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Frühdiagnose der Schizophrenie

Welche Frühzeichen existieren für eine beginnende Schizophrenie?

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Frühzeitige Diagnose

Patienten, die zum ersten Mal wegen einer Psychose (Sinnesstörung, psychische Störung) in Behandlung kommen, hattenin der Regel bereits über einen längeren Zeitraum zuvor Psychosesymptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder schwere Denkstörungen hatten. Die Zeitdauer der unbehandelten Psychose liegt durchschnittlich bei 1–2 Jahren.

Frühe Anzeichen von Schizophrenie

Schizophrenie entwickelt sich meist in mehreren Stadien. Zunächst kommt eine Phase, in der die Betroffenen keine offensichtlichen Symptome haben, gefolgt von einer Phase (Prodromalphase) mit uncharakteristischen Symptomen (sogenannten Vorpostensymptomen), und dann die Phase, in der klare Anzeichen einer Psychose vorliegen und die Diagnose gestellt wird.

Die große Herausforderung besteht in der Abklärung, welche Symptome und Anzeichen Vorwarnungen für Schizophrenie sind.

Beispiele für frühe Anzeichen ( nach internationalen Klassifikationssystemen (DSM) sind unten aufgeführt, es ist aber zu beachten, dass solche Phänomene auftreten können, ohne dass es sich um eine beginnende Schizophrenie handelt:

  • Deutliche soziale Isolation oder sozialer Rückzug
  • Deutliche Beeinträchtigung in sozialen Situationen
  • Deutlich sonderbares Verhalten (z. B. sammeln die Patienten Müll, lagern Lebensmittel oder reden öffentlich mit sich selbst)
  • Deutliche Beeinträchtigung der persönlichen Hygiene
  • Ungewöhnliche oder abgeflachte emotionale Affektivität
  • Vage oder umständliche Ausdrucksweise oder deutliche Reduzierung der Ausdrucksweise
  • Seltsame Glaubensüberzeugungen oder magische Denkmuster, die das Verhalten beeinflussen und nicht mit kulturellen Normen in Übereinstimmung stehen, wie z. B. Aberglaube, Glaube an Hellsehen und Telepathie, Erfahrung mit einem „sechsten Sinn“, dass „andere fühlen können, was ich fühle“ oder dass alles in der Umwelt auf sich selbst bezogen wird
  • Ungewöhnliche Wahrnehmungserfahrungen, z. B. wiederholte Illusionen oder das Gefühl, dass eine in der Realität nicht vorhandene Kraft oder Person anwesend ist
  • Deutlicher Mangel an Initiative, Interesse oder Energie

Häufig Symptome im Frühverlauf der Schizophrenie sind: Unruhe, Schlafstörungen, Angst, Denk- und Konzentrationsstörungen und Sorgen, Schwierigkeiten bei der Arbeit sowie das Gefühl, nicht verstanden zu werden.

 

  • Allgemeine Aspekte

Mehr oder weniger plötzlich zunehmende Nervosität und allgemeine seelische Labilität; rasche Ermüdbarkeit; auffällige Merk- und Konzentrationsschwäche, gelegentlich regelrechte Zerstreutheit; manchmal "wie völlig absorbiert" oder "total vereinnahmt"; allgemeine seelische, geistige und sogar körperliche Verlangsamung, bis hin zur unfassbaren Entschlussunfähigkeit oder Antriebslosigkeit; gehäuft Miss-Stimmungen, Reizbarkeit, ja Aggressivität; gelegentlich unmotiviert feindseliges Verhalten; Schlafstörungen und "nächtliches Umhergeistern"; Leistungsabfall in Schule oder Lehre; grundlose Genussunfähigkeit, ja Freudlosigkeit; ängstlich-gedrückte bis schwermütige Stimmung; Gefühl der inneren Leere, manchmal wie "abgestorben"; wachsende Ungeselligkeit, bis zum befremdlichen, ja erschreckenden Erkalten der zwischenmenschlichen Beziehungen zu Eltern, Geschwistern, Partner, Freunden, sonstigen Angehörigen, Nachbarn, Schul- und Berufskollegen usw.; schließlich sozialer Rückzug und Isolationsgefahr.

  • Weitere Besonderheiten

Eigenartige Selbstversunkenheit, teils im Spielen, teils im Lesen oder auch nur Schauen; langsam sich entwickelndes oder plötzliches, auf jeden Fall überzogenes Interesse an wirklichkeitsfremden Fragen: religiös, mystisch, philosophisch, gesellschaftspolitisch u.a.; damit erhöhte Gefahr, durch die innere Orientierungslosigkeit, Ratlosigkeit und leichte Beeinflussbarkeit in falsche Hände zu geraten (z.B. Sekten!).

  • Verhältnis zum anderen Geschlecht

Nicht selten unfrei, "verklemmt", scheu oder gar ablehnend; dabei hin- und hergerissen zwischen normalen Wünschen und Träumen und sonderbar brüsken, abweisenden, gelegentlich fast feindseligen Verhaltensweisen; bisweilen unerklärliche Extremausschläge: einerseits Zurückweisung und Rückzug, andererseits plötzlich distanz- oder taktlose Kontaktsuche.

Weitere Informationen

Literatur

  1. Faust V. Wie beginnt eine Schizophrenie? Psychosoziale Gesundheit von Amok bis Zwang. Ecomed-Storck 2014.books.google.de  

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln
  • Günter Ollenschläger, Prof. Dr. Dr. med., Internist, Uniklinikum Köln