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Gallensteine

Gallensteine ​​bilden sich in der Gallenblase. In den meisten Fällen führt dies nicht zu Problemen, die Gallensteine können aber zu mäßigen bis sehr starken Schmerzen und Komplikationen, wie einer Entzündung der Gallenblase, führen.

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Was sind Gallensteine?

Definition

Ein Gallensteinleiden (Cholelithiasis) ist eine Krankheit, die durch Steine in der Gallenblase (Cholezystolithiasis) oder den Gallengängen (Choledocholithiasis) verursacht wird. Gallensteine sind kleine oder größere Konkremente aus verschiedenen Bestandteilen der Gallenflüssigkeit, die häufig auch Kalzium enthalten. Liegen die Steine recht frei in der Gallenblase, sind meist keine Symptome zu erwarten. Gelangt ein Stein jedoch in den engen Gallengang und klemmt dort fest, kommt es zu Schmerzen im rechten Oberbauch.

Symptome

Häufig verursachen Gallensteine keine Beschwerden. Zu den typischen Symptomen zählen Schmerzen im rechten Oberbauch, die eventuell in den Rücken oder in die rechte Schulter ausstrahlen. Zusätzlich können Übelkeit und gelegentlich Erbrechen auftreten.

Dabei können die Betroffenen meist vor Schmerzen nicht ruhig sitzen und laufen unruhig umher. Die Schmerzen treten häufig nachts auf. Oft entstehen sie nach üppigen oder fetten Mahlzeiten. Der Schmerzanfall dauert in der Regel eine bis mehrere Stunden an, teils bis zu 24 Stunden. Die Intensität der Schmerzen reicht von leicht bis schwer. Die Schmerzen sind nicht typisch kolikartig, sondern sie beginnen meist schwach und steigen über 30–60 Minuten allmählich auf ein mehr oder weniger konstantes Niveau. Danach bleiben sie etwa 6 Stunden konstant und klingen dann langsam ab.

Patient*innen mit akuter Cholezystitis oder Cholangitis, einer unter anderem durch Gallensteine bedingten Infektion der Gallenblase und/oder Gallenwege durch Bakterien, haben zusätzlich Fieber und sind in einem schlechten Allgemeinzustand. Bei einer Blockade des Gallengangs kann sich schließlich eine Gelbsucht entwickeln (Gelbfärbung der Haut), der Stuhl wird hell und der Urin dunkel.

Ursachen

Im Rahmen der Verdauung wird die in der Gallenblase gespeicherte Gallenflüssigkeit über den Gallengang in den Dünndarm abgegeben, um dort die Fette aus der Nahrung aufzuspalten. Wenn die Konzentration bestimmter Substanzen in der Galle zunimmt, können sich Gallensteine bilden. Je nach Steinzusammensetzung spricht man von Cholesterin- oder von Pigmentsteinen. Oft ist zusätzlich Kalzium enthalten (dann sind Gallensteine im Röntgenbild sichtbar). Gelangt ein Stein aus der Gallenblase in den Gallengang, kann dieser den Abfluss der Galle in den Dünndarm blockieren. Infolgedessen wird der Gallengang aufgedehnt, und es entstehen Schmerzen.

Im Fall einer Blockade des Gallengangs wird Gallenpigment im Körper angereichert, da es nicht in den Darm gelangt und mit dem Stuhl ausgeschieden werden kann. Dies führt zu Gelbsucht, hellem Stuhl und dunklem Urin.

Risikofaktoren

Ein besonderes Risiko zur Bildung von Gallensteinen besteht bei:

  • Übergewicht, mangelnder körperlicher Aktivität
  • familiärer Veranlagung für Gallensteine
  • sehr schnellem, starkem Gewichtsverlust (> 1,5 kg/Woche)
  • Schwangerschaft
  • gestörter Aufnahme von Gallensäuren im Darm infolge verschiedener Krankheiten oder auch Operationen/Medikamente
  • gestörtem Abfluss von Gallenfüssigkeit (Cholestase)
  • Diabetes mellitus
  • erhöhtem Cholesterin bzw. Fettwerten im Blut
  • Krankheiten mit sehr raschem Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse)
  • Östrogen-Therapie in den Wechseljahren.

Obwohl das Risiko, Gallensteine zu bekommen, während der Schwangerschaft erhöht ist, normalisiert sich das in den allermeisten Fällen nach der Geburt und die Gallensteine ​​verschwinden wieder. 

Häufigkeit

Gallensteine kommen bei 5 % der 20- bis 30-Jährigen und 40 % der 60- bis 70-Jährigen vor. Trotz vorhandener Gallensteine haben nur wenige Betroffene Beschwerden.

Gallensteine ​​treten bei Frauen 3-mal so häufig auf wie bei Männern.

Untersuchungen

Ärztliche Untersuchung

  • Bei der ärztlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet. Unterhalb des rechten Rippenbogens ist der Oberbauch druckempfindlich, während der restliche Bauchraum weich bleibt.
  • Liegen die Gallensteine im Gallengang, hat sich eventuell bereits eine Gelbsucht (Ikterus) entwickelt, also eine Gelbfärbung der Haut und besonders des Augenweißes.
  • Fieber deutet auf eine Entzündung hin.

Blutuntersuchungen

  • Zusätzlich erfolgt eine Blutuntersuchung, um die Funktion der Leber und der Gallenblase zu überprüfen und möglicherweise bestimmte Erkrankungen als Ursache der Gallensteine zu finden.
  • Typischerweise sind Stoffe, die normalerweise über die Gallengänge ausgeschieden werden (Bilirubin, alkalische Phosphatase, Gamma-GT), im Blut erhöht.
  • Bei einer zusätzlich vorliegenden Infektion sind auch die Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) im Blut erhöht.

Ultraschall

  • Mit einer Ultraschalluntersuchung können Gallensteine mit hoher Genauigkeit in der Gallenblase nachgewiesen werden. Steine im Gallengang können jedoch schwerer zu entdecken sein.
  • Auch eine evtl. vorliegende Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) oder der Gallenwege kann so festgestellt werden.

Weitere bildgebende Untersuchungen

  • Nur bei unklarem Befund kommen bei Spezialist*innen weitere Verfahren zum Einsatz.
  • Die sog. endoskopische retrograde Cholangiografie (ERC) ist eine Untersuchung, bei der ein Endoskop über Speiseröhre und Magen bis zu der Stelle geführt wird, wo der Gallengang in den Zwölffingerdarm mündet. Ein dünner Kunststoffkatheter, der aus der Spitze des Endoskops ausgefahren wird, wird dann in den Gallengang hineingeführt. Dort wird ein Kontrastmittel in die Gallenwege gespritzt, die dann mittels Röntgen dargestellt werden können.
  • Alternativ kann eine Magnetresonanztomografie der Gallenblase und des Gallengangs (MRC) erfolgen.
  • Falls sinnvoll, kann sowohl bei der ERC als auch bei der MRC zusätzlich noch der Gang der Bauchspeicheldrüse mitbeurteilt werden, der zusammen mit dem Gallengang in den Dünndarm mündet.

Behandlung

  • Häufig lassen sich die Beschwerden mit Medikamenten zu Hause ausreichend lindern.
  • Bei langanhaltenden Schmerzen oder einer Entzündung mit Fieber ist jedoch eine Klinikeinweisung erforderlich.

Medikamente

  • Zur Behandlung der Schmerzen werden in der Regel schmerzstillende, entzündungshemmende Medikamente (z. B. Indometacin oder Diclofenac) verwendet, allerdings wegen der Nebenwirkungen nur für einen kurzen Zeitraum.
  • Zusätzlich können spezielle krampflösende Wirkstoffe und Medikamente gegen die Übelkeit verabreicht werden.
  • Bei sehr starken Schmerzen können auch Opioide (morphiumähnliche Substanzen) eingesetzt werden.
  • Eine akute Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) wird mit Antibiotika zur Bekämpfung der Bakterien behandelt.
  • Kleine Gallensteine können in manchen Fällen mit Medikamenten aufgelöst werden. Die sog. Litholyse mit Ursodeoxycholsäure (UDCA) eignet sich insbesondere für Steine, die keinen Kalk enthalten. Rückfälle sind jedoch häufig.

Operation

  • Sind Gallensteine in der Gallenblase zufällig nachgewiesen worden und haben die Betroffenen keine Beschwerden, wird nur in Ausnahmefällen eine Operation zur Entfernung der Gallenblase angeraten.
  • Eine operative Entfernung der Gallenblase empfiehlt sich bei fast allen Patient*innen, die wiederholt Schmerzanfälle aufgrund von Gallensteinen haben, da so die Gefahr neuer Anfälle und Komplikationen reduziert wird. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel erst, nachdem die akuten Beschwerden abgeklungen sind.
  • Auch wenn zusätzlich Gallenblasenpolypen vorhanden sind, wird eine Operation empfohlen.
  • Bei akuter Entzündung der Gallenblase empfiehlt sich in der Regel ebenfalls eine Operation, wenn möglich innerhalb von 24 Stunden nach Aufnahme in die Klinik.
  • Es gibt zwei Hauptverfahren der chirurgischen Behandlung: die traditionelle offene Chirurgie oder die Schlüssellochchirurgie (laparoskopischer Eingriff). Vergleichsstudien zu den beiden Verfahren zeigen, dass die Schlüssellochchirurgie zu kürzeren Krankenhausaufenthalten, kürzeren Genesungszeiten und weniger schweren Komplikationen führt. Daher wird die Schlüssellochchirurgie in den meisten Fällen bevorzugt.
  • Steine im Gallengang lassen sich bei einer ERC entfernen (siehe oben). Dabei wird chirurgisch ein kleiner Schnitt im Bereich der Gallengangsöffnung gesetzt und anschließend der Stein beseitigt.

Was können Sie selbst tun?

  • Vermeiden Sie große/üppige Mahlzeiten, da diese schmerzhafte Gallenkoliken auslösen können.
  • Möglicherweise ist es hilfreich, fettreiche Mahlzeiten zu vermeiden; dies ist aber nicht eindeutig belegt.
  • Versuchen Sie, eventuelles Übergewicht zu reduzieren, und bewegen Sie sich regelmäßig körperlich. Dies kann der Entwicklung von Gallensteinen vorbeugen.

Vorbeugung

  • Zudem gibt es Medikamente (Ursodeoxycholsäure), deren Einnahme vor dem Auftreten von Gallensteinen schützen kann. Diese Art der Vorbeugung wird jedoch nicht grundsätzlich empfohlen, sondern nur bei erhöhtem Risiko für Gallensteine.
  • Dazu zählen Personen während/nach einer extremen Reduktionsdiät oder einer Adipositas-Operation oder auch Patient*innen mit bestimmten Krankheiten, die stets zu Gallensteinen führen.

Prognose

Wenn Gallensteine bereits zu Symptomen geführt haben, besteht ein hohes Risiko für erneute Gallenkoliken. Zu Schmerzen führende Gallensteine verursachen bei 1–2 % der Betroffenen innerhalb eines Jahres Komplikationen (s. u.), wenn die Gallenblase nicht entfernt wird.

Komplikationen

  • Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis)
  • Aufstauung von Gallenflüssigkeit mit Gelbsucht (Ikterus)
  • Entzündung der Gallenwege (Cholangitis) evtl. mit Ausbreitung von Bakterien über das Blut (Sepsis)
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Nachdem die Gallenblase entfernt wurde, sind die Beschwerden und das Risiko von Komplikationen deutlich reduziert. Bei 80–90 % der Patient*innen verläuft dieser Eingriff erfolgreich, einige leiden jedoch auch anschließend noch an Schmerzen oder Verdauungsstörungen. Im Rahmen der Operation kann es (wie bei anderen Eingriffen auch) selten zu Blutungen oder Verletzungen anderer Organe kommen.

Weitere Informationen

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Cholelithiasis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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