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Fieber bei Kindern, Empfehlungen

Fieber bei Kindern kann viele Ursachen haben. Meist liegt ein viraler Infekt zugrunde.

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Fieber

Fieber bezeichnet eine rektal, d. h. im Mastdarm, gemessene Körpertemperatur > 38 °C. Die Messung mit einem Fieberthermometer kann auch unter der Zunge, unter der Achsel, im Ohr oder auf der Stirn erfolgen. Am genauesten sind rektale Messungen. In der Achsel oder im Ohr Fieber zu messen, ist jedoch für die meisten Kinder angenehmer. An Fieber erkrankte Kinder können stark durch das Fieber selbst oder die zugrunde liegende Erkrankung beeinträchtigt sein. Manche Kinder sind aber trotz des Fiebers zu normaler körperlicher Aktivität imstande. Oftmals bestehen gleichzeitig müde, glasige Augen und eine blasse Hautfärbung mit gerötetem Gesicht.

Fieber an sich hat keinen Krankheitswert, die Ursache sollte jedoch festgestellt und ggf. behandelt werden. Durch die Höhe und Dauer des Fiebers kann nicht direkt auf die Schwere der Erkrankung rückgeschlossen werden.

Tipps zum Fiebermessen

Orientieren Sie sich an den Vorlieben des Kindes, welchen Messort es bevorzugt. Für kleinere Kinder ist eine schnelle und unkomplizierte Messmethode meist hilfreich, damit sie nicht so lange stillhalten brauchen.

Bei einer rektalen Temperaturmessung ist empfehlenswert, das Thermometer im Vorhinein etwas einzucremen. Es ist ausreichend, nur die Spitze einzuführen. Babys und kleinere Kinder können für die Messung auf den Rücken gelegt und die Beine angehoben werden. Reinigen Sie das Thermometer anschließend. Bei der Messung unter der Zunge sollte das Kind vorher nicht kalte oder warme Getränke zu sich genommen haben, da dies die Messung verfälschen kann. Wird im Ohr gemessen, kann es hilfreich sein, dass Ohr etwas nach hinten oben zu ziehen. Die in der Achselhöhle, unter der Zunge und im Ohr gemessene Temperatur liegt insgesamt etwa 0,3–0,5 °C unterhalb der rektal gemessenen. Bei älteren Babys oder Kleinkindern kann der in der Achselhöhle gemessene Wert sogar um bis zu 2 °C abweichen.

Heutzutage werden üblicherweise digitale Thermometer benutzt. Quecksilber-Thermometer sind seit 2009 in der Europäischen Union verboten, da das giftige Quecksilber entweichen kann, wenn das Thermometer zu Bruch geht.

Allgemeine Empfehlungen

Neugeborene oder Kinder unter 3 Monaten sollten bei Fieber rasch dem Kinderarzt vorgestellt werden. Ist Ihr Kind stark durch das Fieber oder die begleitenden Symptome bzw. die zugrunde liegende Erkrankung beeinträchtigt, suchen Sie ebenso in jedem Fall einen Arzt auf. Gleiches gilt, wenn das Fieber länger als einen Tag anhält, durch fiebersenkende Mittel nicht gesenkt werden kann, Fieberkrämpfe oder andere Krankheitszeichen wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, etc. auftreten. Eine rasche Abklärung sollte auch erfolgen, wenn ein starker Flüssigkeitsverlust vorliegt.

Hat Ihr Kind hohes Fieber, sollten Sie es stets beobachten. Warnsymptome für schwere Erkrankungen können u. a. eine rasche Verschlechterung des Zustands oder andere Auffälligkeiten wie Hautausschläge, epileptische Anfälle, Bewusstseinsminderung, schwere Erweckbarkeit, Rötungen, Schwellungen, Atembeschwerden bzw. Atemnot oder starke Schmerzen sein. Suchen Sie in diesen Fällen sofort einen Arzt oder ggf. ein Krankenhaus auf.

Fieber hat an sich zwar keinen Krankheitswert, kann aber sehr unangenehm für das Kind sein. Bettruhe ist empfehlenswert. Sie sollten das Kind allerdings nicht zur Bettruhe zwingen, wenn es in der Lage ist zu spielen und dies wünscht. Bei hohem Fieber sollte das Kind nicht zu warm eingepackt werden, da es zusätzlich überhitzen kann. Ein regelmäßiger Wäschewechsel ist empfehlenswert. Als Hausmittel können z. B. feuchte, lauwarme Wadenwickel oder Waschlappen auf der Stirn helfen, das Wohlbefinden des Kindes zu steigern. Bei Schüttelfrost ist es allerdings besser, das Kind eher warmzuhalten. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass das Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, vor allem bei zusätzlichem Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen oder Durchfall (Wasser, Tee alle 30 min). Leichtverdauliche Nahrungsmittel sollten zusätzlich angeboten werden.

Medikamente?

Fiebersenkende Mittel können erwogen werden. Sie verkürzen allerdings nicht die Errkankungsdauer. Besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, welche Medikamente in welcher Dosierung in Frage kommen. Bitte verabreichen Sie Ihrem Kind nicht ohne Absprache mit dem Kinderarzt Medikamente (vor allem nicht in Dosierungen für Erwachsene), da einige Medikamente schwere Nebenwirkungen bei Kindern hervorrufen können. Bei den meisten Kindern ist eine Viruserkrankung für das Fieber ursächlich. Antibiotika sind gegen virale Erreger unwirksam. Deshalb werden sie in der Regel nur verschrieben, wenn der Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht.

Kindergarten und Schule

Kinder mit Fieber sollten zu ihrem eigenen Wohl zu Hause bleiben und erst wieder in den Kindergarten oder die Schule gehen, wenn sie fieberfrei sind. In manchen Fällen ist dies aufgrund einer erhöhten Ansteckungsgefahr sogar wünschenswert.

Weitere Informationen

Symptome, die zusammen mit Fieber auftreten können (Auswahl)

Krankheiten, die mit Fieber einhergehen können (Auswahl)

Autoren

  • Marleen Mayer, Ärztin, Mannheim