Wasserbruch – Hydrozele

Beim Wasserbruch sammelt sich Flüssigkeit im Hodensack an. Ein angeborener Wasserbruch wird durch eine Schwäche des Bauchfells verursacht, die bewirkt, dass Flüssigkeit aus der Bauchhöhle in den Hodensack sickern kann.

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Was ist eine Hydrozele?

Ein Wasserbruch (Hydrozele) ist eine Flüssigkeitsansammlung im Hodensack. Es wird zwischen kommunizierender und nicht kommunizierender Hydrozele unterschieden. Bei der kommunizierenden Hydrozele besteht eine Verbindung zur Bauchhöhle, sodass sich das Flüssigkeitsvolumen im Tagesverlauf verändern kann. Diese Form des Wasserbruchs kommt fast ausschließlich bei Kindern vor.

Die häufigsten Beschwerden sind ein Druck- oder Schweregefühl und praktische Probleme, wenn der Hodensack an Volumen zunimmt. Häufig ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und normale Kleidung erscheint zu eng. Der angeschwollene Hodensack kann auch als kosmetisch störend empfunden werden. In einzelnen Fällen kann der Bereich empfindlich sein oder schmerzen.

Eine Wasserbruch kommt bei etwa 1,5–6 % aller Neugeborenen vor. Über die Häufigkeit bei Erwachsenen in Deutschland gibt es keine verlässlichen Daten. Männer im mittleren und höheren Alter scheinen häufiger betroffen zu sein als jüngere.

Ursache

Eine kommunizierende Hydrozele geht in der Regel auf eine angeborene Schwäche des Bauchfells zurück, die bewirkt, dass Flüssigkeit aus der Bauchhöhle in den Hodensack sickert. Auch (seltene) Fehlbildungen der Blase können mit einem Wasserbruch einhergehen.

Bei erwachsenen Männern kann eine Hydrozele als Komplikation infolge von Erkrankungen auftreten. Dazu gehören Erkrankungen oder Verletzungen des Hodensacks, Hodenkrebs, Tumoren im Bauchbereich, allgemeine Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose, Infektionen wie Tuberkulose und Filariose sowie Nierentransplantationen.

Diagnose

Zur Diagnosestellung kann der Arzt den Hodensack mit einer Lampe durchleuchten. Die Flüssigkeitsansammlung im Hodensack erscheint lichtdurchlässig. Wenn Zweifel bestehen, kann die Flüssigkeit mit einer Spritze abgesaugt werden. Um Hodenkrebs auszuschließen, tastet der Arzt beide Hoden mit den Händen ab.

Mit einer Ultraschalluntersuchung kann die Flüssigkeitsansammlung um die Hoden festgestellt werden. Sie dient zudem dem Ausschluss von Erkrankungen der Hoden.

Je nach Grunderkrankung werden evtl. weitere Untersuchungen durchgeführt.

Therapie

Bei kleinen Jungen muss ein Wasserbruch meist nicht behandelt werden. Hydrozelen bei Kindern bilden sich häufig spontan zurück, ab einem Alter von 2 Jahren sollte jedoch eine Operation erwogen werden.

Eine Behandlung ist nur dann erforderlich, wenn die Hydrozele Schmerzen verursacht. Bei Erwachsenen können die Beschwerden kurzzeitig gelindert werden, indem der Arzt die Flüssigkeit aus dem Hodensack mit einer Nadel absaugt. In der Regel bildet sich jedoch innerhalb einiger Wochen erneut eine Hydrozele. Um dem entgegenzuwirken können Mittel gespritzt werden, die das Gewebe verhärten.

Wenn die Hydrozele starke Beschwerden verursacht, kann sie durch Operation entfernt werden. Dabei gibt es verschiedene Operationstechniken. Als Komplikationen können Blutergüsse und Infektionen auftreten.

Prognose

Ein Wasserbruch kann sehr unangenehm sein, ist aber an sich nicht gefährlich.

Bei Kleinkindern verkleinern sich Hydrozelen häufig während des ersten Lebensjahres und verschwinden dann.

Bei erwachsenen Männern mit Wasserbruch ist es wichtig, die Ursache herauszufinden und diese zu behandeln.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Hydrozele. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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