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Kindesmisshandlung und Vernachlässigung

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Definition:
Unter dem Begriff der Kindesmisshandlung werden physische und psychische Gewalt, sexueller Missbrauch  sowie die Vernachlässigung von Kindern zusammengefasst.
Häufigkeit:
Die genaue Prävalenz ist nicht bekannt. Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen.
Symptome:
Zu den möglichen Symptomen zählen Zeichen körperlicher Verletzungen (Hämatome, Frakturen) und/oder Auffälligkeiten von Psyche und Verhalten. Mitunter vertrauen sich die Kinder auch einem Freund oder einem Erwachsenen an.
Befunde:
Auffällig sind Läsionen im Bereich der Haut oder des Bewegungssystems an untypischer Lokalisation und – als Hinweis auf wiederholte Misshandlungen – in unterschiedlichem Heilungsstadium. Bei Vernachlässigung können Zeichen der Verwahrlosung und Mangelernährung sowie psychische Auffälligkeiten im Vordergrund stehen.
Diagnostik:
Wichtig ist eine einfühlsame Anamnese und Inspektion der gesamten Körperoberfläche einschließlich behaarter Kopfhaut, Anal- und Genitalregion sowie eine sorgfältige körperliche Untersuchung. Evtl. können mithilfe von Röntgenuntersuchungen Frakturen in verschiedenen Heilungsstadien oder Frakturen, die nicht ärztlich behandelt wurden, nachgewiesen werden. Die ausführliche Dokumentation von Anamnese und Befund ist wichtig – für die ggf. notwendige Weiterbehandlung sowie wegen der potenziellen rechtlichen Konsequenzen.
Therapie:
Das Ziel der Behandlung besteht darin, die Misshandlung bzw. Vernachlässigung zu stoppen, körperliche Verletzungen zu therapieren und Hilfe beim Umgang mit erlebten Traumata bereitzustellen.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Ulrike Arendt, Dr. med., Ärztin in Weiterbildung und Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Oldenburg
  • Arne K. Myhre, pediater, St. Olavs Hospital
  • Terje Johannessen, professor i allmennmedisin, Institutt for samfunnsmedisinske fag, Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Trondheim