Zum Hauptinhalt springen

Lichen sclerosus bei Jungen und  Männern

Zuletzt bearbeitet: Zuletzt revidiert:
Zuletzt revidiert von:


Definition:
Der Lichen sclerosus (LS) ist eine chronisch entzündliche, nicht ansteckende, vermutlich autoimmunologisch vermittelte Dermatose mit weißlichen Plaques mit epidermaler Atrophie. Sie tritt überwiegend genital, aber auch extragenital auf.
Häufigkeit:
Beim männlichen Geschlecht manifestiert sich die Erkrankung prä- und postpubertär. Die genaue Inzidenz ist nicht bekannt. Ein Großteil der erworbenen (sekundären) Phimosen sollen durch einen LS ausgelöst werden.
Symptome:
Die Erkrankung kann sowohl genitale wie extragenitale Manifestationen aufweisen. Beim Lichen sclerosus des Penis können Juckreiz, Schmerzen und eine Phimose auftreten. Probleme beim Wasserlassen bei Beteiligung der Urethra. Der extragenitale LS ist meist asymptomatisch. Assoziation mit anderen Autoimmunerkrankungen beschrieben.
Befunde:
Klinische Befunde sind anfangs weiße polygonale Papeln, die zu Plaques zusammenwachsen, mit nachfolgender Sklerose und zuweilen Ulzerationen und Fissuren. Bei genitalem Befall sieht man oft eine weißlich porzellanartig sklerotische Vernarbung des distalen Präputiums als typischen weißlichen Ring, die zu einer zunehmenden Phimose führt.
Diagnostik:
Im Allgemeinen klinische Diagnosestellung, Zusatzuntersuchungen nur differenzialdiagnostisch weiterweisend. Eine Biopsie kann erwogen werden bei Unklarheiten oder bei V. a. maligne Transformation.
Therapie:
Kurative Intention aus lokalen, hochpotenten Glukokortikoiden für mindestens 3 Monate. Eine Zirkumzision führt bei Beschwerdepersistenz zur Abheilung und kann auch als primäre Therapieoption erwogen werden. Rezidive sind insgesamt selten, jedoch möglich. Eine maligne Entartung ist bei genitalem Befall selten und nur in unbehandelten Fällen beschrieben, bei extragenitalem Befall nicht dokumentiert.
  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg
  • Morten Dalaker, avtalespesialist i hudsykdommer, Trondheim Hudlegesenter, Carl Johans gt 3, 7010 Trondheim
  • Hans Hedelin, professor och överläkare, FoU-centrum och urologkliniken, Kärnsjukhuset, Skövde