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Multiple Sklerose (MS)

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Definition:
Die MS ist gekennzeichnet durch schubartig auftretende oder chronisch progrediente entzündliche Läsionen im Bereich der Sehnerven, des Rückenmarks und des Gehirns. Klinisch kommt es zu funktionellen Defiziten zentraler und peripherer Nervenbahnen.
Häufigkeit:
In Deutschland leben etwa 144.000–200.000 Menschen mit MS. Die Prävalenz liegt bei 175–289/100.000. Die ersten Symptome setzen meist im Alter zwischen 20 und 45 Jahren ein. Frauen sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Symptome:
Häufige Symptome sind spastische Paresen, Ataxie, Dysarthrie, Blasen- und Mastdarmfunktionsstörungen, Sensibilitätsausfälle sowie Allgemeinsymptome wie Fatigue und Muskelschmerzen. Seltener kommen neuropathische Schmerzsyndrome wie die Trigeminusneuralgie hinzu.
Befunde:
Zeichen der zentralen Parese sind Kraftminderung, spastische Muskeltonuserhöhung und gesteigerte Muskeleigenreflexe. Bewegungen einschließlich Gangbild sind verlangsamt, die Bewegungskoordination ist gestört. Sensibilitätsausfälle können sich prinzipiell auf alle sensiblen Versorgungsgebiete erstrecken; häufig sind Hände, Füße und Unterschenkel betroffen. Auch Gesichtsfeldausfälle mit Visusminderung und Augenmuskelparesen sind häufig.
Diagnostik:
Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, klinisch-neurologische Untersuchung, MRT und Liquordiagnostik.
Therapie:
Im akuten Schub zielt die Therapie auf die Reduktion der entzündlichen Krankheitsaktivität ab. Längerfristig geht es darum, weitere Schübe und die Progression der neurologischen Defizite zu verhindern, Symptome zu lindern und die Selbständigkeit der Patient*innen wiederherzustellen, etwa im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg