Überaktive Blase (ÜAB)

Zusammenfassung

  • Definition:Die „überaktive Blase“ (ÜAB, gleichbedeutend mit Overactive Bladder: OAB) geht mit Pollakisurie, imperativem Harndrang und Nykturie mit oder ohne Inkontinenz einher.
  • Häufigkeit:Die Prävalenz liegt bei ca. 16 % und steigt mit dem Alter. Keine geschlechtsspezifischen Unterschiede, bei Frauen geht die ÜAB häufiger mit Inkontinenz einher als bei Männern.
  • Symptome:Symptome sind starker Harndrang und häufige Harnentleerung und Nykturie. Liegt eine Harninkontinenz vor, spricht man von „ÜAB nass/OAB wet“; liegt Drangsymptomatik ohne Inkontinenzsymptomatik vor, spricht man von „ÜAB trocken/OAB dry“. Häufig begleitende psychische Symptome wie Angst oder Depressivität.
  • Befunde:Die somatische klinische Untersuchung ist unauffällig.
  • Diagnostik:Die überaktive Blase ist eine Ausschlussdiagnose, die voraussetzt, dass keine lokalen, metabolischen, neurologischen oder endokrinen Erkrankungen vorliegen.
  • Therapie:Zur Behandlung steht ein mehrstufiges Schema zur Verfügung: 1. Verhaltensmodifikationen und Physiotherapie mit Entspannungsverfahren und ggf. Psychotherapie. 2. Medikamentöse Behandlung mit z. B. Anticholinergika. 3. Elektrische Neuromodulation oder Injektionen von Botulinumtoxin A in die Blasenwand.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Das Syndrom der überaktiven Blase (ÜAB, gleichbedeutend mit Overactive Bladder Syndrome: OAB) beinhaltet die Symptome Pollakisurie, imperativer Harndrang und Nykturie mit oder ohne Inkontinenz.1
  • Die International Continence Society definiert die überaktive Blase (früher Dranginkontinenz oder Reizblase) als imperativen Harndrang, typischerweise begleitet von hoher Blasenentleerungsfrequenz tagsüber und/oder von Nykturie mit oder ohne Inkontinenz (Overactive Bladder Syndrome, kurz OAB, nass oder trocken, engl. wet oder dry) bei Abwesenheit eines Harnwegsinfekts oder anderer nachweisbarer Erkrankungen.2-3
  • Die Diagnose ist eine klinische Syndromdiagnose und nicht mehr von einem urodynamischen Befund abhängig.4
  • Es darf dabei keine lokale, metabolische, neurologische oder endokrine Pathologie ursächlich sein.1
  • Beim Vorliegen dieser Symptome darf lediglich die Verdachtsdiagnose „ÜAB“ gestellt werden, die Diagnose steht erst nach Ausschluss anderer differenzialdiagnostisch infrage kommender Ursachen für das Syndrom.1
  • Pollakisurie: mindestens 8 Miktionen/24 h bei normaler Harnmenge (bis 2,8 l/24 h).1
  • Imperativer Harndrang: Plötzlicher, ohne Vorwarnung einsetzender Harndrang, der mit der Gefahr des Harnverlustes einhergeht.1
  • Nykturie: Gewecktwerden durch Harndrang und Blasenentleerung in der Nacht1
  • Dranginkontinenz: unfreiwilliger Harnverlust in Zusammenhang mit imperativem Harndrang1,4-5
  • Psychogene Pollakisurie
    • Kann isoliert oder als Teil des ÜAB-Syndroms auftreten, setzt wie diese den Ausschluss neurologischer, urologischer und gynäkologischer Ursachen voraus und ist mit psychischen Faktoren assoziiert.6-7
    • Ist den funktionellen Körperbeschwerden (somatoforme Störungen) zuzuordnen (ICD-10 F45.34 Somatoforme autonome Funktionsstörung des Urogenitalsystems).8

Diagnostik

Therapie1,3,18,22-23

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

Quellen