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Ursachen von Hirntumoren

Hirntumoren sind unterteilt in primäre und sekundäre, je nachdem, ob sie primär dem Hirngewebe entstammen oder Tochtergeschwülste (Metastasen) von Tumoren anderer Organe sind (z. B. Lungenkrebs).

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Was sind primäre Hirntumoren?

Primäre Hirntumoren treten im Gehirn oder in unmittelbarer Nähe zum Gehirn auf, z. B. in den Gliazellen des Gehirns (Gliome), in den Hirnhäuten (Meningeome) oder den Hirnnerven (z. B. Schwannom, darunter das Akustikusneurinom).

Etwa 30 % aller bösartigen Tumoren bei Kindern und rund 3 % aller Krebserkrankungen bei Erwachsenen sind primäre Hirntumoren (zu sekundären Hirntumoren siehe weiter unten), d. h. sie entstehen aus dort ansässigen Zellen. Häufige Arten von Primärtumoren – die nach der Art der Gehirnzellen benannt werden, aus denen sie sich entwickeln – sind bei Erwachsenen Glioblastome und Meningeome; bei Kindern Astrozytom, Medulloblastom, Ependymom und Kraniopharyngeom.

60 % der primären Hirntumoren sind bösartig und zerstören das umgebende Gewebe; aber auch die an sich gutartigen Hirntumoren können schwere Symptome hervorrufen, wenn sie durch ihr Wachstum Druck auf das Hirngewebe ausüben.

Hirntumoren können in jedem Alter auftreten, am häufigsten jedoch kommen sie im Alter von 55–64 Jahren vor. Insgesamt erkranken von 100.000 Einwohnern statistisch je 17 Männer und 20 Frauen jedes Jahr an einem Hirntumor.

Ursachen

Es sind viele Studien durchgeführt worden, um herauszufinden, ob und inwieweit Vererbung, Umweltverhältnisse, Viren oder andere Faktoren bei der Entwicklung von Hirntumoren eine Rolle spielen.

Es gibt bestimmte seltene Erbkrankheiten, bei denen Hirntumoren häufig vorkommen. Dazu gehört v. a. die Neurofibromatose, das von Hippel-Lindau-Syndrom, die tuberöse Sklerose, das Turcot-Syndrom und das Li-Fraumeni-Syndrom. Davon abgesehen ist ionisierende Strahlung (radioaktive Strahlung, Röntgenstrahlung im Rahmen einer Therapie) ein Risikofaktor, bei dem ein sicherer Zusammenhang mit der Entwicklung von Hirntumoren besteht. Im Fall von einem Lymphom im Gehirn, also der bösartigen Vermehrung von Lymphozyten (Immunzellen) im Gehirn, spielt wahrscheinlich auch ein geschwächtes Immunsystem als Risikofaktor eine Rolle.

Es konnte kein Zusammenhang zwischen dem erhöhten Auftreten von primären Hirntumoren und Tabak- oder Alkoholkonsum, Handynutzung, Exposition gegenüber Hochspannungsleitungen, Infektionen, schweren Verletzungen des Schädels bzw. des Gehirns oder Nutzung von Haarfärbemitteln nachgewiesen werden.

Was sind sekundäre Hirntumoren?

Sekundäre Hirntumoren sind Tumoren, die sich von Krebsgeschwulsten an anderen Stellen im Körper auf das Gehirn ausgebreitet haben (Hirnmetastasen). Krebs der Lunge (50 % der Patienten entwickeln Hirnmetastasen), des Dickdarms, der Brust (in 15–20 % der Fälle Hirnmetastasen) und der Haut (malignes Melanom; in 25 % Hirnmetastasen), des Magen-Darm-Trakts und der Nieren/des Harntrakts (je 5–10 %) neigen am stärksten dazu, sich auf das Gehirn auszubreiten. Manchmal sind Hirnmetastasen das erste Anzeichen von Krebs an einer anderen Stelle im Körper.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen