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Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

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Definition:
Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
Häufigkeit:
Die Lebenszeitprävalenz in Deutschland liegt bei 1,5–2 %. Die Häufigkeit variiert u. a. mit Art und Schwere des traumatischen Ereignisses. Bei Naturkatastrophen liegt sie unter 10 %, bei Opfern von Krieg, Vergewaltigung oder Folter bei ca. 50 %. 
Symptome:
Eindringliches Wiedererleben des Ereignisses (Intrusionen); Vermeidung von Sinneseindrücken, Handlungen oder Situationen, die mit dem Ereignis verknüpft werden; Übererregung; negative Gedanken und Stimmungen.
Befunde:
Neben den Kernsymptomen der PTBS finden sich häufig psychische Begleitsymptome wie Depressivität, Angst, Dissoziation, Somatisierung, Suchtverhalten und Suizidalität.
Diagnostik: 
Die Diagnose erfolgt ausschließlich nach klinischen Kriterien. Ergänzend können strukturierte Fragebögen eingesetzt werden. Somatische Untersuchungen sind nur gelegentlich zur differenzialdiagnostischen Abgrenzung erforderlich.
Therapie: 
Wirksamkeitsnachweise wurden für verschiedene psychotherapeutische Interventionen erbracht. Eine medikamentöse Behandlung mit Paroxetin oder Sertralin ist nur begleitend zur Psychotherapie indiziert. Als ergänzende Verfahren kommen z. B. Ergo-, Physio, Kunst-, Musik-, Körper- und Bewegungstherapie sowie Entspannungsverfahren wie achtsamkeitsbasierte Stressreduktion in Frage.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Olav Thorsen, spesialist allmennmedisin, Klubbgaten legesenter, Stavanger
  • Sten Thelander, överläkare, Farsta-Skarpnäck Psykiatriska Vårdenhet, Psykiatri Södra, Stockholm (Medibas)
  • K Gunnar Götestam, professor, Psykiatrisk institutt, Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Trondheim