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Ellenbogenfraktur (Radiusköpfchenfraktur)

Häufig kommt es infolge eines Sturzes auf den ausgestreckten, einwärts gedrehten Arm zu einer Fraktur des Speichenkopfs.

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Was ist eine Radiusköpfchenfraktur?

Der Unterarm wird von zwei Knochen gebildet, der Speiche (Radius) auf Daumenseite und der Elle (Ulna) auf Kleinfingerseite. Beide Knochen sind über das Ellenbogengelenk mit dem Oberarmknochen (Humerus) und über das Handgelenk mit den Handwurzelknochen verbunden. Die Knochen werden von Bindegewebsbändern fest zusammengehalten.

Das Köpfchen des Oberarmknochens (Capitulum humeri) bildet mit dem Speichenkopf (Caput radii) ein Gelenk. Ein Bruch des Speichenkopfs (Radiusköpfchenfraktur) zählt zu den häufigsten Ellenbogenfrakturen (33 %) bei Erwachsenen. Meist sind die umliegenden Bänder ebenfalls verletzt. Junge und körperlich aktive Personen sind besonders häufig betroffen.

Symptome

Bei einem Bruch des Radiusköpfchens kommt es zu sofortigen Schmerzen mit anschließender Schwellung im Ellenbogen. Die Beweglichkeit des Ellenbogengelenks kann eingeschränkt sein. Der Druck auf den oberen Bereich der Speiche (Radius) ist schmerzhaft.

Ursachen

Meist kommt es infolge eines Sturzes auf die Hand mit leicht gebeugtem Ellenbogen zu einem Bruch des Speichenkopfs. Der Arm ist dabei leicht einwärts gedreht. Dadurch wird ein akuter Druck auf den Speichenkopf ausgeübt, was zum Bruch führt. In seltenen Fällen kann auch ein direkter Schlag auf das Ellenbogengelenk zu einer derartigen Verletzung führen.

Häufig führen Stürze auf einen harten Untergrund (z. B. bei Sportarten wie Hindernislauf) zu einem Bruch des Speichenkopfs.

Untersuchungen

Ärztliche Untersuchung

  • Der betroffene Arm wird untersucht und abgetastet.
  • Durch vorsichtige Bewegungen wird die Funktion und Beweglichkeit des Gelenks überprüft.
  • Zudem werden Verletzungen an Nerven und Blutgefäßen ausgeschlossen.

Bildgebende Untersuchungen

  • Um die Diagnose zu bestätigen, werden Röntgenaufnahmen angefertigt.
  • Manchmal ist eine ergänzende Untersuchung per Computertomografie notwendig.
  • Verletzungen der Bänder können mit einer Magnetresonanztomografie beurteilt werden.

Behandlung

  • Ziele der Behandlung: Ausheilung der Fraktur und Wiedererlangen der normalen Funktionsfähigkeit
  • Je nach Frakturtyp erfolgt die Behandlung entweder konservativ oder operativ.
  • Einfache Knochenbrüche können in der Regel konservativ behandelt werden. Bei komplizierten Frakturen wird eine Operation empfohlen.

Konservative Behandlung

  • Zunächst wird der Arm in einem Gips und mithilfe einer Armschlinge für 5–7 Tage ruhiggestellt.
  • Im Anschluss daran sind vorsichtige Mobilisationsübungen möglich, sobald die Schmerzen dies zulassen. Dazu zählen Beugen und Strecken des Ellenbogens.
  • Bei starken Schmerzen können Sie kurzzeitig Schmerzmittel einnehmen.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen werden empfohlen.

Operation

  • In besonderen Fällen werden größere Knochenfragmente mithilfe von Minischrauben oder Stiften fixiert.
  • Mittlerweile wird immer häufiger der Speichenkopf durch eine Gelenkprothese ersetzt.

Prognose

Wenn die Verletzung angemessen behandelt wird, ist die Prognose gut und Komplikationen selten.

Bei einigen Betroffenen kann infolge der Verletzung die Beweglichkeit des Unterarms eingeschränkt sein. Im Verlauf kann eine schmerzhafte Arthrose (Gelenkverschleiß) entstehen.

Weitere Informationen

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden