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Arthrose des Sprunggelenks

Die häufigste Ursache von Arthrose im Sprunggelenk ist ein komplexer Bruch von Knöchel oder Unterschenkel in der Vergangenheit. Übergewicht kann unter Umständen eine Arthrose begünstigen.

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Was ist Sprunggelenksarthrose?

Definition

Bei einer Arthrose im Sprunggelenk ist die Gelenkoberfläche des Sprunggelenks verändert. Das Sprunggelenk besteht aus Knochenoberflächen, die mit einer Knorpelschicht überzogen sind. Bei einer Arthrose ist in erster Linie der Knorpel geschädigt, die Veränderungen sind aber auch im Knochen sichtbar. Es besteht eine erhöhte Neigung zu Osteophytenbildung (Knochenneubildungen). Außerdem können sich Verkalkungen im Gelenk bilden.

Im Laufe der Zeit kann der Knorpel vollständig verschwinden, sodass Knochen miteinander direkt in Kontakt kommen. Die ehemals glatten Gelenkoberflächen gleiten nicht mehr reibungslos gegeneinander, wodurch Schmerzen auftreten können.

Symptome

Die Schäden machen sich in der Regel durch Schmerzen und zunehmende Steifigkeit im Sprunggelenk bemerkbar. Besonders deutlich sind die Schmerzen bei körperlicher Aktivität wie Gehen oder Laufen. Im weiteren Krankheitsverlauf können die Schmerzen bereits bei leichter Belastung auftreten; die Beschwerden können im späteren Verlauf auch in Ruhe bestehen. Das Gehen ist sowohl aufgrund der Schmerzen als auch aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit beeinträchtigt.

Typisch sind Phasen mit stärkeren und weniger starken Beschwerden. Meist verschlechtern sich die Beschwerden beim Treppensteigen oder Bergauflaufen.

Ursachen

Die häufigste Ursache für Arthrose im Sprunggelenk ist eine komplexe Fraktur des Knöchels, bei der die Gelenkoberfläche und der Knorpel geschädigt werden. In 70–80 % der Fälle tritt eine Sprunggelenksarthrose nach einer Verletzung auf, insbesondere nach Frakturen des oberen Sprunggelenks. In 13 % tritt eine Sprunggelenksarthrose nach rheumatoider Arthritis auf. Nur bei etwa 9 % der Fälle kann keine vorhergehende Ursache gefunden werden. Chronische Instabilität des Sprunggelenks und Übergewicht können eine Arthrose begünstigen.

Häufigkeit

Weltweit sind etwa 1 % der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Eine Arthrose des Sprunggelenks tritt meist mehrere Jahre nach dem Unfallereignis auf.

Untersuchungen

  • Die Diagnose kann häufig bereits aufgrund der charakteristischen Symptome und Befunde der orthopädischen Untersuchung gestellt werden.
  • Gangbild und Beinstellung werden ebenso untersucht wie die Muskulatur und eventuelle Schwellungen des Sprunggelenks.
  • Zur Sicherung der Diagnose kann eine Röntgenuntersuchung erfolgen; sie trägt dazu bei, eine verminderte Knorpelhöhe und möglicherweise Veränderungen in der Knochenstruktur aufzudecken.
  • Weitere bildgebende Verfahren wie CT und MRT werden in der Regel nur zur Operationsvorbereitung eingesetzt.

Behandlung

  • Das Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden zu lindern und die körperliche Aktivität zu erhalten.
  • Schuhwerk mit guter Stoßdämpfung und Unterstützung der Ferse kann sich günstig auswirken. Dadurch können die Symptome reduziert und möglicherweise weitere Schädigungen verhindert werden.
  • Versuchen Sie, wenn möglich, harten und unebenen Untergrund zu vermeiden.
  • Bei akuten Schmerzzuständen sollten Sie die Belastung reduzieren.
  • Bei Übergewicht abnehmen. In der Regel können so Beschwerden gelindert werden.
  • Die medikamentöse Therapie sieht Schmerzmittel und ggf. sog. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) vor, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können. In der Regel sind Medikamente nur phasenweise erforderlich.
  • Injektionen von Kortikosteroiden direkt in das Gelenk können die Schmerzen für bis zu 4 Wochen lindern.
  • In schwerwiegenden Fällen kann eine Operation nötig sein.
    • In der Frühphase der Arthrose werden gelenkerhaltende Verfahren eingesetzt, bei denen z. B. Osteophyten oder freie Gelenkskörper entfernt werden oder Teile des Knorpels ersetzt werden.
    • Bei gelenkersetzenden Operationen im Endstadium der Arthrose kann jüngeren, aktiven Patient*innen eine Endoprothese eingesetzt werden. Ist dies nicht möglich bzw. nicht erfolgreich, wird das Gelenk versteift. Dies bewirkt zwar Schmerzfreiheit, jedoch wird das Gehen dadurch beeinträchtigt. Nach einer solchen Operation müssen Patient*innen speziell angepasstes Schuhwerk tragen, um die eingeschränkte Beweglichkeit zumindest teilweise auszugleichen.

Prognose

  • Mit der Zeit können sich die Beschwerden verschlimmern.
  • Nur in wenigen Fällen verschlechtert sich der Zustand derart, dass eine Operation erforderlich ist.
  • Operationen zeigen in der Regel eine sehr gute Erfolgsrate.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien
  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg