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Dupuytren-Kontraktur

Die Dupuytren-Kontraktur ist eine Kontraktur (Zusammenziehung) von Sehnen in Handfläche und Fingern, die das Ausstrecken der Finger an der betroffenen Hand mit der Zeit unmöglich macht.

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Was ist eine Dupuytren-Kontraktur?

Die Dupuytren-Kontraktur (oder Morbus Dupuytren) ist eine gutartige, langsam fortschreitende Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche. Mit der Zeit ziehen sich die Sehnen in Handfläche und Fingern so zusammen, dass das Ausstrecken der Finger an der betroffenen Hand unmöglich wird.

In der Frühphase fällt ein leichtes Unbehagen in der Hand auf. Typisch ist auch die Entwicklung von Knoten und strangförmigen Schwellungen in der Handfläche. Nach und nach kommt es durch die Verkürzung der Sehnen zu einer Fehlstellung von einem oder mehreren Fingern. Meistens sind der kleine Finger und der Ringfinger zuerst betroffen, die Beschwerden können jedoch grundsätzlich in allen Fingern auftreten. Langfristig kann dies dazu führen, dass die Hand unwillkürlich zu einer Faust geballt wird und die Hand nicht mehr geöffnet werden kann. In etwa der Hälfte der Fälle sind beide Hände betroffen, wobei die Veränderungen in einer Hand meist etwas weiter fortgeschritten sind. Eine erhebliche Funktionsbeeinträchtigung der Hand ist die Folge. Da die Hände die ganze Zeit zur Faust geschlossen sind, kann die Krankheit Hautprobleme nach sich ziehen. Manchmal liegen vergleichbare Beschwerden auch im Bereich der Füße oder am Penis vor.

Die Wahrscheinlichkeit einer Dupuytren-Kontraktur nimmt mit dem Alter zu, Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung tritt bei bis zu 20 % der 65-jährigen Männer auf und bei bis zu 40 % der 70- bis 74-jährigen Männer. Jedoch haben bei weitem nicht alle so schwerwiegende Beschwerden, dass sie ärztlichen Rat suchen. Je jünger die Betroffenen bei Erkrankungsbeginn sind, desto schneller scheint die Krankheit fortzuschreiten.

Ursachen

Die zugrunde liegende Ursache der Krankheit ist unbekannt, jedoch gibt es eine erbliche Veranlagung. Alter, Geschlecht, bestimmte Umweltfaktoren und Erkrankungen spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung einer Dupuytren-Kontraktur.

Risikofaktoren sind Rauchenübermäßiger Alkoholkonsum, Diabetes (bei Typ 1 häufig schwere Verläufe) oder Leberzirrhose. Zudem stehen wiederholte mechanische Belastungen der Handfläche mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in Verbindung.

Die Erkrankung ist auf eine Vermehrung von Bindegewebsfasern in der Handfläche zurückzuführen. Die Kontraktion entsteht, wenn ein Bindegewebsstrang in der Hand zu einer Verwachsung der Haut an der Handinnenfläche mit den Muskelsehnen führt. Die Sehne zieht sich im Laufe der Zeit zusammen, sodass die Finger gekrümmt werden.

Therapie

Das Therapieziel ist eine Verbesserung der Handfunktion. Daher wird erst behandelt, wenn die Krankheit zu einer Funktionsbeeinträchtigung führt. Wenn die Kontraktur noch nicht stark ausgeprägt ist, kann ihr mit Dehnungsübungen entgegengewirkt werden. Um ein weiteres Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern, kann eine Strahlentherapie durchgeführt werden.

Einige Ärzte empfehlen Spritzen mit Kollagen abbauenden Enzymen (Kollagenase) in die Haut. Die Behandlung wird ambulant von Orthopäden und Handchirurgen durchgeführt. Laut Studien kann eine Kollagenase-Injektion bei 64 % der Patienten eine Heilung erzielen. Die beste Wirkung zeigt die Therapie bei Patienten mit leichteren Kontrakturen.

Im fortgeschrittenen Stadium mit starker Funktionsbeeinträchtigung der Hand ist eine Operation die wirksamste Behandlungsmethode. Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt, ein Krankenhausaufenthalt ist nicht erforderlich. In der ersten Zeit nach der Operation wird eine Handschiene angelegt. Dazu erhalten Sie physiotherapeutische Anweisungen zu täglichen Übungen, um die Beweglichkeit von Hand und Fingern zurückzuerlangen.

Nach einer solchen Operation bestehen gute Chancen, dass sich Ihre Handfunktion wieder normalisiert und Sie Hand und Finger wieder ausstrecken können. Wenn die Kontraktion in der Hand vor dem Eingriff sehr ausgeprägt war, wird die frühere Handfunktion zu etwa 50–75 % wiederhergestellt werden.

Prognose

Viele Patienten mit Morbus Dupuytren entwickeln keine Kontraktur, bei ihnen reicht es, den Krankheitsverlauf zu beobachten. Durch die Injektion von Kollagenase lässt sich eine gute Wirkung erzielen, sodass vermutlich seltener eine operative Therapie notwendig sein wird.

Bei einer Operation werden Fehlstellungen korrigiert und eine chronische Kontraktur kann verhindert werden. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für eine vollständige Wiederherstellung der Handfunktion gering ist, können die meisten Betroffenen mit einer deutlichen Verbesserung rechnen, sodass sie ihre üblichen Tätigkeiten wieder aufnehmen können. Eine Operation bedeutet jedoch keine Heilung der Erkrankung, sodass sie im Lauf der Zeit zurückkehren kann. Etwa 50 % der Patienten erleiden nach der Behandlung einen Rückfall, vor allem wenn die Krankheit einen aggressiven Verlauf nimmt, doch nur wenige müssen erneut operiert werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden