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Sehnenentzündung im Handgelenk

Bei einer Sehnenentzündung im Handgelenk sind die Muskelsehnen und Sehnenscheiden im Handgelenk entzündet.

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Was ist eine Sehnenentzündung im Handgelenk?

Bei einer Sehnenentzündung im Handgelenk sind die Muskelsehnen und Sehnenscheiden im Handgelenk entzündet, ohne dass eine Infektion vorliegt. Derartige Beschwerden treten häufig nach einer einseitigen Belastung des Handgelenks auf und gehen mit Schmerzen, Schwellungen und einer Funktionseinschränkung der Hand einher. Gelegentlich können Sie eine Art Reiben oder Knirschen in den Sehnen spüren. 

Eine Sehnenentzündung im Handgelenk ist zwar sehr verbreitet, aber seltener als Sehnenentzündungen im Ellbogen- oder Schultergelenk. Die Erkrankung tritt überwiegend in mittlerem oder höherem Alter auf.

Ursache

Rund um das Handgelenk befinden sich Bänder, Sehnen und Sehnenscheiden (diese umhüllen die Sehnen und bewirken eine bessere Gleitfähigkeit). Sämtliche Strukturen können infolge einer Überbelastung, seltener auch nach einer Verletzung (Stoß, Schlag, Wunde), geschädigt werden. Besonders häufig betroffen sind Sportler und Musiker.

Auch rheumatologische Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, systemische Sklerose, rheumatoide Arthritis, reaktive Arthritis), Gicht und Diabetes können Sehnenentzündungen hervorrufen.

Tatsächlich liegt nur zu Beginn der Erkrankung eine Entzündungsreaktion vor. Danach vermehrt sich das Bindegewebe, was zur Verklebung der Sehnen und damit zu einer verminderten Sehnengleitfähigkeit und Schmerzen führt. 

Einseitig belastende Arbeiten (z. B. Tastatur) und Überbeanspruchung des Handgelenks erhöhen das Risiko für Sehnenentzündungen. Sehnenentzündungen treten zudem häufiger bei hormonellem Ungleichgewicht (Wechseljahre, orale Kontrazeptiva („Pille“), Schwangerschaft, Stillzeit) auf. Manchmal liegt auch eine Fehlstellung des Gelenks zugrunde.

Diagnose

Der Arzt untersucht das Handgelenk gründlich, indem er es bewegt und abtatstet. Normalerweise kann er anhand der Symptome, der Lokalisation der Schmerzen und ihrer Entstehung die korrekte Diagnose stellen. 

In manchen Fällen wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt.

Bei Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung als Auslöser der Entzündung sind Blutuntersuchungen sinnvoll.

Therapie

Die Behandlung zielt in erster Linie auf die Entlastung des Handgelenks und der Finger ab, sodass die Entzündung abheilen kann. Dafür ist es wichtig, dass die Hand geschont und entlastet wird. Finger und Handgelenk können mittels Schienen, Verbänden oder Stützbandagen ruhig gestellt werden. Schonen Sie die Hand und vermeiden Sie auslösende Tätigkeiten, wenn nötig bis zu 3 Wochen.

Bei akuten Schmerzen mit Schwellung und/oder Überwärmung des Handgelenks können Sie Kühlkompressen auflegen.

Zur medikamentösen Behandlung werden in der akuten Phase der Erkrankung entzündungshemmende und schmerzstillende Cremes oder Gele verwendet, z. B. mit Diclofenac. Bei starken Schmerzen können Sie auch Schmerzmittel (NSAR) einnehmen. Ihr Arzt kann außerdem Kortison in das Gewebe um die entzündete Sehne spritzen. 

Hält die Entzündung länger an, erfolgt überdies eine physiotherapeutische Behandlung. Auch gezielte Dehnübungen können hilfreich sein. Bei Belastungen und Muskeltraining unterhalb der Schmerzgrenze kann ein elastischer Stützverband Verletzungen vorbeugen.

Eine Operation sollte nur in Ausnahmen bei chronischem Verlauf erfolgen, wenn die Behandlung nach mehreren Monaten nicht zu einer Besserung der Beschwerden führt.

Vorbeugung

  • Legen Sie bei der Arbeit und beim Sport regelmäßige Pausen ein und sorgen Sie für Abwechslung.
  • Führen Sie Lockerungs- und Dehnübungen durch.
  • Stützen Sie den Handballen beim Tastaturschreiben auf, ggf. mit einem speziellen Polster vor der Tastatur.
  • Nutzen Sie ergonomisch angepasste Werkzeuge/Instrumente (z. B. Computer-Maus).

Prognose

In den meisten Fällen klingt die Entzündung durch Ruhigstellung und Entlastung der Hand ab und die Patienten erlangen die volle Funktionsfähigkeit der Hand zurück.

Wenn die übliche Arbeit bzw. anderweitig ursächliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden, treten häufig Rückfälle auf.

Weitere Informationen

Illustrationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden