitere Proben (Abstrich oder Blutproben) entnommen werden.

Selbstabstrich für die PCR

Von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) wird, als Alternative, die Selbsttestung vorgeschlagen, also die Abstrichentnahme durch die Betroffenen selbst. Hierzu wurde von der DEGAM eine Anleitung zum Selbsttest herausgegeben. Dieser Selbsttest kann in bestimmten Fällen zur Anwendung kommen. Die Abstrichröhrchen können nach Absprache an der Praxis abgeholt und nach erfolgtem Abstrich kontaktlos wieder übergeben werden.

Antigen-Schnelltest

Von verschiedenen Anbietern werden Antigen-Schnelltests angeboten. Ihre Testqualität ist nicht ganz so gut, wie die des PCR-Tests, aber ihr Ergebnis kann bereits nach kurzer Wartezeit abgelesen werden. Sie werden vom RKI als Teil der Nationalen Teststrategie in bestimmten Situationen empfohlen, beispielsweise bei Reihentestungen von Personal in Pflege- und medizinischen Einrichtungen oder bei Besucher*innen solcher Einrichtungen. Auch bei Einreisenden aus Risikogebieten ist ein solcher Test möglich, eine PCR-Testung ist aber vorzuziehen.

Inzwischen sind in Deutschland 7 Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung zugelassen.

ZEIT ONLINE bietet ein Video zur Durchführung und Interpretation von Selbsttests.

Warten auf das Testergebnis

Bis das Testergebnis vorliegt, sollte man sich selbst isolieren, d. h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter 2 Metern meiden, gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Nachweis von Antikörpern

Es gibt auch Tests, mit denen Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen werden können. Sie sind aber zum Nachweis einer akuten Infektion während der Erkrankung nicht geeignet, da Antikörper erst Tage bis Wochen nach dem Auftreten von Beschwerden gebildet werden. Mit diesen Tests kann eventuell im Nachhinein festgestellt werden, ob eine Person COVID-19 hatte. Aber das Ergebnis zeigt nicht verlässlich an, ob jemand bereits immun gegen das Virus ist oder nicht.

Antikörper-Schnelltests sollten wegen mangelnder Zuverlässigkeit nicht verwendet werden.

Bildgebung

In einer Computertomografie (CT) mit niedrigerer Strahlendosis (Niedrigdosis-CT) kann bei Betroffenen mit schwerem Husten und/oder Atemnot eine Lungenbeteiligung mit großer Sicherheit festgestellt oder ausgeschlossen werden. Auch eine Lungensonografie kann unter bestimmten Umständen geeignet sein. Eine konventionelle Röntgenuntersuchung der Lunge ist dagegen weniger zuverlässig als eine CT.

Behandlung

Medikamente

Derzeit werden verschiedene Medikamente zur spezifischen antiviralen Behandlung von COVID-19 getestet und im Rahmen klinischer Studien angewendet. Patient*innen mit schweren Symptomen werden im Krankenhaus ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, falls erforderlich, bei der Atmung unterstützt und entsprechend möglicher anderer Symptome bzw. Komplikationen behandelt.

Neue Studiendaten zeigen, dass die Sterblichkeit bei schwerkranken COVID-19-Patient*innen durch das Kortison-ähnliche Medikament Dexamethason gesenkt werden kann. Es wird zur Behandlung von schwer Erkrankten empfohlen, die Hilfe beim Atmen benötigen.

Das Ebola-Medikament Remdesivir sollte nach bisheriger Datenlage den Krankheitsverlauf bei Schwerkranken verkürzen (um 4 Tage). Für eine Auswirkung auf die Schwere der Erkrankung oder die Sterblichkeit gibt es keine Belege. Deswegen rät die WHO von einer Behandlung von COVID-19 mit Remdesivir ab.

Wissenschaftliche Hinweise darauf, dass bestimmte Blutdruckmedikamente oder der Fiebersenker Ibuprofen für Patient*innen mit COVID-19 gefährlich sind, gibt es nicht. Blutdruckmedikamente sollen, wie verordnet, weiterhin eingenommen werden. Falls eine Fiebersenkung notwendig ist, sollte bevorzugt Paracetamol statt Ibuprofen eingenommen werden.

Für unspezifische „antivirale" Therapien gegen Coronaviren, wie Rotalgenextrakt, Zistrosenextrakt, Grüntee-Komplex, Vitamin D und Vitamin C gibt es keinerlei Wirksamkeitsnachweise.

Was können Sie und Ihre Angehörigen tun, wenn Sie an COVID-19 erkrankt sind?

In den meisten Fällen kann eine COVID-19-Erkrankung zuhause auskuriert werden. In der Regel ähneln die Symptome anderen Virusinfektionen der oberen Atemwege (Erkältung) und/oder einer leichten Magen-Darm-Infektion. Es gibt auch hierfür keine speziellen Medikamente. Sie sollten sich für mindestens 10 Tage zu Hause isolieren. Die Isolation kann nach frühestens 48 Stunden Beschwerdefreiheit (oder nachhaltiger Besserung nach ärztlicher Einschätzung) aufgehoben werden. Ruhen Sie sich aus und trinken Sie ausreichend. Bei Fieber kann Paracetamol eingenommen werden, bei Schnupfen können kochsalzhaltige oder abschwellende Nasensprays lindernd wirken.

Wichtig ist, dass Sie bei Zunahme Ihrer Beschwerden, z. B. Atemnot oder steigendem Fieber, Kontakt zu Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin aufnehmen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 anrufen, bei schwerer Atemnot den Rettungsdienst unter 112

Während Ihrer Erkrankung sollten Sie Kontakte mit anderen vermeiden, auch in Ihrem eigenen Haushalt, außerdem gut lüften, wenn möglich, Mahlzeiten gesondert einnehmen, allein schlafen und Einmalhandtücher zum Händewaschen verwenden. Bei Kontakt zu anderen Mitgliedern Ihres Haushaltes sollten Sie und alle anwesenden Personen eine Atemschutzmaske tragen und im selben Raum einen Abstand von 1,5 m einhalten.

Häufig berührte Oberflächen und ein gemeinsam benutztes Bad sollten täglich gereinigt und ggf. mit einem begrenzt viruziden Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Ihre benutzten Taschentücher sowie anderen Abfall sollten Sie zunächst in einen eigenen Abfalleimer mit Deckel in ihrem Krankenzimmer werfen, dessen Inhalt dann später in einem zugeknoteten Müllsack im Hausmüll entsorgt wird.

Vorbeugung

Durch welche Maßnahmen kann ich mich und andere schützen?

Präventionsmaßnahmen spielen bei Infektionen mit Coronaviren (ebenso wie etwa bei Grippeviren) eine entscheidende Rolle (siehe Informationen der BZgA). 

Als risikoreich gilt z. B. direktes Anhusten oder ein direktes Gespräch über 15 Minuten mit einer infizierten Person. Ein etwas geringeres Risiko besteht beim Aufenthalt im selben Raum (z. B. Klassenzimmer, aber ohne längeres direktes Gespräch).

Einhalten der Hustenetikette (s. u.), regelmäßiges Händewaschen sowie Befolgen der Abstandsregeln (ca. 1,5 Meter) schützen vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Aufs Händeschütteln und auf Umarmungen zur Begrüßung sollte verzichtet werden. Personen mit Atemwegssymptomen sollten nach Möglichkeit zuhause bleiben. Wo dies geboten ist, soll ein Mundschutz getragen werden, insbesondere dort, wo Abstandsregeln nicht eingehalten werden können (in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen).

Befolgen der AHA+L+A-Regeln:

  • Abstand halten.
  • Hygiene beachten.
  • Alltagsmaske tragen.
  • Lüften
  • App (Corona-Warn-App nutzen).

Regeln der sogenannten Hustenetikette:

  • Beim Husten Abstand halten und sich abwenden.
  • Nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge oder in ein Papiertaschentuch husten oder niesen.
  • Danach gründlich die Hände waschen.

Weitere Verhaltensempfehlungen sind:

  • Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen.
  • Die Vorgaben der Behörden befolgen.
  • Kontakte generell reduzieren.
  • Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln vermeiden.
  • Nach Möglichkeit von zu Hause arbeiten.

Das RKI gibt folgende Hinweise zur Vermeidung von sog. „Superspreading“, das heißt Situationen, in denen eine Einzelperson mehrere andere Personen anstecken kann:

  • Draußen ist viel besser als drinnen.
  • Große Räume sind besser als kleine.
  • Gut belüftete Räume sind besser als nicht oder schlecht belüftete.
  • Ein kürzerer Aufenthalt mit zwischenzeitlicher ausreichender Lüftung ist besser als ein zu langer Aufenthalt.

Empfehlung zur Verhinderung von COVID-19-Ausbrüchen – Vermeidung der „Drei G“:

  • Geschlossene Räume (mit schlechter Lüftung)
  • Gruppen und Gedränge (mit vielen Menschen an einem Ort)
  • Gespräche (in lebhafter Atmosphäre und engem Kontakt zu anderen).

Gurgeln und Nasenspray

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene empfiehlt regelmäßiges Gurgeln mit Kochsalzlösung, lauwarmem grünem Tee oder, bevorzugt, Mundwasser zur Vorbeugung einer SARS-CoV-2-Infektion. Diese Empfehlungen basieren allerdings vor allem auf Studien zu anderen Viruserkrankungen (z. B. Erkältung, Grippe) und sind wissenschaftlich nicht gut belegt.

Verhalten bei Atemwegsinfekten (Empfehlung des RKI)

Grundsätzlich sollen sich Personen mit akuten Atemwegserkrankungen (Erkältung) zuhause auskurieren, ihre Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 kontaktieren und nach einem Test fragen.

Mundschutz (Mund-Nasen-Schutz) 

Bundesweit wird das Tragen medizinischer Masken beim Einkaufen und im ÖPNV Pflicht, also von OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz) oder FFP2-Masken. Selbst genähte Stoffmasken, andere Alltagsmasken und Gesichtsvisiere sind nicht mehr erlaubt.

Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist das Tragen einer Maske für Kinder ab dem Grundschulalter „zumutbar“. 

Die Maske sollte korrekt sitzen und nach Durchfeuchtung gewechselt werden. Sie darf während des Tragens nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft und auch nicht um den Hals getragen werden.

Weitere Informationen zum Tragen, Reinigen und Anlegen eines Mund-Nasen-Schutzes finden Sie in den Empfehlungen des BfArM.

Seit 15.12.2020 können Angehörige von Risikogruppen kostenlose FFP2-Masken in der Apotheke erhalten. Ein vorheriger Arztbesuch oder ein Attest sind nicht nötig. Weitere Informationen finden Sie hier.

Impfung gegen COVID-19

Impfempfehlung

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Impfstoff der Firma BioNTech/Pfizer (BioNTech), den Impfstoff der Firma Moderna, den der Firma AstraZeneca (Vaxzevria) sowie den der Firma Johnson & Johnson (Janssen) zugelassen. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt den Einsatz aller vier Impfstoffe. Die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und AstraZeneca müssen zweimal in den Oberarmmuskel verabreicht werden. Bei BioNTech und Moderna gilt ein Impfabstand von 6 Wochen, bei AstraZeneca von 12 Wochen.

Der Vektorimpfstoff der Firma Johnson & Johnson (Janssen) muss nur einmal verabreicht werden.

Wirksamkeit und Dauer der Schutzwirkung

Die deutsche Firma BioNTech und ihr Kooperationspartner Pfizer sowie die US-amerikanische Firma Moderna hatten bekanntgegeben, dass der von ihnen entwickelte Impfstoff nach vorläufigen Ergebnissen eine 95- bzw. 94,5-prozentige Wirksamkeit aufweist. Für den Impfstoff der britisch-schwedischen Firma AstraZeneca wird eine 72-prozentige Wirksamkeit angegeben und für den Impfstoff der Firma Johnson & Johnson eine 66-prozentige Wirksamkeit.

Es ist noch unklar, wie lange die Schutzwirkung der Impfungen andauert und wie die Langzeitnebenwirkungen aussehen. Die Ansteckungsfähigkeit bei nach einer Impfung mit SARS-CoV-2-infizierten Personen ist nach derzeitiger Datenlage vermindert. Die Impfstoffe sind weder für Kinder (BioNTech ab 16 Jahren) noch für Schwangere zugelassen. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Wirkung schwächer ausfallen.

Sehr selten kann es bei jüngeren Personen in Zusammenhang mit der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu einer Gerinnungsstörung mit einem Auftreten von Hirnvenenthrombosen kommen. Deshalb wird der Impfstoff in Deutschland nur noch für Personen ab 60 Jahren empfohlen. Personen unter 60 Jahren, die eine erste Dosis mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben, sollen nach 12 Wochen eine Impfung mit einem Impfstoff der Firmen BioNTech oder Moderna erhalten.

Da für den Impfstoff der Firma Johnson ebenfalls einzelne Fälle ungewöhnlicher thrombotischer Erkrankungen aus den USA berichtet wurden, wird der Impfstoff von der Europäischen Arztneimittelbehörde (EMA) erneut überprüft. Ein Impfstart mit dieser Vakzine in Deutschland ist vorerst ausgesetzt. 

Weitere Informationen zur Impfung gegen COVID-19 finden Sie in unserem Artikel COVID-19: Impfung und Herdenimmunität.

Wirksamkeit gegen die neuen Virusvarianten

Laut RKI ist die Wirkung der Impfstoffe der Firmen BioNTech, Moderna und AstraZeneca gegen Erkrankungen durch die britische Virusvariante B.1.1.7 sehr gut. Außerdem schützen diese Impfstoffe zumindest gegen schwere Erkrankungen durch die südafrikanische Variante B.1.351 und die brasilianische Variante P.1.

Wer wird zuerst geimpft und wo?

Weil nach Zulassung in Europa anfangs nur begrenzte Impfstoffmengen verfügbar sein werden, sollen laut STIKO bestimmte Personengruppen bevorzugt geimpft werden: Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen von Altenpflegeeinrichtungen, über 80-Jährige und medizinisches Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko. Personen mit schwereren Grunderkrankungen und damit hohem Risiko im Falle einer COVID-19-Erkrankung sind danach an der Reihe. Die Impftermine werden über Impfzentren vergeben. Die Termine müssen online vereinbart werden: Impfterminservice. Seit dem 06.04.2021 wird deutschlandweit auch in Hausarztpraxen geimpft.

RKI-Infos zur Impfung

Das RKI stellt auch ein Faktenblatt zur COVID-Impfung bereit.

Maßnahmen in Deutschland 

In Deutschland haben die Behörden Maßnahmen ergriffen, um die weitere Verbreitung des Virus zu verlangsamen und besonders gefährdete Personengruppen (z. B. Bewohner*innen von Seniorenpflegeeinrichtungen) zu schützen. Es wird also eine Strategie der Eindämmung (Containment) und des Schutzes gefährdeter Personen (Protection) verfolgt.

Das Tragen einer medizinischen Maske ist beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln in allen Bundesländern Pflicht. Das öffentliche Leben wird wieder stärker eingeschränkt (detaillierte Informationen finden Sie auf der Website der Bundesregierung). 

Die Situation ändert sich sehr schnell. Bitte verfolgen Sie die aktuellen Meldungen der Tagesmedien, z. B. www.tagesschau.de. Informationen zu Ihrem Bundesland finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Landesregierungen.

Eltern können im Jahr 2021 auch Kinderkrankengeld beziehen, wenn Schule oder Kita coronabedingt geschlossen sind, also wenn das Kind nicht krank ist. Hierfür benötigen Eltern (auf Verlangen der Krankenkasse) eine Bescheinigung der Einrichtung. Es ist also keine Arztbesuch nötig. Weitere Details müssen bei der Krankenkasse erfragt und mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden.

Corona-Warn-App

Seit 16.06.2020 ist die Corona-Warn-App der Bundesregierung im Einsatz. So soll die Nachverfolgung von Personen erleichtert werden, die unwissentlich Kontakt zu einem SARS-CoV-2-Infizierten hatten. Weitere Informationen finden Sie im RKI-Dokument Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App.

Abstriche zur SARS-CoV-2-Testung nach Warnhinweis über die App sind Kassenleistung.

Regelungen für den Reiseverkehr

Zahlreiche, auch europäische, Regionen und Staaten werden laut RKI aktuell als Gebiete, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht, ausgewiesen. Weiterführende tagesaktuelle Informationen finden Sie bei den RKI-Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete. Neuerdings definiert das RKI jetzt „Virusvarianten-Gebiete". Derzeit gehören dazu u.a. Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland, Irland, Brasilien und Südafrika.

Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 10 Tage vor Einreise in einem ausländischen Risikogebiet aufgehalten haben, müssen nach ihrer Einreise unverzüglich für 10 Tage in Quarantäne. Dies wird vom zuständigen Gesundheitsamt überwacht. Personen, die eine digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt haben, müssen sich nicht beim Gesundheitsamt melden, siehe Regelungen für Einreisende des BMG.

Reiserückkehrer*innen aus nicht deutschen Risikogebieten müssen laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) künftig spätestens 48 Stunden nach Einreise nachweisen können, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Einreisende aus besonders betroffenen Regionen und Virusvarianten-Gebieten müssen schon vor der Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.

Bei Personen, die nachweislich eine SARS-CoV-2-Infektion hatten und wieder als genesen gelten, ist keine Quarantäne erforderlich. Nach Einreise aus einem Risikogebiet soll in diesem Fall ein Selbstmonitoring und bei Auftreten von Symptomen eine sofortige Selbstisolation und Testung erfolgen.

Die Möglichkeit, die Quarantänepflicht durch ein negatives Testergebnis vorzeitig zu beenden, besteht grundsätzlich erst nach fünf Tagen. Bei Symptomen einer möglichen Infektion mit COVID-19 innerhalb von 10 Tagen nach der Einreise besteht auch bei negativem Test die Pflicht, umgehend das Gesundheitsamt zu kontaktieren.

Seit dem 01.10.2020 gelten wieder länderspezifische Reisehinweise des Auswärtigen Amts. Für Risikogebiete besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für nicht notwendige touristische Reisen. Von nicht notwendigen touristischen Reisen in Länder, in die eine Einreise nur eingeschränkt möglich ist, in denen Quarantäne nach der Einreise vorgeschrieben ist oder die keinen uneingeschränkten Reiseverkehr zulassen, wird ebenfalls abgeraten.

Meldung an das Gesundheitsamt

Haben Ärzt*innen den Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 oder wird diese bestätigt, muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wer muss in Quarantäne?

Kontaktpersonen von Personen mit einer labordiagnostisch nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 mit erhöhtem Ansteckungsrisiko müssen für die Dauer der Inkubationszeit (max. 14 Tage) in häuslicher Quarantäne beobachtet werden. Kontakte mit anderen Personen sollen, soweit möglich, reduziert werden. Hierzu gibt es von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) eine praktische Handlungsempfehlung für die häusliche Isolierung von Verdachtsfällen.

Diese Maßnahmen werden vom Gesundheitsamt auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes angeordnet. Diesen Anordnungen muss Folge geleistet werden. Ausfallender Arbeitsverdienst wird erstattet.

Kontaktpersonen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko sind Personen, die beispielsweise in den letzten 14 Tagen ohne adäquaten Schutz (also MNS oder FFP2-Maske) einen direkten Gesprächskontakt mit einem nachweislich Infizierten hatten oder Kontakt mit seinen Atemwegssekreten hatten (z. B. direkt angehustet wurden). Auch Personen, die sich in einem Raum mit einer hohen Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten haben, gelten als enge Kontaktpersonen. Bei Schulklassen wird nach Ermessen des Gesundheitsamtes entschieden.

Für enge Kontaktpersonen gilt eine Quarantänepflicht von 14 Tagen – gerechnet ab dem Tag nach dem letzten Tag des Kontaktes zur infizierten Person. Auch Personen, die vor mehr als 6 Monaten eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion hatten, müssen in Quarantäne. Vollständig geimpfte Personen und von COVID-19 Genesene mit einer einmaligen Impfung müssen nicht in Quarantäne. Die häusliche Absonderung darf derzeit nicht auf 10 Tage verkürzt werden, wenn am 10. Tag ein SARS-CoV-2-Test negativ ist (Antigen-Schnelltest oder PCR-Test). Kontaktpersonen in Quarantäne sollten sich zweimal wöchentlich und am letzten Tag der Quarantäne mit einem Antigentest testen. Möglichst früh in der Quarantäne sollte ein PCR-Test von einem Rachenabstrich durchgeführt werden.

Außerdem müssen Einreisende aus Risikogebieten in Quarantäne. Hier gilt eine Quarantäne von 10 Tagen, die durch einen Test frühestens nach 5 Tagen verkürzt werden kann. Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten, die in der Nähe eines COVID-19-Falles saßen oder näheren Kontakt auf dem Flug hatten, gelten auch als Kontaktpersonen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko.

Wer muss isoliert werden?

Erkrankte Personen, die sich nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, werden isoliert, damit die Gefahr, andere anzustecken, vermindert wird. Leicht erkrankte Patient*innen können zuhause isoliert werden. Schwer erkrankte Betroffene werden in eine Klinik eingewiesen und dort isoliert. Die Isolierung wird ebenfalls vom Gesundheitsamt angeordnet.

Eine häusliche Isolierung kann frühestens 14 Tage nach Symptombeginn beendet werden. Bei Patient*innen, bei denen wegen schwerer COVID-19-Erkrankung eine Behandlung mit Sauerstoff nötig war, frühestens 14 Tage nach Symptombeginn. Die Betroffenen müssen dabei seit 48 Stunden beschwerdefrei sein und der SARS-CoV-2-Abstrich muss negativ sein.

Leicht erkrankte Personen (ohne Sauerstoffbedarf) dürfen frühestens 14 Tage nach Symptombeginn und nach mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit aus der Isolierung entlassen werden (kein negativer Abstrich erforderlich).

Bei gänzlich symptomfreien Infizierten endet die Isolierung frühestens 14 Tage nach dem ersten positiven Abstrichergebnis.

Personen, bei denen ein begründeter Verdacht (s. o.) auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht, müssen bis zum Eintreffen des Abstrichergebnisses ebenfalls unter Kontaktreduktion im häuslichen Umfeld bleiben. Dabei sollen enge Kontakte gemieden, Händehygiene beachtet und bei Kontakt zu anderen ein Mundschutz getragen werden.

Prognose

Für das neuartige Coronavirus sind die Zahlen zur Sterblichkeit noch nicht ganz genau bekannt, weil wir nicht wissen, wie viele Personen, auch ohne Krankheitszeichen, infiziert sind. Bisher geht man von einer Sterblichkeitsrate von etwa 0,5–1 % aus, wahrscheinlich liegt diese niedriger.

Den derzeitigen Erfahrungen und ersten Daten zufolge sind jedoch v. a. Menschen im Alter über 65 Jahre bzw. insbesondere über 80 Jahre betroffen, oder Personen, die bereits an chronischen Krankheiten leiden. In diesen Gruppen liegt die Sterblichkeit höher. Von den Todesfällen waren 90 % 70 Jahre oder älter.

Komplikationen

Aus Ländern mit hohen Erkrankungszahlen wird von Fällen einer entzündlichen Multiorganerkrankung bei Kindern berichtet, die dem selten bei Kindern auftretenden Kawasaki-Syndrom ähnelt. Diese Erkrankung wird als Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) bezeichnet. Sie ist insgesamt sehr selten. In Deutschland wurde bisher kein gehäuftes Vorkommen beobachtet.

Es gibt vermehrt Berichte, aber auch Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien, die darauf hindeuten, dass manche COVID-19-Erkrankte auch nach ihrer Genesung von der akuten Erkrankung unter langwierigen Beschwerden leiden (engl. „Long COVID"). Derzeit gibt es noch keine verlässlichen Daten über den Anteil der Erkrankten mit Langzeitfolgen. Über den klinischen Verlauf nach sehr milden oder asymptomatischen Erkrankungen ist sehr wenig bekannt.

SARS-CoC-2 kann, wie viele Viren, eine Herzmuskelentzündung verursachen. Wenn Sie von einer COVID-19-Erkrankung wieder genesen sind, sollten Sie vor einer Wiederaufnahme sportlicher Betätigung oder gar Leistungssport den Rat Ihrer Hausärztin/Ihres Hausarztes einholen.

Weitere Informationen

Deximed

DEGAM

Hausärzteverband

Robert Koch-Institut

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Bundesregierung

Bundesministerium für Gesundheit

ZEIT ONLINE

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Paul-Ehrlich-Institut

Charité Berlin

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Nachbarschaftshilfe

Autorin

  • Marlies Karsch-Völk, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, München

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19), respiratorische Erkrankung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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