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Tennisarm und Golferellenbogen (Epikondylitis)

Eine schmerzhafte Erkrankung im Ellenbogen, entweder an der Außenseite (Tennisarm = Epicondylitis lateralis) oder der Innenseite (Golferellenbogen = Epicondylitis medialis).

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Was ist eine Epikondylitis?

Die Epikondylitis ist eine schmerzhafte Erkrankung im Ellenbogen, die auf eine Überlastung des Sehnenansatzes zurückzuführen ist. Sie tritt in zwei Varianten in Erscheinung:

  1. Beim Tennisarm ist der Schmerz an der Außenseite lokalisiert. Die Erkrankung wird mit dem medizinischen Fachausdruck Epicondylitis lateralis bezeichnet.
  2. Beim Golferellenbogen sitzt der Schmerz an der Innenseite, er wird medizinisch als Epicondylitis medialis bezeichnet.

Die Schmerzen können einige Tage nach einer Überlastung infolge von sich wiederholenden Bewegungen oder sportlichen Aktivitäten wie Tennis auftreten. Die Beschwerden treten in der Regel in Form eines dumpfen Schmerzes auf einer Seite des Ellenbogens, meist an der Außenseite, auf. Oft klagen die Betroffenen über ein Ausstrahlen in den Unterarm bis zum Handgelenk. Die Funktion im betroffenen Arm und der Hand ist beeinträchtigt; das Eingießen von Getränken oder Halten von Gegnständen kann erschwert sein.

Der Tennisarm ist eine sehr häufige Erkrankung, während der Golferellenbogen seltener in Erscheinung tritt. Am häufigsten tritt die Erkrankung in der Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren auf.

Ursache

Der Tennisarm ist auf Veränderungen in der Sehne und/oder am Sehnenansatz zu den Fingerstreckern zurückzuführen. Die Veränderungen finden sich an der Außenseite des Ellenbogens und hier treten auch die Schmerzen auf.

Der Golferellenbogen wird durch Veränderungen in einer der Sehnen und/oder Sehnenansätzen zu Fingerbeugern verursacht. Entzündungen oder Verschleiß sind an der Innenseite des Ellenbogens lokalisiert und dort treten auch die Schmerzen auf.

In der Regel ist der dominante Arm betroffen. Die Beschwerden treten oft nach kurzer intensiver Überlastung, wie beispielsweise nach längerem Gebrauch des Ellenbogens mit Drehbewegungen, z. B. bei der Verwendung eines Schraubendrehers, auf. Andere Bewegungen, die derartige Beschwerden verursachen können, sind z. B. Bewegungen wie beim Schneiden einer Hecke, Schreinerarbeiten, Malerarbeiten und dergleichen. Auch das Arbeiten mit schweren Werkzeugen und häufiges Heben von Gewichten können die Beschwerden verursachen. Die meisten Betroffenen mit Tennisarm oder Golferellenbogen haben die Beschwerden nicht vom Tennis- oder Golfspielen. Regelmäßiges Tennis- oder Golfspielen erhöht jedoch das Risiko für eine Epikondylitis.

Einige Betroffene leiden unter Beschwerden, die sich nach und nach über einen langen Zeitraum entwickelt haben, bei anderen treten Symptome nach einer kurzzeitigen Überlastung auf. Personen, die über einen längeren Zeitraum eine einseitige Tätigkeit in kalter Umgebung ausgeführt haben, sind besonders anfällig für diese Art von Beschwerden.

Diagnostik

Ihre Ärztin/Ihr Arzt nimmt eine gründliche Untersuchung des Ellenbogens und der Sehnen und Sehnenansätze vor. Um von der Halswirbelsäule ausstrahlende Beschwerden auszuschließen, wird diese ebenfalls untersucht.

Labortests oder bildgebende Untersuchungsverfahren tragen zur Diagnosestellung nicht bei. 

Therapie

Zunächst sollte damit begonnen werden, für eine Weile Aktivitäten und Belastungen, die Schmerzen verursachen, zu vermeiden. Wenn die berufliche Tätigkeit eine Belastung des Ellenbogens mit sich bringt, sollte versucht werden, die Haltung während der Tätigkeit zu ändern oder bestimmte Bewegungen mit der anderen Hand oder dem anderen Arm auszuführen.

Bei akuten Beschwerden können Sie die schmerzhafte Stelle mehrmals täglich für 15–20 min kühlen.

Medikamente (NSAR)  mit schmerzstillender und entzündungshemmender Wirkung als Tabletten oder Salbe können während der akuten Phase die Beschwerden lindern, sind aber bei langwierigen Beschwerden häufig wenig erfolgreich.

Eine Behandlung, die bei Epikondylitis häufig eine positive Wirkung zeigt, ist die Physiotherapie mit Dehn- und Kräftigungsübungen. Hierbei werden vor allem sogenannte exzentrische Übungen der Handgelenksstreckmuskeln durchgeführt. Entsprechende Übungen können Sie sich von Physiotherapeuten zeigen lassen.

Kortisoninjektionen  haben nur eine kurzfristige Wirkung und sind auf längere Sicht eher schädlich. Sie können daher nicht empfohlen werden.

Bei starken Schmerzen kann eine Bandage zur Entlastung des Ellenbogengelenks helfen. Sogenannte Ellenbogenorthesen reduzieren die Zugkräfte an den Sehnenansätzen und führen so zur Linderung der Beschwerden. 

Bei länger als 3–6 Monate anhaltenden Beschwerden, die sich durch konservative Behandlungsmaßnahmen nicht bessern, kann in Ausnahmefällen ein kleinerer chirurgischer Eingriff durchgeführt werden, bei dem die betroffene Sehne durchtrennt wird.

Prognose

Die Prognose ist in der Regel günstig. Bei über 90 % der Betroffenen gehen die Beschwerden unabhängig von der Behandlung innerhalb eines Jahres zurück.

Die Prognose ist bei akuten Beschwerden mit eindeutiger Ursache und rascher Entlastung oder Therapie am besten. Bei unklarer Ursache, spätem Behandlungsbeginn und Fortführung der schmerzhaften Aktivitäten können sich die Beschwerden als langwierig erweisen. In solchen Fällen ist es wahrscheinlich am besten, aktiv zu sein und den Arm zu bewegen, wobei Bewegungen, die Schmerzen auslösen, vermieden werden sollten. Mit einer Operation kann in 85 % der Fälle eine Schmerzfreiheit erzielt werden.

Um Rückfällen vorzubeugen, sollten Sie Aktivitäten oder Belastungen vermeiden, die früher Auslöser für ähnliche Beschwerden waren.

Weitere Informationen

Illustrationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden