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Karzinoid-Syndrom

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Definition:
Ein Karzinoid-Syndrom ist ein klinischer Symptomenkomplex infolge von Serotoninausscheidung in den systemischen Kreislauf durch neuroendokrine Tumoren (NET) und/oder deren Metastasen.
Häufigkeit:
20–30 % aller Patient*innen mit NET im Jejunum/Ileum und Lebermetastasen entwickeln ein Karzinoid-Syndrom.
Symptome:
Anfallsartige Gesichtsrötung („Flush“) und Durchfall sind Kardinalsymptome, daneben können Schweißausbrüche, abdominelle Schmerzen und bronchiales Giemen auftreten.
Befunde:
Bronchokonstriktion, Tachykardie, bei Endokardfibrose Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz.
Diagnostik:
Laboruntersuchungen (Chromogranin A und 5-Hydroxyindolessigsäure), bildgebende Verfahren und histopathologische Untersuchung nach Biopsie.
Therapie:
Medikamentöse Behandlung mit Serotoninantagonisten. Chirurgische Resektion von Primärtumor und Metastasen, wenn möglich. Evtl. Ergänzung mit katheterinterventionellen und nuklearmedizinischen Verfahren.
  • Michael Handke, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, Freiburg i. Br.