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Sichelfuß, nach innen gerichteter Vorderfuß

Ein nach innen gerichteter Vorderfuß ist die häufigste Ursache für den Sichelfuß bei Säuglingen. Dies stellt eine Normalvariante dar. In den meisten Fällen entwickeln sich die Füße bis zum 1. Lebensjahr normal.

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Was ist ein nach innen gerichteter Vorderfuß?

Der Sichelfuß ist eine recht verbreitete Fußfehlstellung bei Neugeborenen und Kleinkindern. In einigen Fällen ist dies darauf zurückzuführen, dass der vordere Teil des Vorderfußes nach innen zur Mitte hin gerichtet ist. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Pes adductus. Die Fehlstellung tritt in einer flexiblen (Metatarsus adductus) und einer starren (Metatarsus varus) Form auf. „Metatarsus" bezeichnet die fünf Mittelfußknochen, „adductus" bedeutet nach innen gerichtet und „varus" heißt gebogen.

Ein nach innen gerichteter Vorderfuß tritt bei 1‒2 von 1.000 Neugeborenen auf. Das Phänomen zeigt sich häufiger bei Mädchen und häufig ist der linke Fuß betroffen. Es handelt sich um eine harmlose Fehlstellung, die sich in den meisten Fällen ohne Behandlung bis zum Erreichen des 1. Lebensjahres von selbst korrigiert.

Beim Metatarsus varus liegt eine andere Art der Fehlstellung vor, die in den meisten Fällen im Alter von ca. 8 Monaten eine Gipsbehandlung erfordert. Der Metatarsus varus tritt deutlich seltener als der Metatarsus adductus auf.

Ursachen

Die wahrscheinlichste Ursache für einen nach innen gerichteten Vorderfuß ist, dass der Fuß in der Gebärmutter eingeklemmt wurde, vor allem im letzten Teil der Schwangerschaft. Daher tritt diese Fehlstellung häufiger bei reifen Neugeborenen als bei Frühgeborenen auf. Auch Zwillinge sind häufiger betroffen.

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt durch den Befund, dass der Vorderfuß nach innen gerichtet ist. Lässt sich die Fehlstellung dadurch, dass der Vorderfuß in die richtige Position gedrückt wird, leicht korrigieren, handelt es sich um einen flexiblen Sichelfuß (Metatarsus adductus). Lässt sich die Fehlstellung nicht korrigieren, liegt ein starrer Sichelfuß (Metatarsus varus) vor. Weitere Untersuchungen sind nicht erforderlich.

Bei Vorliegen der starren Variante (Metatarsus varus) sollte das Kind an einen Orthopäden überwiesen werden. Bei Vorliegen eines flexiblen Sichelfußes kann mit einer weiteren Abklärung bis zum Erreichen des 8. Monats abgewartet werden. Sollte die Fehlstellung zu diesem Zeitpunkt immer noch deutlich ausgeprägt sein, ist eine Abklärung durch einen Orthopäden zu empfehlen.

Behandlung

Der flexible Sichelfuß normalisiert sich in der Regel, wenn das Kind zu laufen beginnt, meist vor Beendigung des 1. Lebensjahrs. 

Es wird empfohlen, den Vorderfuß regelmäßig zu dehnen. Dies geschieht auf folgende Weise: Fassen Sie die Ferse mit einer Hand und halten Sie sie fest. Fassen Sie den Vorderfuß mit der anderen Hand und strecken Sie den Vorderfußbereich so, dass die Fehlstellung aufgehoben und eventuell leicht überkorrigiert wird. Sie können diese Dehnungsübung bei jedem Windelwechsel 5-mal wiederholen. Vermeiden Sie außerdem Schlaf- und Ruhepositionen, bei denen der Vorderfuß nach innen gekrümmt wird.

Hat sich die Fehlstellung bis zum Erreichen des 8. Monats nicht korrigiert oder liegt ein starrer Sichelfuß vor, kann eine Gipsbehandlung des Vorderfußes in der richtigen Position über einige Wochen sinnvoll sein. Der Gips wird in diesem Fall alle 1–2 Wochen gewechselt. Nach 6–12 Wochen kann die Behandlung beendet werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden