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Lymphknotenentzündung in der Bauchhöhle (mesenteriale Lymphadenitis)

Eine Lymphknotenentzündung in der Bauchhöhle wird in der medizinischen Fachsprache als mesenteriale Lymphadenitis bezeichnet. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendizitis, ugs. Blinddarmentzündung).

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Lymphknoten

Lymphknoten sind wichtige „Filterstationen" und damit an der Immunabwehr des Körpers beteiligt. In ihnen sitzen Immunzellen, die vor Ort auf Krankheitserreger oder andere körperfremde Stoffe trainiert und von ihnen aktiviert werden. Lymphknoten befinden sich fast überall im Körper, sowohl in der Nähe von Organen, als auch organfern. Kommt es z. B. zu einer Entzündung, schwellen als Reaktion die Lymphknoten in der Umgebung an.

Was ist eine mesenteriale Lymphadenitis?

Von einer mesenterialen Lymphadenitis spricht man, wenn die Lymphknoten innerhalb der Bauchhöhle entzündet sind. Da sich die Symptome sehr ähneln, wird die mesenteriale Lymphadenitis oft für eine akute Appendizitis („Blinddarmentzündung“) gehalten. Die mesenteriale Lymphadenitis tritt am häufigsten bei Kindern unter 15 Jahren auf, kommt aber in allen Altersgruppen vor. Die Erkrankung tritt 10-mal seltener auf als die akute Appendizitis, aber 16 % der Kinder mit dem Verdacht auf eine Appendizitis sind an einer mesenterialen Lymphadenitis erkrankt.

Symptome

Bei einer mesenterialen Lymphadenitis bestehen Bauchschmerzen, die häufig im rechten Unterbauch am stärksten sind. Die Intensität der Schmerzen kann variieren. Weiterhin können Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten. In einigen Fällen besteht Fieber. Es kann gleichzeitig eine Schwellung anderer Lymphknotenstationen oder der Rachenmandeln vorliegen.

Sowohl für die Eltern als auch für den Arzt kann es schwierig sein, die Erkrankung von einer akuten Appendizitis oder anderen Erkrankungen, die akute Unterbauchschmerzen hervorrufen, zu unterscheiden.

Ursache

Die Ursache ist oft unklar. Man vermutet meist ein Zusammenhang mit bakteriellen oder viralen Infektionen. Es kann z. B. im Rahmen einer Infektion mit EBV (Pfeiffer-Drüsenfieber) oder CMV (Zytomegalievirus) zu einer mesenterialen Lymphadenitis kommen. Bei 25 % aller Patienten ist im Vorfeld eine Infektion der oberen Atemwege aufgetreten.

Die Schmerzen bei der mesenterialen Lymphadenitis sind darauf zurückzuführen, dass die Entzündung der Lymphknoten eine Reizung des Bauchfells und häufig auch schmerzhafte Darmbewegungen auslöst.

Diagnostik

In der körperlichen Untersuchung wird u. a. der Bauch des Kindes vorsichtig abgetastet. Zudem wird der Hals untersucht und auf weitere Lymphknotenschwellungen, z. B. am Hals, geachtet. Es wird Fieber gemessen und Blut abgenommen. Im Bauchultraschall können evtl. vergrößerte Lymphknoten ohne Veränderungen des Wurmfortsatzes festgestellt werden.

Da eine mesenteriale Lymphadenitis sich nur schwer von einer Appendizitis unterscheiden lässt, werden viele Kinder sicherheitshalber in ein Krankenhaus überwiesen, wo weitere Untersuchungen erfolgen. Dort wird das Kind überwacht. Evtl. wird eine Operation durchgeführt und der Wurmfortsatz entnommen, wenn eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) nicht ausgeschlossen werden kann.

Therapie

Eine mesenteriale Lymphadenitis geht in der Regel von allein vorüber und erfordert keine spezielle Behandlung. Die Therapie besteht in Bettruhe bis zur Besserung der Symptome. Bestehen Fieber, Erbrechen oder Schmerzen können diese ggf. medikamentös behandelt werden. In manchen Fällen kann außerdem eine antibiotische Behandlung erwogen werden. In seltenen Fällen tritt eine Darminvagination auf, die ggf. einer Operation bedarf.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marleen Mayer, Ärztin, Mannheim