Zum Hauptinhalt springen

Serotonin-Syndrom (Serotonin-Intoxikation)

Zuletzt aktualisiert:

Zuletzt überarbeitet:

Zuletzt überarbeitet von:



Definition:
Das Serotonin-Syndrom (SS) ist ein potenziell lebensbedrohlicher Symptomkomplex, ausgelöst durch einen erhöhten Serotoninspiegel im ZNS. Der erhöhte Serotoninspiegel kann auf unterschiedliche Arten entstehen, z. B. durch Drogenkonsum, Medikamenten-Interaktionen oder auch -Überdosierung (dann häufig in suizidaler Absicht).
Häufigkeit:
Es liegen keine genauen Zahlen vor. V. a. bei älteren Patienten mit Polypharmakotherapie wahrscheinlich unterdiagnostiziert.
Symptome:
Die klinische Symptomatik variiert stark. Symptome beginnen in den meisten Fällen innerhalb von 24 Stunden nach Beginn oder Dosisänderung einer Medikation bzw. einer Überdosierung. Zu den häufigsten Symptomen gehören Verwirrung, Tremor, Schwitzen, Fieber, Palpitationen und Hyperreflexie.
Untersuchung:
Zu den klinischen Befunden gehören neuromuskuläre, psychische und autonome Störungen.
Diagnostik:
Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die apparative Diagnostik kann aus differenzialdiagnostischen Gründen wichtig sein.
Therapie: 
Die Therapie besteht aus dem Absetzen des auslösenden Arzneimittels und evtl. Gabe von Serotoninantagonisten sowie einer symptomatischen Therapie.
  • Laura Morshäuser, Ärztin, Freiburg im Breisgau
  • Olav Thorsen, spesialist allmennmedisin, Klubbgaten legesenter, Stavanger