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Unterarmfraktur

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Unterarmfraktur

Der Unterarm besteht aus zwei Knochen: der Speiche (Radius) auf der Daumenseite und der Elle (Ulna) auf der Seite des kleinen Fingers. Ein oder beide Knochen können an verschiedenen Stellen brechen. Normalerweise werden Unterarmfrakturen unterteilt in Frakturen im unteren Drittel, im mittleren Drittel und im oberen Drittel des Unterarms.

Diagnose

Unterarmfrakturen treten in der Regel nach einem Sturz auf den ausgestreckten Arm (oft während man den Sturz abfängt) oder durch eine direkte Krafteinwirkung gegen den Unterarm auf.

Bei der ärztlichen Untersuchung werden Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit an der Bruchstelle festgestellt. Beim Ziehen oder Drücken in Längsrichtung des Unterarms kommt es zu Schmerzen an der Bruchstelle. Normalerweise ist sowohl optisch als auch durch Tasten zu erkennen, dass sich der Unterarm in einer falschen Position befindet. Bei Kindern liegt oft ein Riss im Knochen vor, der Knochen ist also nicht vollständig gebrochen (Grünholzfraktur mit Stauchung der Kortikalis bei intaktem Periost, Biegungsbruch). Im Rahmen der orthopädischen Untersuchung des Knochenbruchs werden Nerven und die Durchblutung der betroffenen oberen Extremität überprüft.

Durch Röntgenaufnahmen lässt sich eine Unterarmfraktur bestätigen.

Therapie

Erwachsene

Frakturen in der Mitte beider Unterarmknochen (Ulna und Radius) sind bei Erwachsenen immer instabil und es ist sehr schwierig, sie in einem Gips in einer guten Position zu halten. Deshalb werden solche Frakturen fast immer operativ behandelt.

Isolierte Frakturen, die nur Ulna oder nur Radius betreffen und bei denen die Fehlstellung der Längsachse weniger als 10 Grad beträgt, können ohne Operation mit einem Gips behandelt werden (eventuell mit Orthese). Die Ärzte versuchen, den Bruch so zu richten, dass die Bruchenden im Verhältnis zueinander in allen Ebenen richtig ausgerichtet sind. Auf diese Weise wird versucht, eine normale Beweglichkeit im Unterarm zu gewährleisten, wenn die Fraktur ausgeheilt ist. Diese Behandlung kann mit lokaler Betäubung durchgeführt werden.

Wenn die Ärzte den Bruch nicht wie erforderlich richten können oder wenn ein Bruch in der Mitte des Schaftes vorliegt, erfolgt eine Operation unter Vollnarkose. Der Bruch wird dabei mit einer Metallplatte und Schrauben fixiert, um ihn auf diese Weise zu stabilisieren. Anschließend wird ein kreisförmiger Armgips angelegt, der von den inneren Fingergelenken bis zur Achselhöhle reicht. Der Gips muss in der Regel 10–14 Wochen getragen werden. In manchen Fällen wird der Gips nach sechs Wochen durch eine starre Kunststofforthese ersetzt.

Kinder

Bei Kindern kann eine gewisse Fehlstellung der Fraktur akzeptiert werden, wenn sich der Bruch im unteren Drittel des Unterarms befindet. Wenn der Bruch gerichtet werden muss, wird dies unter Vollnarkose durchgeführt.

Der kreisförmige Armgips wird wie oben beschrieben angelegt, muss aber normalerweise nur 6–8 Wochen getragen werden.

Kontrollen

Kontrollen, bei denen auch Röntgenaufnahmen gemacht werden, sollten in den ersten Wochen nach der Verletzung sowie bei der Gipsentfernung durchgeführt werden. Besonders wichtig ist es, festzustellen, ob sich die Stellung der Frakturenden trotz des Gipses verändert hat. Dies kann bei Kindern leicht vorkommen.

Nach einer Sportpause erfolgt bei Kindern eine ärztliche Funktionskontrolle des Arms vor Wiederaufnahme der sportlichen Aktivität.

Prognose

Bei Kindern ist es nicht ungewöhnlich, dass ein erneuter Bruch auftritt, wenn das Kind bereits in der Vergangenheit Unterarmfrakturen hatte.

Bei einigen Patienten kann die Fähigkeit, den Unterarm zu drehen eingeschränkt sein, insbesondere dann, wenn eine erhebliche Fehlstellung vorgelegen hat. Eine individuell angepasste Nachbehandlung mit regelmäßiger Physiotherapie kann unter anderem in diesen Fällen zur Verbesserung der Bewegungsfunktion empfohlen werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg

Illustrationen