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Plattfuß (Knick-Senk-Fuß)

Die meisten Patienten mit Plattfüßen haben sogenannte weiche Plattfüße, die keine Beschwerden oder Einschränkungen machen. Der starre Plattfuß dagegen kann zu Symptomen führen, die ein Eingreifen erforderlich machen.

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Was ist ein Plattfuß?

Bis zu 15 % der Bevölkerung haben Plattfüße in mehr oder weniger starker Ausprägung. Kleinkinder bis zum Alter von etwa 6 Jahren haben nahezu alle zu einem geringen Grad Plattfüße. Dies ist völlig normal, und verschwindet fast immer von allein, wenn das Kind wächst. Dieser flexible frühkindliche Knick-Senk-Fuß führt auch nicht zu Beschwerden und schränkt die Motorik in keiner Weise ein.

Auch Erwachsene mit Plattfüßen haben in der Regel keine oder nur wenige Beschwerden. Die Überlastung der Füße kann aber zu Schmerzen im Fuß oder im Bein führen. Solche Belastungsschmerzen treten meistens zum Tagesende hin auf.

Ursachen

In den häufigsten Fällen gibt es für Plattfüße keine erkennbare Ursache. Jedenfalls ist das fast immer so, wenn es sich um weiche oder flexible Plattfüße handelt. Das ist die Art von Plattfüßen, die man bei den meisten Kleinkindern sieht, die ein Teil der Bevölkerung aber auch bis ins Erwachsenenalter hinein behält.

Ein starrer Plattfuß kann zum Beispiel durch Verwachsungen zwischen den Knochen im Fuß, durch Fehlstellungen von Knochen oder durch Verletzungen verursacht worden sein.

Kennzeichen des weichen Plattfußes

Die Erkrankung ist in den meisten Fällen angeboren, und manchmal haben mehrere Familienmitglieder Plattfüße. Der weiche Plattfuß verursacht bei den meisten Menschen keine Beschwerden. Die Erscheinung verringert auch in keiner Weise die körperliche Leistungsfähigkeit.

Ursachen des starren Plattfußes

  • Kurze Achillessehne
  • Fraktur der Knochen im Mittelfuß oder im hinteren Teil des Fußes
  • Nerven- und Muskelerkrankungen
  • Zusammengewachsene Knochen in den Füßen
  • Rheuma

Diagnostik

Die Diagnose wird durch die Untersuchung der Füße festgestellt. Der innere Fußlängsbogen berührt den Boden, wenn der Fuß belastet wird. Bei dem häufigen Typ des weichen Plattfußes nimmt dieser seine normale Form wieder ein, wenn die Belastung aufgehoben wird, etwa im Stehen oder beim Gehen auf den Zehen. Im Gegensatz hierzu bleibt der steife Plattfuß immer flach, zum Beispiel aufgrund von zusammengewachsenen Knochen im Fuß.

Röntgenuntersuchungen sind bei Plattfüßen nicht notwendig, außer wenn ein steifer Plattfuß vorliegt und der Patient unter Schmerzen leidet.

Therapie

In den meisten Fällen ist keine Therapie nötig. Plattfüße werden nur behandelt, wenn sie Symptome verursachen.

Weiche Plattfüße bei Kindern verursachen in der Regel keine Schmerzen und erfordern keine besondere Behandlung. Weiche Plattfüße führen nicht zu einem erhöhten Risiko, später Beschwerden in den Knöcheln und Knien, in der Hüfte oder im Rücken zu bekommen. Individuell angepasste Einlagen (mit weichem Fußbett) können Beschwerden möglicherweise lindern, falls das Kind Schmerzen hat. Einlagen können jedoch die Fußmuskulatur schwächen, es kann daher im Gegenteil ratsam sein, lieber häufig barfuß zu laufen und die Fußmuskeln zu trainieren.  

Ältere Kinder und Jugendliche können aufgrund von Fehlbelastungen manchmal auch Schmerzen an der Vorderseite der Wade oder am Knie bekommen. In solchen Fällen können Einlagen ausprobiert werden. 

Übungen, um den Fußlängsbogen zu stärken, können hilfreich sein.

Starre Plattfüße führen in zunehmendem Alter und bei zunehmender Aktivität oft zu Beschwerden. Individuell angepasste Einlagen (mit weichem Fußbett) können bei starren Plattfüßen notwendig werden. Bei anhaltenden Schmerzen kann eine Untersuchung mit CT und/oder MRT notwendig sein. Bei Schäden im Knochenbau oder Nerven- und Muskelerkrankungen kann eine Operation des Fußes notwendig werden.

Prognose

Die Prognose ist gut. In den meisten Fällen sind die Beschwerden gering und eine Therapie ist nicht notwendig, eventuell kann schon gutes Schuhwerk helfen, falls doch Schmerzen auftreten. Komplikationen kommen nur selten vor, bei starren Plattfüßen können aber Überlastungserkrankungen, Rückenschmerzen, Sehnenentzündungen im Bein, Deformierungen der Zehen und Schmerzen im Knie auftreten.

Weitere Informationen

Autoren

  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg