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Kostochondritis (Entzündung der Rippenknorpel)

Die meisten Menschen spüren gelegentlich Brustschmerzen. Meist haben diese Schmerzen eine harmlose Ursache. Häufig werden Brustschmerzen von Entzündungen der Knorpelfugen zwischen Rippen und Brustbein verursacht.

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Was ist Kostochondritis?

Costa heißt Rippe und Chondritis bedeutet Entzündung im Knorpel. Kostochondritis wird auch als kostosternales Syndrom bezeichnet. Bei einer Kostochondritis sind mehrere Knorpelfugen zwischen Rippen und Brustbein (Sternum) entzündet. Die Entzündung heilt in der Regel von selbst ab. Sie verursacht Schmerzen im vorderen Bereich der Brust und wird häufig mit dem Tietze-Syndrom verwechselt.

Kostochondritis ist eine Erkrankung, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten kann. Bei 10–30 % aller Erwachsenen mit akuten Schmerzen in der Brust wird Kostochondritis diagnostiziert. Es handelt sich somit um eine häufige Diagnose.

Wie ist der Brustkorb aufgebaut?

Die Rippen bestehen aus Knochen, die von der Wirbelsäule ausgehen und nach vorne sowie leicht nach unten verlaufen. Die obersten sieben Rippen sind mit dem Brustbein verbunden. Im Übergangsbereich zwischen Rippen und Brustbein befindet sich ein Knorpel, der als elastische Brücke eine Art Gelenk (kostochondrales Gelenk) zwischen den Rippenknochen und dem Brustbein bildet. Die Rippen acht bis zehn sind vorne am Knorpelteil der darüber liegenden Rippe befestigt. Die untersten zwei Rippen sind am Ende nicht befestigt.

Die Rippen bewegen sich beim Atmen, wenn der Körper gedreht oder gebeugt wird und bei Bewegungen der Oberarme.

Ursachen

Bei Kostochondritis sind die Knorpelgewebe meist mehrerer Rippen entzündet. Es ist nicht ganz geklärt, warum solche Entzündungen auftreten. Viele der Patienten mit Kostochondritis berichten von lange andauerndem Husten, kürzlich zurückliegender körperlicher Anstrengung (schweres Heben) oder körperlichen Aktivitäten, die die Arme belastet haben (Rudern, Schwimmen).

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt auf Grundlage einer typischen Krankengeschichte (Anamnese), der ärztlichen Untersuchungsbefunde und des Ausschlusses anderer Erkrankungen.

Als wichtigstes Symptom gelten Schmerzen unterschiedlicher Intensität im Brustkorb. Die Schmerzen werden oft als scharf, stechend oder drückend beschrieben. Der Schmerz wird durch Bewegungen des Oberkörpers häufig verschlimmert, ebenso bei tiefen Atemzügen oder körperlicher Anstrengung.

Oft geht den Symptomen ein lange anhaltender Husten voraus, aber auch starke körperliche Belastung oder körperliche Aktivitäten, die die Arme belasten, werden häufig mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht. Meist sind das zweite bis fünfte kostochondrale Gelenk entzündet, besonders die Gelenke an der dritten und vierten Rippe. Allerdings können auch alle sieben kostochondralen Übergänge betroffen sein, häufig jedoch nur eine Körperseite.

Schmerzen, die bei Drücken auf die kostochondralen Bereiche des Brustkorbs auftreten, gelten als Anzeichen für Kostochondritis. Armbewegungen der betroffenen Seite lösen ebenfalls häufig Schmerzen aus. Die Untersuchung ist vor allem wichtig, um sicherzustellen, dass die Schmerzen nicht vom Herzen oder von anderen schwerwiegenderen Erkrankungen kommen. Deshalb wird häufig auch eine EKG-Untersuchung durchgeführt. In einigen Fällen kann eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs nötig sein.

Therapie

Die Entzündung heilt wie erwähnt von selbst ab. Eine mögliche Therapie zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern. Aktuell verwendete Medikamente sind Paracetamol und/oder entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen.

Aktivitäten, die Schmerzen auslösen, sollten eingeschränkt werden. Bei schmerzhaftem Husten können zum Beispiel hustenstillende Mittel Erleichterung verschaffen. Wenn längerfristig keine Besserung eintritt, kann Physiotherapie ergänzt werden.

Prognose

Nahezu alle Patienten werden wieder beschwerdefrei. Der Verlauf ist variabel, und die Beschwerden können für einige Wochen bis Monate andauern, klingen aber in der Regel spätestens nach einem Jahr ab.

Weitere Informationen

Autoren

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien