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Prognose von Depressionen

Es gibt viele Formen der Depression. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene ärztliche Hilfe suchen, damit die Diagnose richtig und sicher gestellt werden und die entsprechende Behandlung erfolgen kann.

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Wirksamkeit der Therapie und Verlauf

Bestimmte Formen der Psychotherapie zeigen eine deutliche Wirksamkeit und stehen in der Therapie der Depression an erster Stelle. Medikamente (Antidepressiva) haben nur einen begrenzten Nutzen und sollten daher in Kombination mit psychotherapeutischen Verfahren eingesetzt werden. In schweren Fällen kommen Elektrokrampftherapie und andere Methoden, die mit elektrischem Strom arbeiten, als wirksame Option in Betracht. Unterstützend können Lichttherapie, verschiedene Entspannungsverfahren und zahlreiche andere Methoden wirken.

Unter einer geeigneten Therapie erholen sich die meisten Patient*innen gut von einer einzelnen depressiven Episode, viele auch innerhalb weniger Wochen. Wenn Antidepressiva eingenommen werden, dann sollte diese Behandlung in der Regel über einen längeren Zeitraum fortgeführt werden. Auch die professionelle Begleitung in Form von therapeutischen Gesprächen ist oft über einen längeren Zeitraum notwendig. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente sind regelmäßige Blutuntersuchungen erforderlich.

Eine unbehandelte depressive Episode dauert in der Regel etwa 6–24 Monate. Ohne Behandlung ist die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer durchgemachten depressiven Episode zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Episode auftritt, hoch. Dabei ist das Risiko eines Rückfalls besonders hoch bei schweren Depressionen und bei älteren Menschen.

Komplikationen und Begleiterkrankungen

Die schwerwiegendste Folge einer Depression ist ein Suizid. Manche schwer depressiven Patient*innen verweigern Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme. Unter den Menschen, die Suizid begehen, wurde in verschiedenen Studien bei etwa 20–50 % Alkoholmissbrauch nachgewiesen. Auch illegaler Drogenkonsum kommt vor. Bei den Menschen, die eine Episode der Depression erlebt haben, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, an verschiedenen chronischen körperlichen Krankheiten zu leiden als bei Patient*innen ohne Depression.

Das Serotonin-Syndrom ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Nebenwirkung von Medikamenten, die die Übertragung von serotonergen Nervensignalen erhöhen. Meist ist die Kombination mehrerer solcher Medikamente – unter anderem bestimmte Antidepressiva – die Ursache für das Auftreten eines Serotonin-Syndroms. Sehr selten kann es aber auch bereits bei der Behandlung mit nur einem Arzneistoff auftreten, selbst wenn dieser in therapeutischen Dosen verabreicht wird. Das Syndrom ist durch einen veränderten Bewusstseinszustand mit Verwirrtheit, körperlicher und seelischer Unruhe, und weiteren Symptomen von Nerven und Muskulatur wie Zittern, Muskelkrämpfen und Gangunsicherheit mit Sturzneigung gekennzeichnet. Darüber hinaus treten Symptome des vegetativen Nervensystems mit Fieber, Schwitzen, Bluthochdruck und Herzrasen auf.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen