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Nächtliche Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe sind schmerzhafte Kontraktionen der Unterschenkelmuskulatur, die häufig in der Nacht auftreten. In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose Erscheinung, von der viele Menschen regelmäßig betroffen sind.

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Was sind Wadenkrämpfe?

Als Wadenkrampf bezeichnet man ein ungewolltes, schmerzhaftes Anspannen (Kontraktion) der Beinmuskulatur. Solche Krämpfe treten häufig nachts auf und können Sekunden bis mehrere Minuten andauern. Neben den Waden können Krämpfe auch im Fuß oder im Oberschenkel auftreten. In den meisten Fällen handelt es sich um ein relativ harmloses Phänomen, das von selbst vorübergeht. In manchen Fällen können wiederkehrende, nächtliche Wadenkrämpfe jedoch im Rahmen von anderen Erkrankungen oder auslösenden Faktoren entstehen. Zu unterscheiden ist das sogenannte Restless-Legs-Syndrom, bei dem Betroffene unter störenden nächtlichen Missempfindungen in den Beinen leiden.

Nächtliche Muskelkrämpfe sind ein häufiges Phänomen. Mit zunehmendem Alter treten sie deutlich häufiger auf. In der älteren Bevölkerung haben viele mindestens einmal pro Woche nächtliche Wadenkrämpfe. Es gibt jedoch keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Ursachen

In den meisten Fällen ist keine klare Ursache der Wadenkrämpfe auszumachen. Allerdings gibt es einige Faktoren oder Krankheiten, die das Auftreten von Wadenkrämpfen wahrscheinlicher machen:

Diagnostik

Die Diagnose beruht im Wesentlichen auf der Beschreibung der Schmerzen der betroffenen Person und deren Verlauf. Beim ersten Auftreten von nächtlichen Wadenkrämpfen müssen keine Untersuchungen oder Bluttests durchgeführt werden, um die Diagnose zu stellen. Treten die Muskelkrämpfe ungewöhnlich häufig oder über einen sehr langen Zeitraum auf, sind womöglich weitere Untersuchungen, wie z. B. eine Laboruntersuchung des Blutes, notwendig.

Therapie

Das Ziel einer Therapie ist es, während der Muskelkrämpfe die Schmerzen zu lindern und langfristig die Häufigkeit der Anfälle zu senken. In den meisten Fällen ist eine Behandlung jedoch nicht nötig, da die Wadenkrämpfe auch ohne Behandlung aufhören.

Während eines akuten Anfalls wird empfohlen, die Beinmuskeln zu dehnen oder zu massieren. Auch Aufstehen und Gehen kann helfen, die Krämpfe zum Abklingen zu bringen.

Um Krämpfe zu vorzubeugen, wird seit langem empfohlen, die Muskulatur nach körperlicher Anstrengung und ggf. direkt vor dem Schlafengehen zu dehnen. Studien über den Nutzen solcher Dehnübungen zeigen jedoch bisher keine signifikante Wirkung.

Auch für medikamentöse Behandlungen zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen gibt es bisher keine sicheren Belege. Erfahrungsgemäß kann jedoch die Einnahme von Magnesiumpräparaten oder magnesiumreichen Lebensmitteln insbesondere bei Muskelkrämpfen in der Schwangerschaft einen positiven Effekt haben. Auch Vitamin-E- und Vitamin-B-Komplex-Präparate haben womöglich eine vorbeugende Wirkung. In schweren Fällen kommen auch andere Medikamentengruppen zum Einsatz, die jedoch teilweise schwerwiegende Nebenwirkungen haben.

Prognose

Die Prognose ist sehr gut. Die meisten Menschen sind nur einmalig oder zeitweise von Muskelkrämpfen betroffen und sind auch ohne Therapie nach kurzer Zeit wieder beschwerdefrei. Sobald die Wadenkrämpfe jedoch die Qualität des Schlafes einschränken, kann dies Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität haben.

Weitere Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.