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Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis)

Eine Entzündung der Nebenhoden führt zu einer schmerzhaften Schwellung des Hodensacks. Sie wird in der Regel durch die Ausbreitung von Bakterien aus der Harnröhre oder der Blase verursacht.

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Was ist eine Epididymitis?

Eine Epididymitis ist eine Entzündung der Nebenhoden, die oberhalb und hinter den Hoden liegen.

Typische Symptome der akuten Nebenhodenentzündung sind eine über wenige Tage zunehmende Schwellung und Schmerzen im Hodensack. Der Schmerz strahlt häufig in den Unterbauch aus. Dazu können Schüttelfrost und Fieber zwischen 39° und 40° C auftreten. In einigen Fällen macht sich auch ein Brennen in der Harnröhre und der Drang zu häufigem Wasserlassen bemerkbar, gelegentlich auch ein Ausfluss aus der Harnröhre. 

Nebenhodenentzündungen treten vor allem nach der Pubertät auf. Insbesondere junge, sexuell aktive Männer sind betroffen, da eine der häufigsten Ursachen sexuell übertragbare Krankheiten darstellen. Aber auch ältere Männer können an einer Nebenhodenentzündung erkranken.

Ursachen

Eine Nebenhodenentzündung wird normalerweise durch eine bakterielle Infektion verursacht. Die gleichen Bakterien, die zu einer Blasen- oder Harnwegsentzündung führen, können auch in die Nebenhoden gelangen. Die Nebenhodenentzündung ist häufig eine Komplikation von Geschlechtskrankheiten, die durch eine Infektion mit Chlamydien oder Gonokokken verursacht werden.

Vor allem bei älteren Patienten kann es zu einer Nebenhodenentzündung nach Eingriffen (Operation, Katheterisierung, Untersuchung) an den Harnwegen kommen, wenn dabei eine sich ausbreitende Infektion entsteht.

Bei Kindern kann die Epididymitis nach einer viralen Infektion (z. B. Mumps) auftreten. Es kommt auch vor, dass 2–3 Tage nach Schlägen im Genitalbereich eine vorübergehende Schwellung und Entzündung eines Nebenhodens auftritt.

Diagnose

Die Diagnose wird auf der Grundlage der typischen Symptome und Befunde gestellt. Durch Abtasten des Hodensacks können Ärzte eine Schwellung der Nebenhoden von einer Schwellung der Hoden (Orchitis) unterscheiden. Im Rahmen der ärztlichen Untersuchung wird zudem der Urin auf Geschlechtskrankheiten sowie eine gewöhnliche Harnwegsinfektion überprüft. Es kann auch ein Abstrich der Harnröhre nötig sein.

Weitere Untersuchungen, insbesondere Ultraschalluntersuchungen können angebracht sein, wenn die Diagnose unsicher ist oder die Behandlung nicht wie geplant anschlägt. 

Behandlung

Da die Ursache in den meisten Fällen eine bakterielle Infektion ist und eine Nebenhodenentzündung sehr schmerzhaft ist, beginnt man schon vor der genauen Bestimmung des Bakteriums mit einer Antibiotikatherapie. Darüber hinaus werden in der akuten Phase Bettruhe und eine Entlastung des Hodens durch Anheben empfohlen. Bei starken Schmerzen können Schmerzmittel eingenommen werden. Auch kühlende Umschläge können Linderung verschaffen. In einigen Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich werden.

Wenn die Ursache auf eine sexuell übertragene Infektion zurückzuführen ist, sollte eine Untersuchung des Sexualpartners stattfinden. Etwa einen Monat nach Beendigung der Behandlung sollte eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden.

Kondome schützen vorbeugend vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Prognose

Die Krankheit führt nur selten zu Komplikationen. Die Behandlung ist fast immer wirksam. Die Symptome gehen bei richtiger Antibiotikatherapie rasch zurück. Dennoch kann es einige Wochen dauern, bis der Hodensack abgeschwollen ist. Eine unvollständige Behandlung der Krankheit kann im schlimmsten Fall zu einer herabgesetzten Fruchtbarkeit und somit verminderten Fähigkeit führen, Kinder zu zeugen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.