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Chorea minor (rheumatische Chorea)

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Definition:
Komplikation nach einer Streptokokken-Infektion des Rachens mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Lancefield-Gruppe A. Durch Kreuzreaktion der gebildeten Antikörper mit Zellen der Basalganglien kommt es zu einer Entzündungsreaktion mit Entwicklung von Bewegungsstörungen und psychiatrischen Symptomen. Gilt als Manifestationsform des rheumatischen Fiebers, kann jedoch auch als isoliertes Syndrom auftreten.
Häufigkeit:
Seltene Erkrankung, da die Inzidenz und Prävalenz des rheumatischen Fiebers in der westlichen Welt kontinuierlich rückläufig ist. Tritt am häufigsten im Alter zwischen 5 und 18 Jahren auf.
Symptome:
6–8 Wochen nach der Primärinfektion zeigt sich ein gestörter Bewegungsablauf mit unkontrollierten, überschießenden Bewegungen. Mögliche psychiatrische Symptome sind u. a. Zwangsstörungen, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Depressionen.
Untersuchung:
Generalisierte Bewegungsstörungen, die alle Körperteile betreffen können, häufig Episoden mit Protrusion der Zunge. Reduzierter Muskeltonus.
Diagnostik:
Klinische Diagnose. Ergänzend ggf. Labordiagnostik, Erregernachweis. EKG, Echokardiografie zum Ausschluss einer kardialen Beteiligung.
Therapie:
Antibiotische Therapie (sowohl prophylaktisch, als auch therapeutisch), symptomatische Behandlung (Antiepileptika, dopaminerge Arzneimittel) sowie immunmodulatorische Therapieansätze.
  • Susanne Engelhardt, Dr. med., Ärztin in Weiterbildung Allgemeinmedizin, Hof