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Komplikationen von Hirntumoren

Je nach Größe und Lage kann ein Hirntumor verschiedene Beschwerden und Komplikationen verursachen.

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Welche Komplikationen können auftreten?

Je nach Größe und Lage kann ein Hirntumor verschiedene Schäden im Bereich des Gehirns verursachen. Wird ein Tumor bald nach Auftreten von ersten Symptomen entfernt, kann sich das Gehirn oft wieder erholen und seine Funktion wiedererlangen. Es sind jedoch auch bleibende Hirnschäden möglich.

Das Gehirn ist in verschiedene Bereiche unterteilt, die für eine Reihe unterschiedlicher Funktionen zuständig sind. Zum Beispiel hat der vordere und seitliche Teil des Gehirns wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit dem Denken und dem Steuern unserer Bewegungen. Ein Hirntumor in diesem Bereich kann Druck auf das Hirngewebe dieses Bereichs ausüben oder ins Gewebe hineinwachsen, und zu Lähmungen eines Arms oder Beins führen oder das Sprechen erschweren. Etwas weiter innen im Gehirn befindet sich ein Bereich, der für die Gedächtnisbildung wichtig ist. Entsprechend wird ein Tumor dort möglicherweise zu Lernproblemen und verschlechtertem Gedächtnis führen. Ein Hirntumor im hinteren Teil des Gehirns, im Okzipitallappen, kann u. a. Sehprobleme verursachen. Dies liegt daran, dass hier das Sehzentrum des Gehirns befindet.

Darüber hinaus können Hirntumore die Ursache für Krampfanfälle, Depression oder andere psychische Veränderungen sein.

Hirntumore können auch eine akute Komplikation verursachen, die Hydrozephalus genannt wird. Ursache dafür ist ein erhöhter Hirndruck durch vermehrte Hirnflüssigkeit (Zerebrospinalflüssigkeit) im Inneren des Schädels. Ein Hydrozephalus tritt auf, wenn ein Tumor die Zirkulation und den Abfluss der Zerebrospinalflüssigkeit im und um das Gehirn blockiert. Der erhöhte Druck führt dazu, dass die empfindlichen Hirnzellen nicht mehr korrekt arbeiten können: es kommt zu Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit/Erbrechen oder auch neurologischen Störungen. Im schlimmsten Fall wird Druck auf das Atemzentrum im Hirnstamm ausgeübt, und es kommt zu Atemproblemen. Unbehandelt können diese zum Tod führen. Bei erhöhtem Hirndruck muss die überschüssige Flüssigkeit möglichst schnell abgeleitet (drainiert) werden, um den Druck zu senken und damit das Risiko einer dauerhaften Hirnschädigung zu verringern.

Ein erhöhter Hirndruck kann auch Folge eines Hirnödems, also einer (durch den Tumor bedingten) Schwellung des Gehirns sein. Um diese wieder zu reduzieren, kommen oft Kortikosteroide zum Einsatz.

Auch Blutungen im Gehirn, die von einem Tumor verursacht werden, erfordern schnelle Maßnahmen, weil sie akut großen Druck auf das Hirngewebe ausüben können. Die Symptome gleichen denen eines (schweren) Schlaganfalls.

Durch die Therapie bedingte Komplikationen

Da das Hirngewebe sehr empfindlich gegenüber Schäden ist, kann auch die Therapie von Hirntumoren vorübergehende oder bleibende Beschwerden nach sich ziehen. Bei einer Operation zur Entfernung des Tumors wird die Chirurgin/der Chirurg daher so zielgenau wie möglich Tumorgewebe zerstören, ohne umliegendes Nervengewebe zu schädigen. Dennoch kann es nachfolgend zu Problemen der neurologischen Funktionen kommen.

Auch die Bestrahlung kann sich auf die Hirnfunktionen auswirken: Vor allem bei Kindern sind kognitive Funktionsstörungen, Entwicklungsprobleme, Wachstumsstörungen oder auch eine beeinträchtigte Feinmotorik mögliche Folgen. Grundsätzlich erhöht eine Strahlentherapie zudem das Risiko für die Entstehung eines anderen Tumors und wird daher so gering dosiert, wie es zur Therapie des Hirntumors gerade nötig ist.

Wahrscheinlich können auch einige Chemotherapeutika zu kognitiven bzw. neurologischen/psychologischen Problemen führen.

Diese möglichen Komplikationen wägen Ärzte bei der Planung der Therapie genau ab.

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Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen