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Blut im Stuhl

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Was ist Blut im Stuhl?

Bei Blutungen im Magen- oder Darmtrakt kann Blut mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden und in der Toilette sichtbar sein (hellrot oder dunkelrot in unterschiedlichen Mengen).

Ist das Blut hellrot, liegt die Quelle eher im Darm. Bemerkt man sehr dunkles bis schwarzes Blut, so blutet es aus dem Magen. Die schwarze Farbe (Meläna) des Stuhls entsteht durch den Kontakt des Bluts im Magen mit Magensäure.

Bei einer sehr heftigen Blutung aus dem untersten Teil der Speiseröhre oder dem Magen jedoch strömen große Mengen hellroten Bluts in den Darm und sind im Stuhl zu sehen. In solchen Fällen zeigen die Betroffenen meist allgemeine Beschwerden wie Schwindel, Ohnmacht, sehr schnellen Puls. Hier ist sofort ein/e Notärzt*in zu rufen, die Blutung kann lebensgefährlich sein.

Doch Blut im Stuhl kann auch unbemerkt auftreten, wenn es nur sehr kleine Mengen sind. Nicht sichtbares Blut im Stuhl (okkultes Blut) kann durch eine Stuhluntersuchung nachgewiesen werden.

Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit von Krankheiten zu, bei denen Blut im Stuhl auftreten kann. Bei Menschen über 40 Jahren, bei denen Blut im Stuhl nachgewiesen wird, ist es wichtig, Darmkrebs als Ursache für die Blutung auszuschließen. Denn ab diesem Alter steigt das allgemeine Risiko für diese Erkrankung an.

Häufigkeit

Was kann die Ursache sein?

Behandelbare Ursachen

  • Hämorrhoiden
    • Hämorrhoiden sind erweiterte Venen im Bereich des Enddarms und Anus, aus denen es leicht bluten kann.
    • Sie können infolge von Verstopfung, Schwangerschaft, anhaltendem Durchfall, chronischen Lebererkrankungen und einer Vielzahl anderer Ursachen auftreten.
    • Hämorrhoiden sind durch Episoden mit einer hellroten Blutung bei Darmentleerungen gekennzeichnet. Das Blut kann dabei in das Toilettenbecken tropfen. Häufig sind die Hämorrhoiden schon eine längere Zeit vorhanden. Die Patient*innen verspüren in der Regel ein Druckgefühl im Enddarm und Schmerzen.
  • Risse in der Enddarmöffnung (Analfissur)
    • Dazu kommt es häufiger bei kleinen Kindern und bei Frauen nach der Geburt. Häufig reißt die empfindliche Haut am Anus auch infolge einer chronischen Verstopfung.
    • Die kleinen Wunden schmerzen vor allem beim Stuhlgang, häufig bemerken die Betroffenen das Einreißen der Haut. Auf dem Stuhl oder am Toilettenpapier nach dem Abwischen ist frisches Blut erkennbar. Oft bemerken die Betroffenen auch Sekret/Wundwasser im Bereich des Anus.
  • Infektionskrankheiten des Darms, Reisedurchfall
    • Akuter Durchfall kann durch verschiedene Krankheitserreger verursacht werden.
    • Bei schweren Darminfektionen können Risse und Wunden in der Darmschleimhaut auftreten, die zu Blut im Stuhl führen.
  • Dickdarmpolypen
    • Diese Ausstülpungen der Darmwand nach innen können unterschiedlich groß sein und verursachen in der Regel keine Beschwerden, können aber bluten.
    • Große Polypen können zudem zu einer Verengung (Obstruktion) im Darm führen.
    • Da sich aus manchen Polypen mit der Zeit Krebs entwickeln kann, sollten diese regelmäßig kontrolliert (Darmspiegelung) bzw. rechtzeitig entfernt werden.
  • Medikamente
    • Auch eine Therapie mit blutgerinnungshemmenden Mitteln oder bestimmten Schmerzmitteln (NSAR) kann zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt führen.

Schwerwiegende Erkrankungen

  • Colitis ulcerosa
    • Tritt häufig bei jüngeren Erwachsenen auf.
    • Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Dickdarmerkrankung, bei der die Betroffenen phasenweise starke Beschwerden haben können.
    • Symptome sind Bauchschmerzen, häufige Darmentleerungen und das Auftreten von Blut, Eiter und Schleim im Stuhl.
  • Morbus Crohn
    • Tritt häufig bei jüngeren Erwachsenen auf.
    • Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die sich ebenfalls phasenweise mit starken Beschwerden äußert.
    • Die Erkrankung verläuft von Person zu Person unterschiedlich. Sie ist jedoch meist durch unblutigen Durchfall, kolikartige Schmerzen und lokale Entzündungen im Bereich des Enddarms gekennzeichnet
  • Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) oder Enddarmkrebs (Rektumkarzinom)
    • Diese Diagnose erhalten 4–6 % der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter.
    • Die Erkrankung verläuft meist längere Zeit symptomfrei. Zu den häufigsten Symptomen zählen plötzliche Verstopfung oder Stuhlveränderungen ab einem Alter von 45 Jahren sowie Blut im Stuhl, langsam zunehmende Blutarmut und leichte Erschöpfbarkeit.
  • Ausstülpungen im Dickdarm (Divertikelkrankheit)
    • Kommt häufig bei älteren Menschen vor.
    • Normalerweise treten keine Symptome auf. Stuhlveränderungen und Blähungen sowie evtl. Blut im Stuhl sind aber möglich.
    • In manchen Fällen können starke Blutungen auftreten.
    • Entzünden sich die Divertikel, spricht man von Divertikulitis.
  • Pseudomembranöse Kolitis
    • Diese Komplikation tritt bei Personen auf, die wegen einer Infektion Antibiotika eingenommen haben, da diese die Darmflora verändern und das Wachstum von Clostridien begünstigen können.
    • Das Bakterium Clostridioides difficile verursacht eine Dickdarmentzündung.
    • Typisch sind wässriger und manchmal blutiger Durchfall mit fauligem Geruch, Bauchkrämpfe und Fieber.

Notfälle

  • Gestörte Darmdurchblutung (Darmischämie)
    • Eine verhältnismäßig seltene Erkrankung, die bei älteren Menschen und häufig bei Personen mit einer bekannten, ausgeprägten Arteriosklerose auftritt.
    • Die Erkrankung geht mit Episoden krampfartiger Schmerzen im Unterbauch sowie leichtem und häufig blutigem Durchfall einher.
    • Eine akute Dünndarmischämie mit starken Bauchschmerzen ist ein Notfall und muss im Krankenhaus behandelt werden.
  • Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen)
    • Sie entstehen in der Regel infolge von Lebererkrankungen, häufig bei Alkoholmissbrauch.
    • Es handelt sich um erweiterte Blutgefäße direkt unter der Schleimhaut im unteren Bereich der Speiseröhre. Die Krampfadern können reißen und (starke, lebensgefährliche) Blutungen verursachen.
    • Meist tritt blutiges Erbrechen auf, selten zeigt sich schwarzes Blut im Stuhl.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

  • Wenn Blut im Stuhl erstmalig auftritt oder Sie immer wieder leichte Blutungen beobachten, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen.
  • Bemerken Sie eine Blutung aus dem Darm und fühlen sich dabei schwach, schwindelig und bemerken einen sehr schnellen Puls, ist sofort ärztlicher Rat einzuholen (evtl. auch über Notruf). 
  • Bei akuten, starken Blutungen ist sofortige Hilfe angezeigt!

Untersuchungen

Ärztliche Untersuchung

  • Zunächst werden Sie allgemein körperlich untersucht und Ihre Bauchorgane abgetastet. Zudem wird die Ärztin oder der Arzt im Bereich des Anus vorsichtig untersuchen, ob HämorrhoidenFissuren oder andere Verletzungen vorliegen.
  • Bei akuten, starken Blutungen erfolgt die Abklärung im Krankenhaus.

Labor

  • Der Hämoglobingehalt des Bluts wird überprüft, um das Ausmaß der Blutung zu beurteilen: Bei einer größeren oder sehr lange anhaltenden kleinen Darmblutung sinkt der Hämoglobingehalt im Blut.
  • Ggf. sind weitere Blutuntersuchungen sinnvoll.
  • Lässt sich kein Blut im Stuhl erkennen, aber besteht der Verdacht auf eine kleine, aber anhaltende Blutung im Magen oder Darm, so lässt sich ggf. im Stuhl mithilfe eines besonderen Tests okkultes (verstecktes) Blut nachweisen.

Darmspiegelung

  • Der Enddarm und der untere Bereich des Dickdarms oder der gesamte Dickdarm lassen sich mithilfe der Rektoskopie und/oder Koloskopie (Darmspiegelung) untersuchen, wenn es Hinweise auf Blut im Stuhl gibt.
  • Mit der Gastroskopie können Blutungsquellen im Magen erkannt werden.

Vorbeugung

  • Für gesunde Personen werden ab einem Alter von 50 Jahren Untersuchungen zur Darmkrebsvorsorge empfohlen.
  • Diese kann entweder durch einen Test auf okkultes Blut im Stuhl (IFOBT) oder eine Darmspiegelung (Koloskopie) erfolgen.

Weitere Informationen

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Blut im Stuhl. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

Literatur

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