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Blutendes Magen- oder Duodenalgeschwür (Ulkusblutung)

Eine Ulkusblutung ist eine gefährliche Komplikation eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs. Der Patient erbricht Blut, bemerkt einen schwarz verfärbten Stuhl. Unter Umständen kommt es zu Schwindel bis hin zu einem Kreislaufzusammenbruch. Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus mittels Kreislaufstabilisierung und einer Magenspiegelung, durch welche die Blutung meist gestillt werden kann.

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Als Ulkusblutung bezeichnet man eine Blutung aus einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Bei einem Geschwür handelt es sich um eine Verletzung der Schleimhaut, welche meist als Folge einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori oder der Einnahme von Medikamenten auftritt. In den meisten Fällen ist die Schleimhaut nur oberflächlichlich angegriffen. Werden tieferliegende Blutgefäße geschädigt, kommt es zu einer Blutung. In seltenen Fällen kommt es zu einem vollständigen Durchbruch der Magenwand oder Zwölffingerdarmwand. Dies wird medizinisch als Perforation bezeichnet. Sowohl Blutung als auch eine Perforation gelten als gefährliche Komplikationen eines Magengeschwürs.

Häufigkeit

Etwa 10 % der Bevölkerung entwickelt in ihrem Leben ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Man schätzt, dass hiervon bis zu 20 % von Blutungen betroffen sind. 

Ursache

Für die Entstehung von Magengeschwüren kommen zwei Hauptursachen infrage: Die Infektion mit Bakterien vom Typ Helicobacter pylori und die Einnahme von Arzneimitteln. Der Anteil der durch Helicobacter pylori verursachten Magengeschwüre beträgt 75 %, während zu 25 % Arzneimittelnebenwirkungen verantwortlich sind. 

Blutungen treten deutlich häufiger bei jenen Patienten auf, die ein Geschwür in Folge von Medikamenteneinnahme entwickeln. Hauptverantwortlich sind antientzündliche, schmerzstillende Arzneimittel wie Ibuprofen und Diclofenac (weitere Informationen finden Sie im Artikel Durch NSAR verursachtes Magengeschwür). Diese Arzneimittel setzen die Schutzmechanismen der Magenschleimhaut gegen die Magensäure herab. Eine regelmäßige Einnahme erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein Magengeschwür um das Vierfache. Werden zusätzlich noch Kortison-Präparate eingenommen, so steigt diese auf das 15-Fache an.

Zu Blutungen kommt es außerdem häufig bei Patienten mit einem langwierigen Krankheitsverlauf. Bei bis zu 20 % der Patienten treten jedoch nur wenige oder gar keine Symptome auf, bevor es zu einer Blutung kommt. Außerdem sind ältere Menschen besonders gefährdet sowie diejenen, die gerinnungshemmende Medikamente („Blutverdünner“) oder Antidepressive vom SSRI-Typ (Serotonin-Reuptake-Hemmer) einnehmen.

Symptome

Charakteristisch und ein alarmierendes Symptom bei einer Ulkusblutung ist Erbrechen von Blut. Durch den Kontakt mit der Magensäure ähnelt das Blut im Erbrochenen Kaffeesatz. Bei umfangreichen Blutungen kann jedoch auch rotes oder hellrotes Blut erbrochen werden. Auch ein schwarz gefärbter Stuhl tritt auf.

Der Schweregrad der Erkrankung hängt vom Ausmaß der Blutung ab. Kommt es zu starken Blutungen, kann es zu Schwindel bis hin zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen. Solche schwerwiegenden Blutungen sind lebensbedrohlich und erfordern eine umgehende Behandlung.

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Ulkusblutung erfolgt die Behandlung im Krankenhaus. Die Beschreibung der Beschwerden durch den Patienten ist meist charakteristisch. Durch eine körperliche Untersuchung sowie Blutdruckmessung und Puls wird überprüft, ob der Kreislauf stabil ist. Die wichtigste Untersuchung ist eine Magenspiegelung, durch welche die Blutung meist auch gestillt werden kann.

Therapie

Zur Stabilisierung des Kreislaufs erhält die Patientin Flüssigkeit über einen venösen Zugang. Außerdem werden Magensäurehemmer und andere Medikamente verabreicht. Sollte sie viel Blut verloren haben, wird auch eine Transfusion von Blutprodukten in Erwägung gezogen.

Um den genauen Ort der Blutung aufzufinden und um diese zu stillen wird eine Magenspiegelung durchgeführt. Hierbei wird ein flexibler Schlauch, der mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet ist, durch Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt. Durch das Einspritzen von Medikamenten oder andere Maßnahmen gelingt es meistens die Blutung zu stillen. In seltenen Fällen, in welchen keine Kontrolle der Blutung erreicht wird, muss eine Not-Operation erfolgen.

Im Anschluss wird bei mit Helicobacter pylori infizierten Patienten eine Dreifachtherapie bestehend aus zwei Antibiotika und einem Magensäurehemmer eingeleitet, um die Infektion zu beseitigen. Für Patienten, bei denen keine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt, ist eine Antibiotikatherapie nicht zielführend. Stattdessen sollte lediglich eine Therapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI) eingeleitet werden. Außerdem ist das Absetzen von auslösenden Medikamenten wie Ibuprofen hilfreich.

Prognose

Eine Blutung ist eine ernstzunehmende Komplikation der Ulkuserkrankung, welche einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann. Durch eine rechtzeitige Behandlung lassen sich gefährliche Verläufe jedoch meistens abwenden.

Eine große Bedeutung kommt der Vorsorge zu. Die konsequente Behandlung bei einer Ulkuskrankheit führt in den meisten Fällen zu einer Heilung und verhindert so Blutungen. Lässt sich eine dauerhafte Therapie mit schmerzstillenden, entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR) nicht vermeiden, so wird die Einnahme eines Magenschutzes in Form von Magensäurehemmern epmfohlen. Hierdurch lassen sich Blutungen wirkungsvoll verhindern.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Dietrich August, Arzt, Freiburg im Breisgau