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Darminfektion mit Clostridioides difficile

Eine Darminfektion, die durch das Bakterium Clostridium difficile verursacht wird, führt zu Durchfällen, Bauchschmerzen und Fieber. Die Erkrankung tritt häufig nach einer Antibiotikatherapie auf und und kann bei älteren und geschwächten Patienten im Krankenhaus sehr bedrohlich verlaufen. In manchen Fällen ist eine gezielte, antibiotische Behandlung notwendig.

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Was ist eine Infektion mit Clostridium difficile?

Eine Darminfektion mit Clostridium difficile ist eine Durchfallerkrankung, die auf dem Boden einer Infektion mit dem Bakterium C. difficile entsteht. In den meisten Fällen kommt es nach einer Antibiotikatherapie zu der Infektion und häufig sind ältere und geschwächte Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen betroffen. Die Darmentzündung führt typischerweise zu Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber. Die Beschwerden können allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Symptome. In schweren Fällen wird die Darminfektion antibiotisch behandelt. Da die Erkrankung häufig im Krankenhaus auftritt, kann sie eine große zusätzliche Belastung darstellen und zu längeren Krankenhausaufenthalten führen.

Ursache

Das Bakterium, das die Infektion im Darm verursacht, ist das Stäbchenbakterium Clostridium difficile. Es kommt weltweit in der Umwelt und bei Menschen und Tieren vor. Etwa 3 % der Bevölkerung trägt das Bakterium, ohne dass es Beschwerden verursacht. Da das Bakterium Sporen bildet, kann es lange auf Oberflächen und Gegenständen, beispielsweise im Krankenhaus, überleben. Darüber hinaus bildet C. difficile sogenannte Toxine, also Giftstoffe, die zu einer vermehrten Sekretion von Flüssigkeit und der Zerstörung von Zellen der Darmschleimhaut führen.

Zu einer Durchfallerkrankung führt der Erreger aber meist erst nach einer vorhergegangenen Antibiotikatherapie aus anderen Gründen. Etwa 20 - 30 % der Durchfallerkrankungen, die durch Antibiotika entstehen, können auf Clostridium difficile zurückgeführt werden. Durch die antibiotische Wirkung wird die normale Bakterienflora des Darms zurückgedrängt und es entsteht Raum für die Vermehrung von Clostridium difficile. Reicht die Immunreaktion des Darms nicht aus, das Bakterium zu bekämpfen, kommt es zur Erkrankung. Ansonsten siedelt sich das Bakterium im Darm an, ohne dass es zu Krankheitssymptomen kommt. Das größte Risiko einer Infektion mit C. difficile besteht in den ersten vier Wochen nach einer Antibiotikatherapie. Neben der Antibiotikatherapie erhöhen u. a. ein Krankenhausaufenthalt, fortgeschrittenes Lebensalter und ein geschwächter Allgemeinzustand das Risiko für eine Darminfektion durch C. difficile.

Symptome

Die Durchfallerkrankung beginnt meistens zwei bis vier Wochen nach Beginn einer Antibiotikatherapie, kann aber auch früher oder später in Erscheinung treten. Die Symptome treten meist plötzlich mit wässrigem und übelriechenden Durchfall auf. In seltenen Fällen kann zusätzlich Blut im Stuhl sein. Begleitet wird der Durchfall häufig von Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit. Daneben verursacht die Infektion häufig Fieber und durch die Flüssigkeitsverluste kann es zu einer Dehydratation (Austrocknung) kommen.

Diagnostik

Die Diagnose einer Durchfallerkrankung wird in erster Linie anhand der geschilderten Beschwerden und der ärztlichen Untersuchung gestellt. Ein entscheidender Hinweis auf eine Darminfektion mit Clostridium difficile ist eine Antibiotikatherapie in den vorangegangenen Wochen. In der Blutuntersuchung lassen sich eventuell erhöhte Entzündungsparameter feststellen. Die sicherste Methode zum Nachweis des Bakteriums ist eine Bakterienkultur aus einer Stuhlprobe mit einem Test auf die Produktion von Toxinen. Da dieses Verfahren aber verhältnismäßig zeitaufwändig ist, wird häufig ein Schnelltest durchgeführt, mit dem Bestandteile des Bakteriums direkt nachgewiesen werden können. Sehr schwere Infektionsfälle müssen womöglich mit einer Darmspiegelung (Koloskopie), Röntgen oder Computertomografie weitergehend untersucht werden.

Behandlung

In vielen Fällen führt die Darminfektion mit C. difficile nur zu milden Symptomen bei den Betroffenen. In solchen Fällen ist eine gezielte antibiotische Behandlung nicht zwingend notwendig. Die vorangegangene und auslösende Antibiotikatherapie wird in der Regel beendet und in der symptomatischen Therapie auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet, um einen Flüssigkeitsmangel zu verhindern. Wichtig ist auch, die Ansteckung weiterer Menschen durch Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu verhindern.

Patienten mit mittelgradiger oder schwerer Durchfallerkrankung müssen intensiver behandelt werden. Hier kommen z. B. die intravenöse Gabe von Flüssigkeit und Elektrolyten und der Einsatz eines gegen Clostridium difficile wirksamen Antibiotikums, wie z. B. Metronidazol oder Vancomycin, zum Einsatz. In schweren Fällen erfolgt meist eine Einweisung ins Krankenhaus, falls die Patienten nicht bereits dort in Behandlung sind.

Seit einiger Zeit kann im Falle wiederholt auftretender, schwerer Darminfektionen mit C. difficile zusätzlich zu der Antibiotikatherapie ein Antikörper gegen die Toxine des Bakteriums eingesetzt werden. Durch eine einmalige Gabe des Medikaments lässt sich das Risiko einer erneuten Infektion senken.

Prognose

In den leichteren Fällen geht die Krankheit von alleine vorüber, wenn das auslösende Antibiotikum abgesetzt wird. In schwereren Fällen ist die Erkrankung potenziell lebensbedrohlich und erfordert eine intensive Therapie im Krankenhaus. Das Risiko für wiederholte Darminfektionen mit C. difficile wird mit etwa 20–30 % der Fälle angegeben.

Die häufigen Darminfektionen durch Clostridium difficile ist einer der vielen Gründe für den Versuch, den Gebrauch von Antibiotika im und außerhalb des Krankenhauses so weit wie möglich einzuschränken. Antibiotika sind bei vielen schweren Infektionen notwendig und häufig lebensrettend. Der unüberlegte Einsatz kann jedoch ernsthafte Nebenwirkungen haben.

Prävention

Zur Vorbeugung von Darminfektionen mit C. difficile stehen einige Optionen zur Verfügung. Um die Verbreitung des Bakteriums Clostridium difficile zu verhindern, sollten hygienische Maßnahmen, wie das Händewaschen mit Seife und das Verwenden von Handschuhen und Schutzkitteln in medizinischen Einrichtungen eingehalten werden.

Probiotika können möglicherweise Durchfallerkrankungen nach einer Antibiotikatherapie vorbeugen. Probiotika sind Produkte, die lebende Organismen enthalten, , insbesondere Milchsäurebakterien. Sie können das Gleichgewicht der Bakterienflora im Darm beeinflussen, eine Wirkung konnte jedoch noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. 

Weitere Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.