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Rippenfraktur

Ein Rippenbruch kann ein- oder mehrfach, ein- oder beidseitig auftreten. Die Schmerzen nehmen in der Regel in den ersten 7–10 Tagen nach der Verletzung zu und lassen dann allmählich nach.

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Rippen

Der Brustkorb besteht aus 12 Rippenpaaren (Costae), die an den Brustwirbeln entspringen. Sie werden von oben nach unten durchnummeriert. Die obersten 7 Rippen sind vorne über den Rippenknorpel direkt mit dem Brustbein verwachsen. Die Rippen 8, 9 und 10 setzen am knorpeligen Rippenbogen an, sie werden daher auch asternale Rippen genannt. Die beiden untersten Rippen sind kürzer und enden frei in der Bauchwand als sogenannte „Fleischrippen“ (Costae fluitantes). Die Rippen 8–12 werden auch als „unechte Rippen" (Costae spuriae) bezeichnet. Jede Rippe ist ein langer, schmaler und gebogener Knochen: der vordere Teil, der am Brustbein befestigt ist, besteht aus Knorpel (in der Zeichnung blau).

Rippenbrüche (Rippenfrakturen) können als einzelne oder mehrere gleichzeitige Knochenbrüche auftreten, einseitig oder doppelseitig. Wenn drei oder mehr benachbarte Rippen derselben Körperseite gebrochen sind, spricht man von einer Rippenserienfraktur. Bei großen Verletzungen mit mehreren beidseitigen Frakturen kann der Brustkorb instabil werden.

Einzelne einseitige Rippenbrüche kommen relativ häufig vor. Mehrfachfrakturen und Frakturen der ersten und zweiten Rippen sind seltener. Bei Kindern ist das Risiko einer Rippenfraktur geringer als bei Erwachsenen. Insbesondere ältere Menschen mit Osteoporose (Knochenschwund) sind von Rippenbrüchen betroffen.

Ursachen

Rippenbrüche entstehen bei Verletzungen, die oft stumpfer Natur sind. Typische Situationen sind Stürze gegen eine Tischkante oder Schläge eines Ellbogens gegen die Rippe. Bei älteren Menschen treten Rippenfrakturen im Zusammenhang mit Osteoporose auf, manchmal bereits durch starkes Husten. Untersuchungen zeigen, dass etwa die Hälfte aller Rippenfrakturen bei älteren Menschen ohne massive Einwirkung auftreten, und bereits durch Stürze aus stehender oder sitzender/liegender Position verursacht werden.

Diagnose

In der Regel verursachen Rippenfrakturen in der ersten Woche nach der Verletzung zunehmende Schmerzen. Der Schmerz verschlimmert sich bei der Verwendung der Bauchpresse (z. B. beim Husten) und wenn Sie tief einatmen. Meistens erinnern sich die Patienten, wann die Verletzung entstanden ist, gelegentlich ist dies jedoch nicht bekannt. In diesen Fällen kann es schwierig sein zu verstehen, warum Brustschmerzen auftreten. Bei mehrfachen Verletzungen ist der Verlauf dramatischer und es können Anzeichen innerer Verletzungen im Brustraum vorliegen.

Wenn der Arzt bei der Untersuchung auf eine gebrochene Rippe drückt, löst dies oft starke Schmerzen aus. Wenn der Brustkorb eingedrückt wird, entstehen Schmerzen an der Bruchstelle. Bei größeren Verletzungen muss stets untersucht werden, ob eine gebrochene Rippe eventuell die Lunge punktiert hat. In diesem Fall leiden die Patienten merklich unter Atemnot und gelegentlich kann der Arzt unter der Haut ein Knistern ertasten. Dies ist ein Anzeichen für ein Hautemphysem, eine Ansammlung der entwichenen Luft unter der Haut. Der Arzt hört zudem die Lunge ab.

In den meisten Fällen ist keine Röntgenaufnahme erforderlich. Rippenbrüche sind im Röntgenbild oft schwer zu erkennen, insbesondere in den ersten Tagen nach der Verletzung. Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs erfolgt, wenn Verletzungen im Brustraum vermutet werden oder wenn der Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung besteht. Bei schweren Verletzungen wird eine Computertomografie durchgeführt.

Therapie

Die Behandlung zielt zunächst darauf ab, die Schmerzen zu lindern. Einfache Rippenbrüche heilen gut von selbst aus, jedoch kann für ein paar Tage ein Schmerzmittel (NSAR, Paracetamol) erforderlich sein. In seltenen Fällen wird eine elastische Bandage angelegt.

Vermeiden Sie Bewegungen, die Schmerzen verursachen und rauchen Sie nicht!

Es kann erforderlich sein, dass Sie für einige Tage krankgeschrieben werden. Bei einer Verschlechterung der Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Mehrfache Rippenbrüche mit instabilem Brustkorb werden im Krankenhaus behandelt.

Eine evtl. zugrunde liegende Osteoporose sollte entsprechend behandelt werden.

Verlauf und Prognose

Die Schmerzen nehmen in der Regel in den ersten 7–10 Tagen nach der Verletzung zu und lassen dann allmählich nach. Häufig halten die Schmerzen 3–4 Wochen an.

Komplikationen sind selten. In Ausnahmefällen kann eine gebrochene Rippe die Lunge punktieren und ein sogenannter Spannungspneumothorax entstehen. Als Folge der Verletzung kann auch eine Lungenentzündung auftreten. In sehr seltenen Fällen können Rippenbrüche zu schweren Blutungen in der Brusthöhle führen. Bei manchen Menschen können anhaltende Schmerzen auftreten, wenn Knochenneubildungen an der Bruchstelle auf Nerven drücken. 

Rippenbrüche werden als schmerzhafte, aber ansonsten harmlose Krankheit betrachtet, und die Prognose ist gut. Bei komplizierten Frakturen oder bei mehreren Frakturen hängt die Prognose vom Ausmaß anderer Verletzungen in der Brust ab.

Weitere Informationen

  • Spannungspneumothorax
  • Rippenfraktur – Informationen für ärztliches Personal

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden