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Herpes genitalis bei Männern

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Definition: 
Infektion mit Herpes-simplex-Virus 2 (HSV-2), seltener mit Herpes-simplex-Virus 1 (HSV-1), die sich durch Effloreszenzen der genitalen Haut oder Schleimhäute äußert. In der Regel erfolgt die Übertragung über sexuellen Kontakt. Eine HSV-Infektion kann sowohl im Rahmen der Erstinfektion als auch durch Aktivierung einer latenten Infektion symptomatisch werden. In der Mehrzahl der Fälle bleibt sie jedoch symptomlos. Eine Infektion mit HSV bleibt lebenslang bestehen.
Häufigkeit: 
Über 80 % aller Männer in Deutschland sind HSV-1-positiv, etwa 10 % HSV-2-positiv. 90 % der Erstinfektionen mit HSV-1 und 75 % der Erstinfektionen mit HSV-2 sind asymptomatisch. Dem primären Herpes genitalis folgt in ca. 85 % der Fälle ein symptomatisches Rezidiv. Endogene Rezidive werden in mehr als 90 % der Fälle durch HSV-2 ausgelöst.
Symptome:
Allgemeines Krankheitsgefühl, leichtes Fieber, lokal brennende Schmerzen.
Befunde:
Gruppierte Bläschen, Erosionen und Ulzera im Genitalbereich, vergrößerte und druckschmerzhafte Leistenlymphknoten.
Diagnostik:
Kann sich nicht immer auf das klinische Erscheinungsbild stützen, da dieses oft untypisch ist. Abstrich aus dem Grund der Läsion zur Diagnosesicherung, möglichst über einen direkten Nachweis von Virus-DNA via Echtzeit-PCR.
Therapie:
Orale Virostatika in der Frühphase der Ersterkrankung oder des Rezidivs. Schmerztherapie, z. B. mit topischem Lidocain. Evtl. antivirale Langzeitprophylaxe.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • My Falk, Oberärztin, Abteilung für Geschlechtskrankheiten, Universitätskrankenhaus Örebro
  • Svein Z. Bratland, Spezialist für Allgemeinmedizin, Sandviken Legesenter, Bergen, Berater bei Statens helsetilsyn, Oslo
  • Per Inge Lundmo, Professor und Oberarzt, Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Kirurgisk klinikk, Urinveissykdommer, Regionsykehuset, Trondheim