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Chronische Rückenschmerzen (chronischer Kreuzschmerz)

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Definition:
Rückenschmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich (unterhalb des Rippenbogens), die mehr als 3 Monate anhalten.
Häufigkeit:
Bis zu 80 % der Bevölkerung sind in ihrem Leben einmal oder mehrmals von Rückenschmerzen betroffen. Etwa 5 % der Bevölkerung, mit steigender Tendenz, klagen über chronische Rückenbeschwerden.
Symptome:
Hauptsymptom: Schmerzen im unteren Rücken. Meistens (90 %) handelt es sich um unspezifische Kreuzschmerzen ohne erkennbare Ursache. Bestimmte Symptome können auf eine schwerwiegende Grunderkrankung hindeuten.
Befunde:
Unterschiedliche Befunde je nach Ursache und Schmerzgrad, z. B. eingeschränkte Beweglichkeit in allen Ebenen, verhärtete Muskulatur und Druckempfindlichkeit sowohl über den Rückenwirbeln als auch über der paravertebralen Muskulatur, ggf. Fehlhaltung der Lendenwirbelsäule, Wirbel- oder ISG-Blockierungen.
Diagnostik:
Sofern keine Red Flags (Alarmsymptome auf abwendbar gefährliche Verläufe) vorliegen und eine Basisabklärung durchgeführt wurde, sind ergänzende Untersuchungen in der Regel nicht erforderlich. Die Korrelation von Befunden in der Bildgebung (Röntgen, MRT, CT) und der klinischen Symptomatik ist gering. Die Erfassung von psychosozialen Begleitumständen ist wichtig.
Therapie:
Zielt hauptsächlich darauf ab, trotz Schmerzen die normale Aktivität bzw. die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Beim chronischen Rückenschmerz ist eine multimodale (Schmerz-)Therapie anzustreben. Psychosoziale Faktoren, die zu einer Chronifizierung beitragen können, sind unbedingt zu berücksichtigen.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Jean-François Chenot, Prof. Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald (Review)
  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg