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Morbus Köhler

Morbus Köhler ist eine schmerzhafte Erkrankung im Bereich des Mittel- oder des Vorderfußes. Dabei ist die Blutzufuhr zu einem der kleinen Fußknochen reduziert, weshalb Teile des Knochens absterben (aseptische Nekrose).

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Was ist Morbus Köhler?

Definition

Man unterscheidet zwischen Morbus Köhler I und II. Bei Morbus Köhler I ist das Kahnbein (Os naviculare) von der Nekrose betroffen, bei Morbus Köhler II tritt die Nekrotisierung an einem der langen Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia II oder III) auf. Morbus Köhler II wird auch als Morbus Freiberg-Köhler bezeichnet.

Morbus Köhler I tritt meist nur an einem Fuß auf, Morbus Köhler II in 10 % der Fälle auch an beiden Füßen.

Symptome

Die Knochenschäden bei Morbus Köhler führen zu Druck- und Belastungsschmerzen und Schwellungen. Betroffene Kinder humpeln oder versuchen, auf der Fußaußenkante zu laufen, um den Druck auf den schmerzempfindlichen Bereich zu verringern. Die Fehlbelastung kann eine schmerzhafte Verhärtung der Wadenmuskulatur bewirken.

Ursachen

Die genaue Ursache des Morbus Köhler ist nicht bekannt. Die Fußknochen sind täglich hohen Belastungen ausgesetzt, sie werden eingeklemmt und zusammengedrückt. Das Kahnbein (Os naviculare) ist der letzte Knochen im Fuß, der in der kindlichen Entwicklung verknöchert. Daher kann es bei Morbus Köhler I aufgrund des Drucks der anderen Fußwurzelknochen zu einer Schädigung der Blutzufuhr kommen (avaskuläre Nekrose). Das Knochengewebe stirbt ab und kollabiert. Morbus Köhler II entsteht wahrscheinlich ähnlich durch Gefäßschäden nach akuten oder wiederholten Verletzungen.

Häufigkeit

Beide Varianten sind relativ selten. Morbus Köhler I betrifft überwiegend Jungen im Alter von 2–8 Jahren und kommt bei Jungen 3- bis 5-mal häufiger vor als bei Mädchen. An Morbus Köhler II erkranken in erster Linie junge Mädchen, die Balletttanz oder anderen Tanzsport betreiben. Morbus Köhler II ist am häufigsten zwischen 11 und 17 Jahren, kann aber auch noch im Alter von 60–70 Jahren auftreten.

Untersuchungen

Das Kind klagt über zunehmende Schmerzen im Fuß und beginnt zu humpeln. Die Schmerzen beschränken sich überwiegend auf den Mittelfuß (Morbus Köhler I). Das Kind versucht daher, auf der Fußaußenkante zu laufen, um den schmerzempfindlichen Bereich zu entlasten. Die Schmerzen nehmen bei erhöhter Aktivität häufig zu. Bei Morbus Köhler II ist der Schmerz oftmals im Vorderfuß lokalisiert.

Bei der ärztlichen Untersuchung zeigen sich Schmerzen und Druckempfindlichkeit sowie möglicherweise eine Schwellung im Bereich des Mittelfußes (Morbus Köhler I) oder des Vorderfußes (Morbus Köhler II). Bei einer Röntgenuntersuchung können die typischen Veränderungen erkannt werden. Manchmal werden zusätzlichen andere bildgebende Verfahren (MRT oder Szintigrafie) eingesetzt.

Behandlung

  • Die Behandlung bei Morbus Köhler zielt auf die Linderung der Symptome ab. In der Regel ist der Körper in der Lage, den Schaden selbst zu beheben.
  • Bei Morbus Köhler I kann ein Gips für einen Zeitraum von 6–8 Wochen den Rückgang der Symptome beschleunigen.
  • Danach kann eine Orthese (ein steifes „Korsett“) das Fußgewölbe stützen.
  • Dadurch lässt sich die Dauer der Symptome auf weniger als 3 Monate beschränken.
  • Bei Morbus Köhler II besteht die Behandlung ebenfalls in erster Linie in einer Entlastung des betroffenen Fußes, z. B. in Form einer Immobilisierung für 4–6 Wochen.
  • Das Kind sollte Aktivitäten vermeiden, die mit Schmerzen einhergehen.
  • Ein schwerer Verlauf kann eine Operation nötig machen.

Prognose

  • Bei beiden Varianten des Morbus Köhler handelt es sich um selbstlimitierende Erkrankungen, die Prognose ist sehr gut.
  • Das Kahnbein erreicht seine normale Form, noch ehe der Fuß ausgewachsen ist. Häufig normalisiert sich die Knochenbildung im Verlauf wieder.
  • Bei anhaltenden Schmerzen muss eine andere Ursache in Betracht gezogen werden.
  • Morbus Köhler II kann bei einem schweren Verlauf zu Arthrose führen.

Weitere Informationen

Autor

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien