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Bursitis im Kniegelenk (Schleimbeutelentzündung)

Die Entzündung eines Schleimbeutels auf der Vorderseite des Kniegelenks ist ein ziemlich häufig auftretendes Leiden.

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Was ist eine Bursitis?

In Bereichen des Körpers, in denen Sehnen, Bindegewebe und Knochen im Verhältnis zueinander viel in Bewegung sind, ist der Körper mit Schleimbeuteln ausgerüstet, die die Reibung dämpfen. Sie befinden sich meistens in der Nähe von Gelenken. Ein Schleimbeutel wird auf Lateinisch Bursa genannt. Insgesamt gibt es zahlreiche dieser Schleimbeutel im Körper. Bursitis bezeichnet eine Entzündung in einem solchen Schleimbeutel.

Im Bereich des Kniegelenks befindet sich eine Bursa direkt vor der Kniescheibe (Bursa praepatellaris): Sie befindet sich zwischen der Kniescheibe (Patella) und einer kräftigen Sehne und sorgt dafür, dass diese sich über der Kniescheibe leicht und reibungslos bewegen kann. 

Ursachen

Häufige Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung sind eine Reaktion auf örtliche Verletzungen, kurzfristige starke Überbelastungen, lang anhaltende wiederholte Belastungen, eine sterile (also erregerfreie) Entzündung oder eine Infektion (mit Bakterien, Viren). 

Personen, die ihre Arbeit in einer knienden Stellung verrichten, wie z. B. Klempner, Fliesenleger, Teppichleger und Reinigungspersonal, sind besonders anfällig für die Entzündung auf der Vorderseite des Kniegelenks. Auch Sportler, die häufig auf die Knie fallen (Volleyball, Handball), sind gefährdet. Eine andere Ursache ist ein heftiger Sturz auf das Kniegelenk; falls es hier zu einer offenen Verletzung kommt, können Bakterien oder Viren eindringen und eine Infektion auslösen. Diese Art der Schleimbeutelentzündung ist jedoch seltener als die oben genannte. Patienten, die an einer chronischen Entzündung mehrerer Gelenke leiden, haben manchmal begleitend eine Bursitis.

Am häufigsten sind Männer zwischen 40 und 60 Jahren von einer Bursitis betroffen. Die Bursitis im Bereich des Ellenbogens kommt hierbei häufiger als die am Kniegelenk vor.

Symptome und Diagnostik

Die häufigsten Symptome sind Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit im Kniegelenk. Der Bereich ist oft geschwollen und gerötet. Viele Patienten berichten von einem Wärmegefühl an der Stelle.

Die Symptome sind typisch für die Kniegelenks-Bursitis, und es ist oft leicht, die Diagnose durch eine gewöhnliche Untersuchung es Gelenks zu stellen. Besteht der Verdacht auf eine erregerbedingte Infektion, so wird empfohlen, etwas Flüssigkeit aus der Schwellung zu entnehmen (Punktion) und sie zu analysieren, um zu bestimmen, ob und welche Erreger vorliegen. In einem solchen Fall wird die Ärztin/der Arzt auch Blut abnehmen, um die Entzündungswerte im Blut zu messen.

Der Schleimbeutel kann per Ultraschall genauer untersucht werden. Besteht die Vermutung, dass auch die Kniescheibe oder das Kniegelenk selbst geschädigt sind, kann ein Röntgenbild weiterhelfen.

Behandlung

Es ist wichtig, dass die Patienten aktiv am Heilungsprozess mitwirken. Oft kehrt die Entzündung nach vorübergehender Besserung zurück, und es ist daher wichtig, dass die Betroffenen Änderungen im alltäglichen Leben vornehmen, um eine weitere Episode zu verhindern. Diese können sein:

  • Entlastung, Hochlagern, Kühlung und evtl. leichte Kompression des Gelenks während der akuten Phase
  • Vermeidung der knienden Stellung
  • Verwendung der richtigen Schutzausrüstung bzw. eines Kissens bei der Arbeit in einer knienden Stellung.

Während der akuten Phase wird oft über 5–7 Tage ein entzündungshemmendes Medikament (nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR ) eingenommen. Die meisten Patienten werden von einer Kombination aus Entlastung, Kühlung und Medikamenten gesund. Hat sich viel Flüssigkeit im Bereich des Schleimbeutels angesammelt, kann es auch hilfreich sein, wenn die Ärztin/der Arzt die Flüssigkeit mit einer dünnen Nadel abpunktiert; das vermindert den Druck aufs Gewebe und schafft Entlastung.

Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, gibt es noch die Möglichkeit, Kortison direkt in den Bereich der entzündeten Bursa zu spritzen. Hier sind Komplikationen möglich, bei geübten Ärzten jedoch lindert diese Methode die Beschwerden in der Regel rasch und deutlich.

Falls eine schwere bakterielle Infektion besteht, die Betroffenen sehr krank sind (hohes Fieber etc.) oder an einer Immunschwäche leiden, kann eine Therapie im Krankenhaus nötig sein. Wichtigster Teil der Behandlung einer bakteriell bedingten Bursitis sind wirksame Antibiotika.

Eine Entfernung der Bursa kann bei rezidivierenden Beschwerden in seltenen Fällen angezeigt sein.

Prognose

Die Erkrankung ist meist völlig harmlos, und die Prognose ist gut. Die meisten Patienten werden nach einer Behandlung, die einige Tage dauert, gesund.

Eine Bursitis im Gelenk kommt jedoch oft zurück, was wahrscheinlich unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass viele Patienten aus beruflichen Gründen bestimmte Körperhaltungen nicht vermeiden können, die das Entzündungsrisiko erhöhen. Für die betroffenen Personen ist es sehr wichtig, die richtige Schutzausrüstung zu verwenden.

Lässt sich die Bursitis ursächlich eindeutig auf den Beruf zurückführen, kann sie als Berufskrankheit anerkannt werden. In solchen Fällen ist es in der Regel erforderlich, den Beruf zu wechseln oder zumindest die spezielle Tätigkeit deutlich zu verändern.

Weitere Informationen

Illustrationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen
  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg