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Mumps

Mumps kann sich mit unterschiedlicher Dauer und Schwere der Erkrankung manifestieren. Viele Betroffene fürchten das Risiko von Komplikationen. Da die meisten Kinder mit dem MMR-Impfstoff (bzw. MMRV-Impfstoff) geimpft werden, ist Mumps heutzutage eine seltene Erkrankung.

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Was ist Mumps?

Das Mumpsvirus (Paramyxovirus) führt zu einer Entzündung der Speicheldrüsen. In der Regel ist die Ohrspeicheldrüse betroffen, aber auch andere Drüsen (z. B. Bauchspeicheldrüse und Hoden) können entzündet sein.

Verlauf und Symptome

2–3 Wochen nach der Infektion tritt häufig leichtes Fieber über mehrere Tage auf. Danach kommt es zu Schmerzen in den Wangen und beim Kauen. Häufig treten Schwellungen und Schmerzen der Ohrspeicheldrüsen auf. In der Regel beginnen die Beschwerden einseitig, breiten sich dann aber auf beide Seiten aus. Die Schwellung der Ohrspeicheldrüse verstärkt sich über einige Tage und ist typisch für Mumps. Die Diagnose wird durch den Nachweis des Virus in Speichel, Urin oder Liquor sowie Blutuntersuchungen bestätigt.

Es kann auch zu Schwellungen und Schmerzen der Speicheldrüsen unter der Zunge und im Unterkiefer kommen (bei 10–15 %). Die Speicheldrüsen können bis zu 8 Tage geschwollen sein.

Bei erwachsenen Männern kann sich die Entzündung auf die Hoden ausweiten.

Die Krankheit verläuft bei allen Betroffenen hinsichtlich Schwellung, Dauer und Schwere unterschiedlich. Bei bis zu einem Drittel der Patient*innen verläuft die Krankheit ohne Drüsenschwellung. In der Regel zeigt die Krankheit mit steigendem Alter einen schwereren Verlauf.

Häufigkeit

Im Jahr 1976 wurde erstmalig von der Ständigen Impfkommission (STIKO) in der Bundesrepublik eine Empfehlung für eine Mumps-Impfung ausgesprochen. Seit Einführung der Schutzimpfung ist die Erkrankung stetig zurückgegangen. Es treten nur vereinzelte Ausbrüche auf. In Deutschland werden pro Jahr durchschnittlich 700 Fälle gemeldet. 

Ist Mumps gefährlich?

Obwohl die Erkrankung in den meisten Fällen unkompliziert verläuft, wird eine Impfung gegen Mumps empfohlen. Bei 15–30 % der Männer und Jungen, bei denen Mumps nach der Pubertät auftritt, kommt es zu einer Hodenentzündung (Orchitis). Die Hodenentzündung, die in 75 % der Fälle einseitig auftritt, verursacht Schmerzen und Schwellungen im Hodensack. Sind beide Seiten betroffen, kann es in seltenen Fällen zu Unfruchtbarkeit kommen.

Eine häufige Komplikation ist eine gutartige Form der Hirnhautentzündung (Meningitis), die bei bis zu 10 % der Betroffenen auftritt. Die Erkrankung tritt in der Regel 4–5 Tage nach der Drüsenschwellung auf. Die Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Erbrechen und Nackensteife. Bei dieser Form der Hirnhautentzündung werden die Patient*innen vollständig gesund.

Vor der allgemeinen Impfung war Mumps auch eine der Ursachen für einseitige Taubheit.

Maßnahmen und Prävention

Das Virus, das die Krankheit verursacht, kann nicht abgetötet werden. Die wichtigsten Maßnahmen sind daher die Isolierung der Erkrankten, um weitere Ansteckung zu vermeiden, und körperliche Schonung. Schmerzmittel und fiebersenkende Mittel können erforderlich sein.

Impfung

Der Mumps-Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Mumpsviren. Für einen dauerhaften Schutz sind 2 Dosen erforderlich. In der Regel wird der kombinierte Impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und ggf. Windpocken eingesetzt. Die 1. Impfung erfolgt im Alter von 11 Monaten, die 2. Impfung mit 15 Monaten.

Nach 1970 geborene Personen, die in medizinischen Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Gemeinschaftseinrichtungen sowie an Fach-, Berufs- und Hochschulen arbeiten, sollten insgesamt eine 2-malige Impfung mit einem MMR-Impfstoff erhalten.

Infektionsrisiko

Die Ansteckungsfähigkeit ist 2 Tage vor bis 4 Tage nach Erkrankungsbeginn am größten. Insgesamt kann eine erkrankte Person 7 Tage vor bis 9 Tage nach Auftreten der Ohrspeicheldrüsenschwellung ansteckend sein. Auch symptomlose Infektionen sind ansteckend. Erkrankte Kinder dürfen die Schule/den Kindergarten in dieser Zeit nicht besuchen. In der Regel bedeutet dies, dass das Kind frühestens 5 Tage nach der ersten Schwellung wieder in den Kindergarten gehen kann. 

Auch ungeimpfte Kontaktpersonen werden für die Dauer der Inkubationszeit vom Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen ausgeschlossen.

Schwangere

Bei Mumps während der Schwangerschaft besteht kein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen. Hinweise auf eine erhöhte Rate von Fehlgeburten infolge einer Mumpsinfektion während der ersten 3 Monate wurden bislang nicht bestätigt.

Weitere Informationen

Quellen

Literatur

  1. Robert Koch-Institut. Infektionskrankheiten A-Z. Mumps. Berlin, 2019.www.rki.de