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Laparoskopischer Eingriff bei einer Blinddarmentzündung

Der Wurmfortsatz des Blinddarms wird in der Regel durch eine operative Bauchspiegelung (laparoskopischen chirurgischen Eingriff) entnommen.

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Was ist eine Blinddarmentzündung?

Der Blinddarm (Zäkum) bildet den ersten Teil des Dickdarms an der Stelle, an der der Dünndarm in den Dickdarm einmündet, in der Regel in der rechten unteren Bauchregion. Der Blinddarm selbst bildet sozusagen eine (blinde) Sackgasse, der verdaute Nahrungsbrei wird im gegenüber liegenden Teil des Dickdarms weitertransportiert. Am Ende des etwa 7 cm langen Blinddarms befindet sich ein deutlich dünnerer, 8–9 cm langer, ebenfalls blind endender Fortsatz (Wurmfortsatz, Appendix vermiformis). Die Funktion des Wurmfortsatzes ist nicht bekannt, und seine Entfernung gilt als ungefährlich. Bei einer akuten Blinddarmentzündung handelt es sich eigentlich um eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendizitis). Da die Appendix im Bereich der rechten unteren Bauchhöhle verschiedene Positionen einnehmen kann (nach oben oder unten geschlagen, eher seitlich gestreckt usw.), sind die entsprechenden Schmerzen oft etwas unterschiedlich lokalisiert.

Bei einer Appendizitis wird die Appendix möglichst chirurgisch entfernt. Wenn die Therapie bzw. Operation nicht schnell genug durchgeführt wird (innerhalb von 24 bis 48 Stunden), steigt das Risiko eines Blinddarmdurchbruchs (Riss der Appendixwand wegen der Entzündung: Perforation). Folge kann eine Ausbreitung der Infektion u. a. auf das Bauchfell oder ein Abszess in der Bauchhöhle sein.

Grundsätzlich lässt sich die Appendix entweder in einer offenen Bauchoperation oder im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) operativ entfernen. In manchen Fällen ist es auch sinnvoll, unter ärztlicher Beobachtung den Verlauf abzuwarten und nur mit Antibiotika zu behandeln.

Laparoskopischer Eingriff

Bei diesem Eingriff kann der Wurmfortsatz des Blinddarms chirurgisch entfernt werden (Appendektomie). Anstelle einer herkömmlichen, offenen Operation (Laparotomie) mit größerem Bauchschnitt erfolgt dies im Rahmen einer operativen Bauchspiegelung (laparoskopischer chirurgischer Eingriff). Bei einer Appendizitis, bei der keine Komplikationen (wie etwa ein Abszess) vorliegen, wird in der Regel ein laparoskopischer Eingriff bevorzugt. Bei einem laparoskopischen Eingriff erfahrener Chirurgen sind Krankenhausaufenthalt und Dauer der Rekonvaleszenz in der Regel kürzer. Auch Probleme nach der Operation sind seltener. In Bezug auf den Behandlungserfolg unterscheiden sich die beiden Vorgehensweisen dagegen nach heutigem Kenntnisstand kaum.

Bei einem laparoskopischen Eingriff führt der Chirurg ein Laparoskop durch einen kleinen Schnitt in der Haut (meist etwa 1 cm, z. B.  am Bauchnabel) in die Bauchhöhle ein. Beim Laparoskop handelt es sich um ein etwa fingerdickes Rohr, das an eine Lichtquelle und eine Kamera angeschlossen ist. Die Aufnahme aus dem Inneren der Bauchhöhle wird vergrößert auf einem Monitor wiedergegeben. Vor Beginn des Eingriffs wird Gas in den Bauchraum eingeleitet, damit sich die Bauchdecke hebt und eine gute Übersicht über die Organe im Inneren der Bauchhöhle gewährleistet ist. Über den Monitor können die Chirurgen den eigentlichen Eingriff verfolgen. Zur Entfernung der Appendix werden durch eine oder zwei weitere Öffnungen in der Bauchwand weitere kleine Instrumente in die Bauchhöhle eingeführt, mit denen die Chirurgen Gewebe abtrennen oder auch kleine Blutungen stoppen können.

Bei einem Blinddarmdurchbruch und einer Ausbreitung der Infektion über den Blinddarm hinaus oder bei Eiterbildung muss ggf. doch ein offener Eingriff erfolgen, um die optimale Reinigung der Bauchhöhle zu gewährleisten. Nach dem Eingriff werden den Patienten intravenös Antibiotika verabreicht; danach müssen sie noch einige Tage im Krankenhaus bleiben.

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Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Medizinjournalistin, Bremen