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Blut im Hodensack (Hämatozele)

Eine Hämatozele ist eine Blutung oder Ansammlung von Blut unter der Haut, die die Hoden und Samenstränge umgibt – also eine Ansammlung von Blut im Hodensack, in der Regel infolge einer Verletzung.

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Was ist eine Hämatozele?

Eine Hämatozele ist eine Blutung oder Ansammlung von Blut unter der Haut, die die Hoden und Samenstränge umgibt – also eine Ansammlung von Blut im Hodensack. Das Blut stammt von verletzten Blutgefäßen des Hodensacks oder des Hodengewebes, in der Regel infolge einer Verletzung. Solche Blutungen im Hodensack sind sehr selten. Gefährdet sind vor allem sportlich aktive Männer im Alter von 10 bis 30 Jahren, insbesondere bei Kontaktsportarten, die zu stumpfen Verletzungen (ohne Riss der äußeren Haut) führen können. Noch seltener sind Hodenverletzungen, die offene Wunden verursachen, etwa durch eine Schuss, einen Schnitt, Pfählung oder auch Tierbiss.

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel auf Grundlage der Krankengeschichte sowie der Befunde der medizinischen Untersuchung gestellt. Typische Merkmale sind starke Schmerzen und Schwellungen im Hodensack, die sich rasch entwickeln. Infolge des Blutaustritts ist oft eine Verfärbung der Haut des Hodensacks zu erkennen. Der auslösende Faktor ist häufig eine stumpfe Verletzung wie ein Schlag oder Tritt gegen den Hodensack.

Bei Zweifeln bezüglich der Diagnose sollte eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt werden. Dadurch lässt sich erkennen, ob sich Blut im Hodensack befindet und die Diagnose bestätigen. Möglicherweise wird eine Urologin/ein Urologe hinzugezogen, wenn die Diagnose sich nicht sicher stellen lässt.

Die Ärztin/der Arzt wird den Hoden im Verlauf regelmäßig untersuchen, um sicher zu sein, dass es durch die Verletzung nicht zu einer Verdrehung des Hodens (Hodentorsion) gekommen ist. Diese muss schnell behandelt werden, da sonst Durchblutungsstörungen und bleibende Schäden drohen.

Behandlung

Eine leichte Verletzung ohne offene Hautwunde lässt sich durch Ruhe, Hochlagern des Hodens und ggf. Schmerzmittel behandeln. Ist die Verletzung schwerer, ist eventuell eine Operation erforderlich, um eine Druckentlastung zu erreichen und den Hoden vor einer Schädigung durch den Bluterguss zu schützen. Denn größere Blutansammlungen, die nicht entfernt werden, können einen oder beide Hoden schädigen und langfristig zu Unfruchtbarkeit führen. Kleinere Blutergüsse hingegen können mit der Zeit resorbiert werden. Falls die Haut des Hodens gerissen ist, wird sie genäht. Handelt es sich um einen Tierbiss, sind Antibiotika erforderlich.

Prävention

Sportler, die Kontaktsportarten ausüben, sollten ggf. einen Hodenschutz tragen.

Weitere Informationen

Autoren

  •  Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen