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Persönlichkeitsstörungen (PS)

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Definition:
 Tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen, mit deutlichen Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen.
Häufigkeit:
Prävalenz: 10–15 %. Prävalenz der spezifischen Störungen: ängstlich-vermeidend und zwanghaft jeweils ca. 2,5 %; paranoid, Borderline, antisozial und passiv-aggressiv jeweils ca. 1,5 %; schizoid, dependent, schizotypisch und histrionisch jeweils ca. 1 %.
Symptome:
 Können sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen beziehen. Unterschiedliches Ausmaß persönlichen Leidens. Meist gestörte soziale Funktionsfähigkeit.
Befunde:
 Cluster A: anhaltendes Misstrauen und Argwohn gegenüber anderen. Cluster B: grobe Missachtung der Bedürfnisse anderer, evtl. mit Rechtsverletzungen. Cluster C: soziale Hemmungen, Gefühle der Unzulänglichkeit und der Überempfindlichkeit gegenüber negativen Bewertungen.
Diagnostik:
 Anamnese und eingehende psychische Exploration, ggf. flankiert durch spezifische Testverfahren, fachärztliche und -psychologische Untersuchung.
Therapie:
 Psychotherapie, in der Regel ambulant. Der Nutzen medikamentöser Therapien ist ungewiss, ggf. kommen sie zur Behandlung depressiver, ängstlicher oder psychotischer Begleitsymptome oder komorbider psychischer Störungen infrage.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Martin Svartberg, førsteamanuensis dr. med., Psykiatrisk Institutt, Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Trondheim
  • Olav Thorsen, spesialist allmennmedisin, Klubbgaten legesenter, Stavanger