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Empfehlungen für Patienten bei gutartigem Lagerungsschwindel

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Gutartiger Lagerungsschwindel wird fachsprachlich als benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV) bezeichnet.

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel ist eine harmlose, für die meisten betroffenen Patienten jedoch sehr belastende Erkrankung. Betroffene leiden unter ausgeprägtem Drehschwindel, der schlagartig bei Lageänderung eintritt, z. B. beim Aufstehen aus dem Bett. Oft können die Patienten nicht mehr gerade laufen oder stürzen zu einer Seite. Dies kann mit starker Übelkeit einhergehen. Der eigentliche Schwindel hält oft nur Sekunden an, kann aber anschließend noch für Tage bis Wochen ein unangenehmes, schwindelähnliches Gefühl hervorrufen. Es ist nicht unüblich, dass Schwindelattacken mehrfach auftreten. Ausgelöst wird BPPV durch kleine „Steinchen“ (Otolithen) in den Bogengängen des Ohres, die das Gleichgewichtsorgan reizen. Die Drehrichtung zeigt zum betroffenen Ohr hin. Hat die betroffene Person das Gefühl, alles drehe sich nach rechts, ist das rechte Gleichgewichtsorgan betroffen und umgekehrt. Um weitere Schwindelattacken zu vermeiden, sollten Übungen durchgeführt werden, die die Otolithen aus den Gehörgängen befreien.

Sind die Übungen nicht erfolgreich und besteht weiterhin starker Schwindel mit Übelkeit, kann die Einnahme von Medikamenten gegen Übelkeit erwogen werden.

Übungsmanöver für zu Hause – Sémont-Manöver

Folgende Übung wird auch Sémont-Manöver genannt. Beschrieben sind die Bewegungen, die Betroffene zur Befreiung der Otolithen aus dem rechten Ohr durchführen sollten:

  1. Setzen Sie sich auf eine Bettkante oder eine Liege und drehen Sie den Kopf um 45 Grad nach links.
  2. Legen Sie sich dann schnell auf die rechte Körperseite und halten Sie den Kopf in der gleichen Stellung (45 Grad angewinkelt). Der Blick ist dabei Richtung Decke gewendet. Sie werden für einige Sekunden starken Schwindel verspüren. Diese Position halten Sie nun bitte einige Minuten, bis der Schwindel vorüber ist.
  3. Bewegen Sie ihren Körper nun schnell und schwungvoll über die aufrechte Position auf die linke Schulter. Den Kopf halten Sie dabei weiterhin im 45-Grad-Winkel nach links gedreht. Sie blicken nun auf den Boden. Auch diese Position halten Sie für einige Minuten.
  4. Anschließend können Sie sich langsam wieder aufsetzen. Hierbei kann ebenfalls leichter Schwindel auftreten.
  5. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals, bei Bedarf auch für die andere Seite.

 

Die Übung kann sehr unangenehm sein. Trotzdem sollten Sie sie durchführen, da sich die Schwindelattacken bei den meisten Personen dadurch erheblich reduzieren. Die Wirkung kann durch häufige Wiederholungen gesteigert werden. Versuchen Sie, täglich zwei bis drei Übungseinheiten mit mehreren Manövern (z. B. 6-mal hintereinander) durchzuführen. Setzen Sie die Übungen solange fort, bis die Schwindelattacken abgeklungen sind.

Ein weiteres Manöver zur Beseitigung der Otolithen ist das Epley-Manöver, das im Artikel Gutartiger Lagerungsschwindel beschrieben ist.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marleen Mayer, Ärztin, Mannheim