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Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Ein Pankreaskarzinom wird oft erst im späten Krankheitsverlauf entdeckt. Nur in etwa 15 % der Fälle wird der Tumor so früh entdeckt, dass versucht werden kann, ihn operativ zu heilen.

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Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein Organ im Oberbauch. Sie liegt unterhalb des Magens und wird in Kopf (Caput), Körper (Corpus) und Schwanz (Cauda) untergliedert. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungsenzyme, die in den Zwölffingerdarm abgegeben werden, und Hormone für den Kohlenhydratstoffwechsel (u. a. Insulin).

Die meisten Tumore in der Bauchspeicheldrüse sind sog. Adenokarzinome, die vom Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse ausgehen. Diese Tumore wachsen in umliegendes Gewebe ein und breiten sich früh auf lokale Lymphknoten aus. Die Erkrankung geht mit einer hohen Sterblichkeit einher.

Symptome

Ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse hat an vielen Stellen ausreichend Platz, um recht lange zu wachsen, ohne auf andere Organe zu drücken oder zu Schmerzen oder anderen Beschwerden zu führen. Oft ist der Tumor daher groß geworden und hat sich bereits in andere Organe ausgebreitet, bevor er entdeckt wird.

Die häufigsten Symptome, die zu einer ärztlichen Untersuchung führen, sind unfreiwillige Gewichtsabnahme (der Verlust von mehr als 5−10 % des Körpergewichts), Bauchschmerzen oder Gelbsucht. Gelbsucht entsteht, wenn der Tumor so stark auf den Gallengang drückt, dass die Galle nicht (wie vorgesehen) in den Darm abfließen kann, sondern ins Blut übergeht. Die Gallenfarbstoffe verursachen eine gelbliche Haut und dunklen Urin; der Stuhlgang ist hingegen hell bzw. grau gefärbt. Zusätzlich kann starker Juckreiz bestehen.

Weitere typische Symptome sind Bauch- und Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen. Je nach Mitbeteiligung weiterer Organe können zusätzliche Symptome auftreten, z. B. Blutergüsse.

Ursachen

Die meisten Tumoren in der Bauchspeicheldrüse sind sog. Adenokarzinome, die aus veränderten Zellen im Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse entstehen. Diese Tumore breiten sich rasch lokal aus und bilden in einem frühen Stadium Metastasen. Drei von vier Tumoren sitzen im Kopf der Bauchspeicheldrüse, der Rest befindet sich im Körper und im Schwanz. Ein Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse wächst oft in die Gallengänge hinein, was dazu führen kann, dass der Gallengang eingeengt wird und eine Gelbsucht entsteht.

Risikofaktoren

In den meisten Fällen ist die Ursache eines Pankreaskarzinoms unbekannt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren:

Häufigkeit

  • Im Jahr 2016 erkrankten etwa 18.400 Menschen in Deutschland an einem Pankreaskarzinom.
  • Diese Krebsart tritt selten vor dem 50. Lebensjahr und am häufigsten im Alter ab etwa 70 Jahren auf.

Untersuchungen

Neben einer körperlichen Untersuchung wird Blut abgenommen, um Entzündungs- und Leberwerte sowie Enzyme der Bauchspeicheldrüse zu bestimmen.

Ultraschall

  • Bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom wird zunächst meist eine normale Ultraschalluntersuchung des Bauchraums durchgeführt.
  • Immer häufiger wird auch ein Ultraschall mit einem Endoskop (sog. Endosonografie) verwendet.

Weitere bildgebende Untersuchungen

  • Bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) der Bauchspeicheldrüse liefern genauere Informationen.
  • Wenn ein Tumor entdeckt wird, werden zusätzliche Spezialbilder der Bauchspeicheldrüse und weitere CT-/MRT-Untersuchungen der übrigen Teile der Bauchhöhle sowie Röntgenbilder der Brusthöhle gemacht. Damit wird der Umfang der Erkrankung so umfassend wie möglich abgeklärt. 
  • Mit der CT-Angiografie oder MRT-Angiografie können die Blutgefäße untersucht werden, um die Ausbreitung des Tumors zu beurteilen.
  • In bestimmten Fällen ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) sinnvoll, mit der Metastasen entdeckt werden können.

Behandlung

Die Abklärung durch bildgebende Untersuchungen bildet die Grundlage für die Wahl der Behandlungsmethode.

Operation

Das Behandlungsziel ist es, die Erkrankung durch die operative Entfernung des Tumors zu heilen. Da der Krebs aber bei Erstdiagnose meist schon weit fortgeschritten ist, kann nur bei ca. 15 % der Patient*innen mit Pankreaskarzinom versucht werden, die Erkrankung operativ zu heilen. Bei den übrigen Betroffenen lässt sich nicht mehr das gesamte Tumorgewebe entfernen.

  • Bei der Operation wird die Bauchspeicheldrüse mit den angrenzenden Lymphknoten ganz oder teilweise entfernt.
  • Manchmal werden zusätzlich der Zwölffingerdarm, die Gallenblase und eine Teil des Magens entfernt.

Die Operation ist umfassend (sie dauert oft mindestens 5 Stunden), und nicht alle Patient*innen können eine solche Operation verkraften. 

Wenn es nicht möglich ist, die Erkrankung operativ zu heilen, kann ein Eingriff trotzdem sinnvoll sein, um die Schmerzen zu lindern. Hierbei kann es sich um einen Eingriff handeln, bei dem die blockierten Gallengänge wieder geöffnet werden, oder um entlastende Operationen, wenn der Darm eingeklemmt ist und dadurch Schmerzen verursacht.

Chemotherapie

  • In manchen Fällen wird vor der Operation eine Chemotherapie durchgeführt, um die Größe des Tumors vor dem Eingriff zu begrenzen. Auch eine zusätzliche Bestrahlung ist möglich.
  • Bei Patient*innen mit gutem Allgemeinzustand wird nach der Entfernung des Tumors eine unterstützende Chemotherapie über 6 Monate empfohlen.
  • In fortgeschrittenen Stadien führt eine palliative Chemotherapie zu einer verlängerten Überlebenszeit und verbesserten Lebensqualität.

Palliativbehandlung

Diese Erkrankung hat eine ernste Prognose und lässt sich nur bei einer sehr geringen Anzahl der Betroffenen heilen. Wenn der Tumor wächst und Schmerzen verursacht, gibt es viele Formen der palliativen (lindernden) Behandlung. Eine Palliativbehandlung soll Symptome lindern und bei anderen körperlichen, psychischen, sozialen oder spirituellen Problemen unterstützen. Dabei werden auch die Angehörigen einbezogen.

  • Die Palliativbehandlung kann ambulant (zu Hause) oder in einer spezialisierten Einrichtung (Hospiz) erfolgen.
  • Verschiedene Formen von tumorreduzierenden oder entlastenden Operationen sind möglich. Bestrahlung und Chemotherapie können ebenfalls Schmerzen und andere Beschwerden lindern und werden von Fall zu Fall in Erwägung gezogen.
  • Schmerzen werden darüber hinaus nach den Prinzipien der allgemeinen Schmerztherapie behandelt. Auch eine psychoonkologische Mitbetreuung kann sich positiv auf Schmerzen auswirken.
  • Nach einer Entfernung der Bauchspeicheldrüse werden die nun fehlenden  Verdauungsenzyme zum Einnehmen verschrieben, um Verdauungsstörungen vorzubeugen.
  • Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites) kann mit einer Punktion abgelassen werden.

Prognose

Die Symptome bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sind so unauffällig, dass 80–85 % der Tumoren aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums nicht mehr chirurgisch entfernt werden können, wenn die Diagnose gestellt wird.

Nachdem die Diagnose gestellt wurde, beträgt die durchschnittliche Überlebenszeit ein halbes Jahr.

Weitere Informationen

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden