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Ellenbogenschmerzen

Ellenbogenschmerzen sind Schmerzen im oder rund um das Ellenbogengelenk. In den meisten Fällen geben sich diese Schmerzen von allein.

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Was sind Ellenbogenschmerzen?

  • Ellenbogenschmerzen sind Schmerzen im oder rund um das Ellenbogengelenk. Die Schmerzursache ist häufig eine Verletzung oder eine Überbelastung des Ellbogens. Besonders häufig treten die Schmerzen seitlich am Ellenbogen auf, man spricht von einer sogenannten lateralen Epicondylitis oder umgangssprachlich vom Tennisarm.
  • Um die korrekte Diagnose stellen zu können, muss der Arzt unter anderem wissen, wo sich genau der Schmerz befindet. In einigen Fällen kann es sich bei Ellenbogenschmerzen auch um ausstrahlende Schmerzen handeln, die von Beschwerden in den Schultern, im Nacken, im Handgelenk oder im Herzen herrühren.

Häufigkeit

  • In den meisten Fällen geben sich die Schmerzen von allein. Es kann demnach davon ausgegangen werden, dass die meisten Betroffenen keinen Arzt aufsuchen.
  • Im Durchschnitt stellt ein Allgemeinarzt etwa 10 bis 15 Mal jährlich die Diagnose „Tennisarm". Rund 1–3 % der Bevölkerung sind von solchen Beschwerden betroffen.
  • Sowohl im Berufsleben als auch beim Sport kommt es häufig zu Beschwerden durch eine Überbelastung des Ellenbogengelenks, die nicht selten chronisch werden.

Ursache

Häufige Ursachen

  • „Tennisarm“ (laterale Epicondylitis, Tennisellenbogen):
    • Es handelt sich um die häufigste Ursache für Ellenbogenschmerzen. Sie beruht auf einer Entzündung in einem der Sehnenansätze auf der Außenseite des Ellenbogens infolge einer akuten oder andauernden Überbelastung.
    • Ein Tennisarm verursacht mäßige Schmerzen, die sich bei Benutzung der Hand verstärken. Der Bereich rund um den Knochen auf der Außenseite des Ellenbogens ist druckempfindlich.
  • „Golferellenbogen“ (mediale Epicondylitis):
    • Der Golferellenbogen ist weniger häufig als der Tennisarm. In diesem Fall befindet sich die Entzündung in einem der Sehnenansätze auf der Innenseite des Ellenbogens, sie beruht ebenfalls auf einer Überbelastung.
    • Der Golferellenbogen äußert sich durch meist mäßige Schmerzen auf der Innenseite des Ellenbogens, die sich bei Benutzung der Hand verstärken.
  • Schleimbeutelentzündung im Ellenbogengelenk (Bursitis olecrani, „Studentenellenbogen“):
    • Beschwerden infolge einer Schleimbeutelentzündung im Ellenbogengelenk sind nicht ungewöhnlich und beruhen normalerweise auf einer Verletzung, andauerndem Druck auf oder einer Reizung an der Rückseite des Ellenbogengelenks.
    • Charakteristisch ist eine lokale, oft schmerzfreie Schwellung; die Entzündung kann allerdings sehr stark werden und dann zu Rötung und Schmerzen führen. Der Schmerz nimmt durch Bewegung des Ellenbogengelenks meist nicht zu.
    • Auch eine bakterielle Infektion kommt als Ursache infrage. Bei starken Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden.
  • Mausarm:
    • Dieser Begriff umfasst all jene Symptome, die im Zusammenhang mit einer wiederholten Belastung von Muskeln, Bändern, Sehnen und Nerven im Bereich des Ellenbogengelenks auftreten können.
    • Er schließt verschiedene Krankheitsbilder in der Schulter, im Arm, im Handgelenk und in der Hand mit ein, weshalb sowohl die Symptome als auch die Diagnose variieren.

Seltene Ursachen

  • Beugesehnenentzündung auf der Vorderseite des Ellenbogengelenks (Bizepstendinitis):
    • Die Bizepstendinitis tritt infolge einer Überbelastung durch Aktivitäten auf, bei denen wiederholt der Arm gebeugt und die Hand nach außen rotiert wird (Handfläche nach oben).
    • Die Schmerzen sind auf der Vorderseite des Ellenbogengelenks lokalisiert und gehen mit einer Schwächung der Beugekraft einher.
  • Strecksehnenentzündung auf der Vorderseite des Ellenbogengelenks (Trizepstendinose):
    • Ursache der Trizepstendinose ist eine Überbelastung durch wiederholte Streckbewegungen des Arms.
    • Sie äußert sich durch Schmerzen auf der Rückseite des Ellenbogengelenks, die sich beim Strecken des Arms verschlimmern.
  • Gelenkflächendefekt:
    • Im Rahmen eines Gelenkflächendefekts kann sich auch ein Knorpel- oder Knochenstück lösen (Osteochondritis dissecans) – vgl. entsprechend dazu freier Gelenkkörper im Kniegelenk.
  • Verrenkung der Speiche (Radiusköpfchen-Subluxation, „Kindermädchen-Ellbogen“):
    • Diese Variante der Ellenbogenluxaktion, bei der sich das Köpfchen der Speiche aus seiner Halterung löst, tritt vor allem bei kleinen Kindern auf, z. B. wenn sie an den Händen oder am Arm nach oben gezogen werden.
  • Nervenschäden:
    • Nervus radialis: Es kommt zu ausstrahlenden Schmerzen auf der Ober-/Außenseite des Unterarms und im Ellenbogengelenk.
    • Nervus ulnaris: „Musikantenknochen“, die Schmerzen strahlen entlang der Innenseite des Unterarms und bis zu den Fingern an der Handaußenseite hin aus.
    • Nervus medianus: Die Schmerzen strahlen auf der Unterseite des Arms zur Hand hin aus.
  • Rheumatoide Arthritis:
    • Chronische Gelenkentzündung, die vor allem in Finger- und Zehengelenken auftritt, seltener aber auch im Ellenbogengelenk vorkommen kann.
  • Herzinfarkt:
    • Bei einem Herzinfarkt kann es zu Schmerzen kommen, die in den linken Arm und bis zum Ellenbogen ausstrahlen.

Knochenbrüche (Frakturen)

  • Fraktur im unteren Teil des Oberarmknochens
  • Fraktur im Capitulum humeri
  • Fraktur im Olecranon
  • Fraktur im Collum radii
  • Fraktur im Caput radii
  • Unterarmfraktur
  • Ellenbogenluxation

Was können Sie selbst tun?

  • Ellenbogenverletzung:
    • Eine Fehlstellung des Arms, starke Schmerzen oder schnell auftretende Schwellungen deuten auf einen Knochenbruch hin. Versuchen Sie nicht, den Knochen allein wieder zu „richten"! Legen Sie den betroffenen Arm in eine Schlinge, so dass die Bruchstelle entlastet wird. Der Arm sollte möglichst hoch hängen, um die Schwellung zu begrenzen.
    • Bei starken Schmerzen können Sie versuchen, mit Eis zu kühlen.
  • Belastungsschaden:
    • Sorgen Sie für Entlastung: Vermeiden Sie Aktivitäten, die Schmerzen hervorrufen, oder variieren Sie die Beanspruchung der Muskulatur im Bereich des Ellenbogengelenks.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

  • Ellenbogenverletzung:
    • umgehend, wenn Sie eine deutliche Fehlstellung des Ellenbogengelenks feststellen, bei der Bewegung des Arms starke Schmerzen verspüren oder es zu einer plötzlichen starken Schwellung kommt.
  • Belastungsschaden:
    • wenn eine Entlastung des Gelenks nur begrenzte Wirkung zeigt
    • bei anhaltenden Beschwerden.
  • Schmerzen ohne vorherige Verletzung oder Überbelastung:
    • bei starken Schmerzen
    • bei anhaltenden Beschwerden.

Wie geht der Arzt vor?

Anamnese

Der Arzt wird Ihnen eventuell folgende Fragen stellen:

  • Haben Sie sich verletzt? Wie ist das passiert?
  • Haben Sie den Arm oder den Ellenbogen überbelastet?
  • Haben Sie anderen Vermutungen, worauf die Beschwerden beruhen könnten?
  • Können Sie den Schmerz genauer eingrenzen? Wo genau schmerzt es?
  • Was lindert die Schmerzen, und was ruft sie hervor oder verschlimmert sie?
  • Strahlen die Schmerzen aus?
  • Treten die Schmerzen nach oder während der Bewegung des Arms oder bei Entlastung auf?
  • Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Arm geschwächt ist?
  • Haben Sie Schmerzen im Nacken- oder Schulterbereich?
  • Sind Sie beruflich, beim Sport oder in der Freizeit erhöhten Belastungen ausgesetzt, die mit einer einseitigen Überbelastung einhergehen und entsprechende Beschwerden hervorrufen könnten?
  • Leiden Sie unter Rheuma?

Ärztliche Untersuchung

  • Der Arzt untersucht Ihren Ellenbogen genau, um sich einen Überblick über Beweglichkeit, Kraft und Schmerzempfindlichkeit zu verschaffen.
  • Wenn die Schmerzen auf einer Verletzung beruhen und der Arzt einen Knochenbruch vermutet, wird eine eingehendere körperliche Untersuchung allerdings vermieden. Die Durchblutung, Motorik und Sensibilität der betroffenen Extremität werden kontrolliert.

Weitere Untersuchungen

  • Bei Verdacht auf einen Knochenbruch werden Sie zum Röntgen ins Krankenhaus überwiesen.
  • Auch andere bildgebende Untersuchungsverfahren wie Computertomografie, Ultraschall, Magnetresonanztomografie oder Szintigrafie können erforderlich sein.

Überweisung an einen Spezialisten oder ein Krankenhaus

  • Die meisten Knochenbrüche müssen im Krankenhaus behandelt werden.
  • Chronische Belastungsschmerzen bedürfen zuweilen einer Beurteilung und Behandlung durch einen Spezialisten.

Illustrationen

 

 

 

Redaktionelle Bearbeitung

  • Marie-Ch. Fritzsche, Ärztin, Freiburg