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Depression, Häufigkeit und Risikofaktoren

Etwa 25 % der Frauen und 12 % der Männer leiden mindestens einmal im Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression.

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Häufigkeit

Eine Depression ist eine häufige Erkrankung. In Deutschland leiden etwa 25 % der Frauen und 12 % der Männer mindestens einmal im Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Punktprävalenz, d. h. der Anteil der Bevölkerung, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erkrankt ist, liegt schätzungsweise bei bis zu 5 %. Bis zu drei Viertel der Betroffenen erleben nach einer durchlebten depressiven Episode eine weitere.

Die Depression ist weltweit eine der Hauptursachen für eine verminderte Lebensqualität, u. a. weil die Betroffenen teilweise erst spät eine adäquate Therapie erhalten. Weltweit macht die Depression etwa 4,4 % aller Krankheiten aus und gehört zu den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Rund 10 % aller Patient*innen in der Hausarztpraxis in Deutschland haben eine Depression: Diese Krankheit stellt damit die häufigste psychische Erkrankung bei Patient*innen dar, die hausärztlich behandelt werden.

Eine schwere Depression tritt in der Regel zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr das erste Mal auf. Jedoch können Menschen in jedem Alter betroffen sein.

Risikofaktoren

Etwa zwei Drittel der Menschen, bei denen eine Depression festgestellt wurde, sind Frauen. Daraus kann man jedoch nicht schließen, dass Männer viel seltener depressiv sind als Frauen. Eine mögliche Erklärung für den Unterschied ist, dass sich Frauen eher in Behandlung begeben als Männer. Auch hinter Suchterkrankungen, die bei Männern häufiger sind, kann sich eine Depression verbergen.

Das Risiko für eine (weitere) depressive Episode ist erhöht bei Menschen, die

  • bereits eine Depression oder eine andere psychische Krankheit erlebt haben.
  • schon einmal versucht haben, sich das Leben zu nehmen.
  • nahe Verwandte haben, die an einer psychischen Erkrankung leiden.

Bei der Entstehung einer Depression spielen vermutlich biologische (z. B. erbliche) und psychosoziale Faktoren eine Rolle. Bei depressiven Menschen sind Veränderungen von Hirnfunktionen nachweisbar, die sowohl die Struktur bestimmter Hirngebiete als auch die Verarbeitung von Nervensignalen bzw. das Vorkommen von Nervenbotenstoffen (Neurotransmittern) betreffen. Trotz vieler Erkenntnisse sind die Mechanismen der Entstehung einer Depression nicht genau geklärt.

Grundsätzlich besteht ein erhöhtes Risiko einer Depression auch bei Menschen mit einem wenig unterstützenden sozialen Umfeld, nach Erleben kürzlich aufgetretener eingreifender oder belastender Erlebnisse (Traumata), bei Alkohol- und Drogenmissbrauch (oder anderen Suchtkrankheiten) sowie der Einnahme bestimmter Medikamente. Erlebt ein Kind vor dem 12. Lebensjahr einen schweren Verlust, ist das Risiko einer späteren Depression als Reaktion auf Belastungen erhöht.

Es gibt einige Krankheiten, bei denen depressive Symptome ebenfalls gehäuft auftreten. Hierzu zählen Herzkrankheiten, Krebs, schwere Lungenkrankheiten, chronische Schmerzen, HIV-Infektion und AIDS, bestimmte Krankheiten des Nervensystems wie Demenz oder Schlaganfall sowie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Medizinjournalistin, Bremen