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Hepatitis A

Die Hepatitis A ist eine Infektion der Leber, die vom Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird. Die Übertragung erfolgt über kontaminierte Lebensmittel, Wasser, Blut oder Sexualkontakt.

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Was ist Hepatitis A?

Definition

Die Hepatitis A ist eine Entzündung der Leber, die vom Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird. Das Virus wird über den Stuhl verbreitet.

Symptome

Der Krankheitsverlauf lässt sich in drei Phasen einteilen:

  1. In der Anfangsphase können die Betroffenen müde sein und sich krank fühlen. Auch Magen-Darm-Beschwerden und erhöhte Temperatur können auftreten.
  2. Anschließend kommen bei vielen Schmerzen im rechten Oberbauch, Juckreiz und bei den meisten Erwachsenen eine Gelbsucht hinzu. Diese zeigt sich als Gelbfärbung der Haut und des Weißen im Auge. Der Stuhl wird farblos/weißlich, der Urin ist dunkel gefärbt.
  3. Die akute Phase der Erkrankung dauert meist einige Tage bis mehrere Wochen, daran schließt sich eine Genesungsphase von 2–4 Wochen an, in der sich die Symptome zurückbilden. In bis zu 10 % der Fälle kann die Erkrankung über mehrere Monate andauern.

Vor allem bei Kindern sind Verläufe ohne Symptome häufig.

Ursachen

Krankheitsursache ist eine Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus. Dieses Virus zeichnet sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen, hohen Temperaturen und Desinfektionsmitteln aus.

Das Hepatitis-A-Virus infiziert die Leberzellen. Dies führt zu Leberzellschäden, beeinträchtigt also die Funktionsfähigket der Leber.

Übertragung der Infektion

Das Virus wird über den Darm ausgeschieden und durch den Stuhl, der über verunreinigte Hände, Nahrungsmittel oder Wasser in den Mund gelangt, übertragen (fäkal-orale Übertragung). Auch eine Übertragung durch Blut oder Blutprodukte ist möglich, kommt aber selten vor.

Von der Übertragung der Viren bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) vergehen im Durchschnitt 4 Wochen (15–50 Tage). Infizierte Personen können andere bereits ab 2 Wochen, bevor sich eine Gelbsucht entwickelt, anstecken sowie noch weitere 7 Tage danach.

Risikofaktoren

  • Ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Hepatitis A besteht insbesondere bei Reisen in Länder, in denen Hepatitis A häufig vorkommt.
  • Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status (z. B. in beengten Wohnverhältnissen) oder Migrationshintergrund sind häufiger betroffen.
  • Auch Drogenabhängige haben ein erhöhtes Infektionsrisiko.
  • Zudem kommen immer wieder Ausbrüche bei Männern, die Sex mit Männern haben, vor.

Häufigkeit

  • Hepatitis A ist weltweit eine sehr häufige Erkrankung. In vielen Entwicklungsländern ist nahezu die gesamte Bevölkerung bereits im Kindes- und Jugendalter infiziert.
  • In Europa hat die Erkrankungshäufigkeit in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 873 Fälle gemeldet. Rund die Hälfte davon hat sich auf Reisen ins Ausland infiziert.

Untersuchungen

  • Die Diagnose wird anhand der typischen Symptome (s. o.) unter Berücksichtigung des Ansteckungsrisikos gestellt und mit Blutuntersuchungen bestätigt.
  • Bei der körperlichen Untersuchung werden Leber und Milz abgetastet, die vergrößert sein können.

Laboruntersuchungen

  • Die Blutuntersuchung zeigt einen erhöhten Bilirubinspiegel (der Stoff, der die Gelbsucht verursacht) und erhöhte Werte bei den Leberenzymen (Transaminasen).
  • Eindeutig bestätigt wird die Diagnose durch den Nachweis von Antikörpern gegen das Hepatitis-A-Virus im Blut. Anhand der verschiedenen HAV-Antikörper-Typen lässt sich auch feststellen, ob eine Person bereits eine Hepatitis-A-Infektion hatte, also immun ist.
  • Im Urin kann Urobilinogen (Abbauprodukt von Bilirubin) nachgewiesen werden.

Meldepflicht

Der Krankheitsverdacht und eine Erkrankung an Hepatitis A müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Behandlung

Das Ziel der Behandlung ist es, die Symptome zu lindern und die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Medikamente

  • Es gibt keinen speziellen Wirkstoff gegen eine Virushepatitis; die Hepatitis A heilt jedoch auch ohne gezielte Therapie in den meisten Fällen vollständig aus.
  • Beschwerden wie Erbrechen oder grippeähnliche Symptome können mit Medikamenten behandelt werden.

Ergänzende Maßnahmen

  • Je nach individuellem Befinden kann Bettruhe sinnvoll sein.
  • Eine spezielle Diät wird nicht empfohlen, Betroffene sollten sich aber kohlenhydratreich und fettarm ernähren.
  • Außerdem sollten sie keinen Alkohol konsumieren. Die Leber funktioniert in der Zeit der Infektion nicht gut und kann Alkohol nicht so schnell abbauen wie sonst. Alkohol kann auch zu einer stärkeren Schädigung der Leber führen.
  • Daher sollten auch keine leberschädigenden Medikamente wie z. B. Paracetamol angewendet werden.

Einweisung ins Krankenhaus

Bei Patient*innen mit erheblich reduziertem Allgemeinzustand, starkem Flüssigkeitsverlust oder einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der Leberfunktion wird eine Einweisung ins Krankenhaus empfohlen.

Was können Sie selbst tun?

Die wichtigsten Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sind im RKI-Ratgeber Hepatitis A  aufgeführt.

Empfehlungen für Patient*innen

  • Nach Auftreten der Gelbsucht sollten Sie sich für 1 Woche (bzw. 2 Wochen nach den ersten Symptomen) isolieren.
  • Betroffene sollten besonderen Wert auf gute persönliche Hygiene legen, um zu verhindern, dass sich weitere Personen infizieren.
  • Während der Erkrankung dürfen Sie sich nicht in Gemeinschaftseinrichtungen oder im Bereich der Lebensmittelverarbeitung aufhalten oder dort arbeiten.

Empfehlungen für Kontaktpersonen

  • Bei bereits bestehendem Impfschutz sowie nach bereits durchgemachter Erkrankung ist die Isolierung von Kontaktpersonen nicht erforderlich.
  • Personen, die nach dem Kontakt zu einer infizierten Person geimpft worden sind (postexpositionelle Schutzimpfung), dürfen Gemeinschaftseinrichtungen danach für 2 Wochen nicht betreten.
  • Sind sie gar nicht geimpft worden, ist dies für 4 Wochen nötig.

Vorbeugung

Impfung

Es gibt eine wirksame Impfung gegen Hepatitis A. Auch eine Kombinationsimpfung mit Hepatitis B ist möglich.

Gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission  (STIKO) sollten folgende Personen gegen Hepatitis A geimpft werden:

  • Reisende in Gebiete mit häufigem Vorkommen von Hepatitis A (tropische Regionen, Mittelmeerraum, Osteuropa)
  • Personen mit einem Sexualverhalten mit erhöhtem Infektionsrisiko
  • Personen mit Hämophilie (Bluterkrankheit), die mit Gerinnungsfaktoren behandelt werden müssen.
  • Personen, die Drogen spritzen.
  • Personen in psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen
  • Personen mit chronischer Leberkrankheit einschließlich chronischer Krankheiten mit Leberbeteiligung
  • Personen mit einem erhöhten beruflichen Risiko (z. B. im Gesundheitsdienst, in Laboratorien, Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen, psychiatrischen Einrichtungen sowie Kanalisations- und Klärwerksarbeiter*innen).

Maßnahmen nach möglichem Erregerkontakt

  • Kontaktpersonen von Infizierten, die über keinen Immunschutz gegen Hepatitis A verfügen, sollten frühestmöglich geimpft werden.
  • Bei Patient*innen, für die eine Infektion ein besonders hohes Risiko darstellt, kann gleichzeitig eine passive Immunisierung mit Immunglobulinen durchgeführt werden.

Prognose

Nach einer Infektion mit Hepatitis A besteht eine lebenslange Immunität. Das bedeutet, dass man die Krankheit nicht noch einmal bekommen kann. Die Hepatitis A wird nicht chronisch, und man wird auch nicht zum chronischen Virusträger.

Fast alle Betroffenen werden wieder gesund. In äußerst seltenen Fällen kann die Erkrankung einen sehr schweren Verlauf nehmen und zum Tod führen (fulminante Hepatitis). Dies geschieht hauptsächlich bei Personen in hohem Alter, die bereits im Vorfeld an einer schweren Erkrankung leiden.

Tritt Hepatitis A im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit auf, kann die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden.

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