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Glomerulonephritis

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Definition:
Immunologisch verursachte Entzündung, die zu strukturellen und funktionellen Veränderungen der Nierenglomeruli führt.
Häufigkeit:
Jährliche Inzidenz der Glomerulonephritiden (GN) 12/100.000 in Industrieländern. Die am häufigsten diagnostizierten GN-Typen in Deutschland sind IgA-Nephropathie, membranöse GN, fokal-segmentale Glomerulosklerose (FSGS) und Minimal-Change-GN.
Symptome:
Makrohämaturie, Ödeme, Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Kopfschmerz, Inappetenz.
Befunde:
Variable Befundkonstellationen. Beim nephritischen Syndrom vor allem Hämaturie (Erythrozytenzylinder im Sediment) und Proteinurie, desweiteren zunehmende Niereninsuffizienz mit Überwässerung und Hypertonie. Beim nephrotischen Syndrom vor allem Ödeme, ausgeprägte Proteinurie, Hypalbuminämie, Hyperlipidämie. Bei sekundären Glomerulonephritiden Anzeichen für eine zugrunde liegende Erkrankung.
Diagnostik:
Labordiagnostik von Blut (Blutbild, Nierenretentionswerte, Elektrolyte, Albumin, Lipide, Entzündungsparameter) und Urin (Teststreifen, Urinsediment, Quantifizierung Proteinurie). Sicherung der Diagnose und pathologische Klassifizierung durch Nierenbiopsie.
Therapie:
Basismaßnahmen sind Behandlung von Proteinurie und Hypertonie mit ACE-Hemmern/AT-Antagonisten, limitierte Eiweißzufuhr, Salzrestriktion, Behandlung von Überwässerung oder Hyperkaliämie mit Diuretika, Nikotinkarenz. Spezifische immunsuppressive Therapie in Abhängigkeit von Typ und Schweregrad der Glomerulonephritis. Dialyse bei terminaler Niereninsuffizienz.
  • Michael Handke, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, Freiburg i. Br.